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Alltagstheorien im Berufsfeld

  • Regine Gildemeister
  • Kai-Olaf Maiwald
  • Claudia Scheid
  • Elisabeth Seyfarth-Konau
Chapter
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Zusammenfassung

Das vorhergehende Kapitel hat gezeigt, dass das Familienrecht ein Rechtsbereich ist, der — jedenfalls in der Anwaltschaft — einen überdurchschnittlich hohen Frauenanteil aufweist. Wie dieser Umstand von den Professionsangehörigen selbst wahrgenommen wird und zu welchen Deutungen er anregt, wurde im Exkurs zum DFGT bereits gestreift. Der Frage nach den Alltagstheorien, die die Akteure selbst über die Bedeutung der Geschlechterdifferenz in ihrem Berufsbereich hegen, soll im Folgenden weiter nachgegangen werden. Welche Bedeutung messen sie ihr zu? Die Untersuchung derartiger Alltagstheorien bietet sich bei der Analyse der Geschlechterdifferenzierungen im Berufsfeld Familienrecht als nächster Schritt an, da man davon ausgehen kann, dass sie entsprechend dem Thomas-Theorem63 Konsequenzen für die faktischen beruflichen Zusammenhänge haben. Es geht dabei nicht um eine repräsentative Erhebung, sondern es wird ein erster Einblick in die im Feld vorzufindende ‘Problemsicht’ gegeben, der Anregungen für weitergehende soziologische Erklärungen bieten kann. Wird das Familienrecht also im Unterschied zu anderen Rechtsbereichen als spezifischer ‘Frauenbereich’ wahrgenommen? Werden geschlechtsbezogene Typisierungen von Arbeitsstilen vorgenommen? Wird die Geschlechterdifferenz — z.B. in Gestalt von unterschiedlichen Kompetenzzuschreibungen — im Interaktionsgefüge der Verfahrensbeteiligten (Anwälte, Richter, Mandanten) als bedeutsam angesehen?

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Regine Gildemeister
  • Kai-Olaf Maiwald
  • Claudia Scheid
  • Elisabeth Seyfarth-Konau

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