Advertisement

Paradigmenwechsel ohne Instrumentenwechsel? Kontinuität und Wandel im Politikfeld Migration

  • Dita Vogel
  • Andreas M. Wüst
Chapter

Zusammenfassung

In der praktischen Sozialpolitik geht es um politisches Handeln, das präventiv das Auftreten sozialer Problemlagen verhindern und reaktiv die Lage benachteiligter Personengruppen verbessern soll (verkürzt nach Lampert 1980). Dabei wird eine abgegrenzte Gesellschaft vorausgesetzt. Durch internationale Wanderungen verändert sich aber die Bevölkerung, bei der soziale Problemlagen auftreten können. Insofern sind Regelungen im Politikfeld Migration zentral für soziale Sicherungssysteme, denn sie berühren unmittelbar die Frage, wer zum abgesicherten Personenkreis gehört. Dies geschieht sowohl durch Regelungen dazu, wer ins Land kommen darf oder das Land verlassen muss (Migrationspolitik), als auch durch Bestimmungen bezüglich der politischen und sozialen Rechte und Pflichten, die Zuwanderer aus dem Ausland haben (Migrantenpolitik).1 Zuwanderung kann auch indirekt die sozialen Sicherungssysteme beeinflussen, weil sie zur Beseitigung von sozialen Problemlagen bei Einheimischen beitragen kann (z.B. durch die Behebung eines Pflegekräftemangels oder die finanzielle Entlastung der Rentenversicherung), aber auch Problemlagen verschärfen kann (z.B. durch zusätzliche Konkurrenz um Arbeitsplätze und Wohnraum). Welche Effekte überwiegen, hängt von den arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen und der Migrationspolitik ab, die typischerweise meist positive indirekte Effekte sicherstellt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Bundesausländerbeauftragte, 2002: Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Ausländerfragen über die Lage der Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland. Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen, Bonn.Google Scholar
  2. Budge, Ian (Hrsg.), 2001: Mapping Policy Preferences, Oxford.Google Scholar
  3. Bündnis 90/Die Grünen, 1998: Grün ist der Wechsel. Programm zur Bundestagswahl 1998 (im März 1998 auf der 10. Ordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz in Magdeburg verabschiedet).Google Scholar
  4. Busch, Andreas, 2003: Extensive Politik in den Klippen der SemiSouveränität: Die Innen-und Rechtspolitik der rot-grünen Koalition, in: Christoph Egle/Tobias Ostheim/Reimut Zohlnhöfer (Hrsg.): Das rot-grüne Projekt. Eine Bilanz der Regierung Schröder 1998–2002, Opladen, 305-327.Google Scholar
  5. CDU/CSU, 1998: Wahlplattform 1998–2002, o.O.Google Scholar
  6. Cyrus, Norbert/Vogel, Dita, 2000: Immigration as a side effect of other policies — principles and consequences of German non-immigration policy, in: Anna Triandafyllidou (Hrsg.): Migrations Pathways. A historic, demographic and policy review of four European countries, Brüssel, 9-37.Google Scholar
  7. Cyrus, Norbert/ Vogel, Dita, 2003: Implementing migration control in labour markets — routines and discretion in Germany, in: Journal for Ethnic and Migration Studies (JEMS), Bd. 29 Heft 3: 225–255.CrossRefGoogle Scholar
  8. Davy, Ulrike, 2002: Das neue Zuwanderungsrecht: Vom Ausländergesetz zum Aufenthaltsgesetz. Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik, 22:5/6, S. 171–179.Google Scholar
  9. Dornis, Christian, 2002: Zwei Jahre nach der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts — Bilanz und Ausblick, in: Klaus Bade/Rainer Münz (Hrsg.): Migrationsreport, Frankfurt a.M.Google Scholar
  10. FDP, 1998: Wahlprogramm zur Bundestagswahl. Es ist Ihre Wahl (Beschluß des 49. Ordentlichen Bundesparteitages der F.D.P. in Leipzig, 26.-28. Juni 1998).Google Scholar
  11. Gerstle, Gary/Mollenkopf, John (Hrsg.) 2001: E Pluribus Unum? Contemporary and Historical Perspectives on Immigrant Political Incorporation, New York.Google Scholar
