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Macht und Moral. Zum Ansatz einer „Umwertung der Werte“ bei Nietzsche

  • Volker Gerhardt
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Zusammenfassung

Macht und Moral erscheint der intellektuellen Kritik wie Feuer und Wasser. Wo das eine ist, kann das andere nicht sein. Im Schatten der Macht — so weiß man aus leidvoller Erfahrung — wachsen Leidenschaften und Heuchelei, Rücksichtslosigkeit und Korruption. Macht ist verführerisch. Wer moralisch denkt, hat in ihrem Bereich von vornherein verspielt. Daher hält sich der moralische Mensch möglichst aus dem Machthandeln heraus. Auf jeden Fall strebt er nicht nach Macht um ihrer selbst willen. In seinen Augen ist sie allenfalls ein Werkzeug der moralischen Absicht, der starke Arm oder gar das Schwert des guten Willens. Aber nicht nur die Verführbarkeit des Menschen durch die Macht setzen Zweifel in die Tauglichkeit der Macht zu höheren Zwecken, sondern die Macht scheint an sich der Widerpart des Guten zu sein, weil der mit ihr verbundene Zwang dem Freiwilligkeitsgebot der Ethik entgegensteht. So spricht nicht nur die historische Erfahrung gegen die Verschränkung von Macht und Moral, sondern die Begriffe selbst stehen sich dichotomisch gegenüber wie Gewalt und Freiheit.

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Literatur

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© Westdeutscher Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Volker Gerhardt

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