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‘Entscheidung’ in der soziologischen Forschung

  • Oliver Dimbath
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Zusammenfassung

Betrachtet man die Verwendung des Entscheidungsbegriffs in der Soziologie, so lassen sich zunächst zwei Perspektiven unterscheiden. Auf der einen Seite wird vor dem Hintergrund des alten Gegensatzes von Freiheit und Determination die Entscheidung des Individuums verhandelt. Im Mittelpunkt des Interesses steht bei Untersuchungen mit einer solchen Ausrichtung die Frage, wie frei ein Individuum in der modernen Gesellschaft sein Leben gestalten kann und wie die damit verbundenen Entscheidungen vonstatten gehen. Auf der anderen Seite wird die Frage nach Entscheidungen von Kollektiven gestellt. Hier treten formale Entscheidungsprozesse zum Beispiel in Organisationen in den Vordergrund. Auch die im Rahmen dieser Untersuchung exemplarisch behandelte Berufswahl, die, mit Blick auf das freie westlich-moderne Individuum vermeintlich ‘Sache’ des Einzelnen ist, kann unter beiden Perspektiven betrachtet werden. Die ‘klassische’ Berufswahlforschung fragt mitunter danach, wie die Einzelnen ihre Berufswahl koordinieren und wie sie letztlich zu welcher Entscheidung gelangen. Richtet sich das Interesse auf kollektives Entscheiden, könnte etwa die Frage nach der politischen Beschlussfindung hinsichtlich der Gestaltung des Systems der Berufe, der Ausbildungsverfahren oder konkret nach der Ausformung der Berufsberatung gestellt werden. In der Diskussion um die Modernisierung moderner Gesellschaften sollten beide Perspektiven eingenommen werden.

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© Westdeutscher Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

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  • Oliver Dimbath

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