  12. Hagedorn, Heike, 2001: Wer darf Mitglied werden? Einbürgerung in Deutschland und Frankreich im Vergleich, Opladen.Google Scholar
  13. Hall, Peter, 1993: Policy Paradigms, Social Learning, and the State. The Case of Economic Policy Making in Britain, Comparative Politics 25: 275–296.Google Scholar
  14. Herbert, Ulrich, 2001: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge, München.Google Scholar
  15. Jungkunz, Alexander, 2001: Deutsche Lebenslügen. Zuwanderung — vom Tabu zum ‘Mega-Thema’, in: Edda Currle/Tanja Wunderlich (Hrsg.): Deutschland — ein Einwanderungsland? Rückblick, Bilanz und neue Fragen, Stuttgart: 51-57.Google Scholar
  16. Katzenstein, Peter J., 1987: Policy and Politics in West Germany. The Growth of a Semisovereign State, Philadelphia.Google Scholar
  17. Lampert, Heinz, 1980: Sozialpolitik, Heidelberg.Google Scholar
  18. Meier-Braun, Karl-Heinz, 2002: Deutschland, Einwanderungsland, Frankfurt.Google Scholar
  19. Santel, Bernhard, 1998: Auf dem Weg zur Konvergenz? Einwanderungspolitik in Deutschland und den Vereinigten Staaten im Vergleich. Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik (ZAR) 1: 14–20.Google Scholar
  20. Santel, Bernhard/Weber, Albrecht, 2000: Zwischen Ausländerpolitik und Einwanderungspolitik: Migrations-und Ausländerrecht in Deutschland, in: Klaus J. Bade/Rainer Münz (Hrsg.): Migrationsreport 2000, Frankfurt a.M./ New York: 109-140.Google Scholar
  21. SPD, 1998: Arbeit, Innovation und Gerechtigkeit — SPD-Programm für die Bundestagswahl 1998. Antrag 4 (in der Fassung der Antragskommission) Parteivorstand.Google Scholar
  22. SPD/Bündnis 90/Die Grünen, 1998: Aufbruch und Erneuerung — Deutschlands Weg ins 21. Jahrhundert, Koalitionsvereinbarung zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und Bündnis 90/Die Grünen, 20.Oktober 1998, Bonn.Google Scholar
  23. Thränhardt, Dietrich, 2000: Integration und Staatsangehörigkeitsrecht, in: Klaus J. Bade/Rainer Münz (Hrsg.): Migrationsreport 2000. Frankfurt a.M./New York: 141-162.Google Scholar
  24. Thränhardt, Dietrich, 2002: Einwanderungs-und Integrationspolitik in Deutschland und den Niederlanden, Leviathan. Zeitschrift für Sozialwissenschaft, 30:2, S. 220–249.CrossRefGoogle Scholar
  25. Treibel, Annette, 2001: Von der Anwerbestoppausnahme-Verordmmg zur Green-Card: Reflexion und Kritik der Migrationspolitik, in: Edda Currle/Tanja Wunderlich (Hrsg.): Deutschland — ein Einwanderungsland? Rückblick, Bilanz und neue Fragen, Stuttgart: 113-124.Google Scholar
  26. Vitt, Veronika/Heckmann, Friedrich, 2000: Dokumentation: Migration und Migrationspolitik in Deutschland 1998–2000, in: Klaus J. Bade/ Rainer Münz (Hrsg.): Migrationsreport 2000. Fakten — Analysen — Perspektiven. Frankfurt a.M./ New York: 223-278.Google Scholar
  27. Vogel, Dita, 2001: Quoten, Green Cards, Illegale — Mythos und Realität US-amerikanischer Zuwanderungspolitik. Zukunft der Arbeit IV: Arbeit und Migration, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin.Google Scholar
  28. Vogel, Dita, 2003 Migration policy, in: Randall Hansen/ Matthew Gibney (ed.) Global Migration: An encyclopedia. Santa Barbara, CA, i.E.Google Scholar
  29. Volkern, Andrea, 2002: Manifesto Coding Instructions (WZB Discussion Paper FS III 02-201). Berlin.Google Scholar
  30. Wüst, Andreas M., 1995: Vorbild USA? Deutsche Einwanderungspolitik auf dem Prüfstand, Heidelberg.Google Scholar
  31. Wüst, Andreas M., 2002: Wie wählen Neubürger? Politische Einstellungen und Wahlverhalten eingebürgerter Personen in Deutschland, Opladen.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Dita Vogel
  • Andreas M. Wüst

There are no affiliations available

Personalised recommendations