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Die Verwobenheit von Macht und Moral: Zur Dekonstruktion der Herrschaft von Geltungsansprüchen

  • Knut Berner
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Zusammenfassung

Moral ist eine souveräne Macht. Zu allen Zeiten symbolisiert sie schon vor ihrer materialen Ausgestaltung die Präsenz des Normativen im menschlichen Zusammenleben und bringt ein Netz von Ansprüchen zur Geltung, die, weil sie oft unklar formuliert sind, ein unsicheres Klima erzeugen, in dem Menschen damit rechnen müssen, sich permanent für ihre Urteile und Handlungen legitimieren und voreinander rechtfertigen zu müssen. Diese Wirkung des amorphen Gesetzes hinter den Einzelforderungen evoziert ein faszinosum et tremendum: es scheint außer Frage zu stehen, dass vergesellschaftete Individuen nicht ohne moralische Gesetzesorientierung leben können oder wollen.

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