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Interaktive Viktimisierung und rechtsextremistische Macht

  • Andreas Böttger
  • Olaf Lobermeier
  • Rainer Strobl
Part of the Analysen zu gesellschaftlicher Integration und Desintegration book series (ANALYSEN)

Zusammenfassung

Wendet man sich im Rahmen der Diskussion und Analyse gesellschaftlicher Mechanismen wie Desintegration den Themen Rechtsextremismus, Macht und Gewalt zu, so ist es - im Sinne einer viktimologischen Perspektive - unverzichtbar, auch die Rolle der Betroffenen, der „Opfer“ solcher Phänomene in den Blick zu nehmen. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, auch denjenigen Betroffenen in den Blick zu nehmen, die nicht nur einmalig „Opfer“ eines gewalttätigen Übergriffs geworden sind, sondern mit deren Rolle sich eine lang andauernde Abhängigkeit von den jeweiligen „Tätern“ verbindet. Dies sind insbesondere Betroffene von innerhalb einer Gesellschaft bestehenden Machtverhältnissen, die sich den demokratischen Grundsätzen dieses Systems entziehen. Opfer von rechtsextremistischer Macht haben in der Regel nicht nur unter den Folgen eines einzelnen Übergriffs zu leiden, sondern sie müssen eine oft lange währende Unterordnung ihrer Person unter einen Täter bzw. eine Tätergruppe erleben. Dies hat Folgen für den besonderen Umgang dieser Betroffenen mit ihrer Identität und ihre Sicht der Gesellschaft, in der sie leben. Eine in diesem Zusammenhang wichtige Frage ist es sicherlich, wie Opfer von rechtsextremistischer Macht mit ihren Opfererfahrungen umgehen und welche Strategien oder Konzepte sie entwickeln, sich aus dieser Situation zu befreien.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

Authors and Affiliations

  • Andreas Böttger
  • Olaf Lobermeier
  • Rainer Strobl

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