Advertisement

Zusammenfassung

Das Wirtschafts- und Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland beruht vor allem auf Kooperation der Arbeitsmarktparteien auf Branchenebene. Die am Konsens orientierten Verhandlungen sind eingebettet in eine Vielfalt von Institutionen. Der Wettbewerb findet statt innerhalb einer staatlichen Normsetzung, die den Markt auf Sozialbindung und eine aktive Wettbewerbs-, Konjunktur- und Stabilisierungspolitik verpflichtet. Die staatliche Verantwortung für Stabilität und Wachstum sowie die Gewährleistung eines hohen Beschäftigungsstandes ist seit der zweiten Hälfte der sechziger Jahre gesetzlich verankert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literature

  1. 2.
    Das Kieler Institut für Weltwirtschaft vertritt in Bezug auf Deutschland die These, dass 1% Lohnzurückhaltung mit einer gewissen Verzögerung 1% Beschäftigungsvermehrung nach sich zieht (vgl. Lapp & Lehment 1997, vgl. kritisch von der Vring 1999: 121).Google Scholar
  2. 12.
    So auch die Diagnose von Joachim Bischoff (1999: 49).Google Scholar
  3. 13.
    So der Tenor eines für die folgenden Jahrzehnte maßgeblichen Strategiepapiers über die Gestaltung des Zusammenhangs zwischen Lohngestaltung und makroökonomischer Entwicklung von Gösta Rehn und Rudolf Meidner (vgl. Aberg 1994).Google Scholar
  4. 14.
    Die schwedische Wirtschaft ist traditionell stark außenhandelsorientiert. Wichtige Exportsektoren stellen die Papierproduktion, die Forstwirtschaft, die Telekommunikation sowie die Pharma-, Automobil- und Maschinenindustrie dar. Öl, Lebensmittel, Textil, Chemie und Computer sind importintensive Sektoren. Die Eigentumsstruktur Schwedens gilt als hochgradig konzentriert (Benner 1997, Meidner 1999).Google Scholar
  5. 21.
    Vgl. zum Verlauf des Krieges, über die internen Konflikte sowohl auf nationalistischer als auch auf republikanischer Seite und zur Einflussnahme der europäischen Großmächte auf diesen Krieg Carr 1977. Dass die Republikaner nicht nur aufgrund der militärischen Überlegenheit der Nationalisten, sondern auch aufgrund interner Gegensätze unterlagen, zeigt Enzensberger (1972) in seiner Biographie des legendären Anarchistenführers Buenaventura Durrutti.Google Scholar
  6. 22.
    Eine genaue Aufstellung der öffentlichen Ausgaben, deren Gesamtniveau gemessen am Bruttoinlandsprodukt zwischen 1982 und 1991 um 7,7% anstieg, findet sich bei Boix 1998: 112.Google Scholar
  7. 23.
    Der Ansatz der „Fabrikregimes“ geht auf den US-amerikanischen Soziologen Michael Burawoy (1979) zurück und unterscheidet Fabrikregimenter idealtypisch nach der jeweiligen Ausübungsform der Herrschaft im unmittelbaren Produktionsprozess und der jeweiligen Interaktion mit dem Staat.Google Scholar
  8. 24.
    Auf der Betriebsebene wurden Gewerkschaftsvertretungen (Enlaces Sindicales) und, sofern ein Betrieb mehr als 100 Arbeiter beschäftigte, Betriebsräte (Jurados de Empresas) gewählt. Wie Führer-Riess (1991: 48) ausführt, pflegte die Regierung die Zugangsvoraussetzungen zu den einflussreichen Positionen in diesen Gremien allerdings so zu gestalten, dass sie nur von regimetreuen Personen erfüllt werden konnten.Google Scholar
  9. 25.
    Vgl. für eine Darstellung der Tarifverhandlungen vor den Moncloa-Abkommen Pedrós 1995.Google Scholar
  10. 28.
    Die Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung sollte nicht berührt werden ohne Erwähnung der anarchistischen Confederation National de Trabajo (CNT), die 1910 gegründet wurde. Die spanische Arbeiterbewegung hatte im historischen Vergleich einen Sonderweg genommen. Anders als in den meisten anderen europäischen Ländern konnten sich die Bakunisten — in Gestalt seines Freundes Victor Fanelli — gegenüber den Marxisten — repräsentiert durch Paul Lafargue — auf dem Gründungskongress von Zaragoza (1872) durchsetzen. Die spanischen Anarchisten lehnten es ab, sich parteiförmig zu organisieren und gingen vielmehr davon aus, dass nur ein Generalstreik mit dem kapitalistischen System Schluss machen könne. Deshalb organisierten sie sich ausschließlich in einer Gewerkschaft und nicht in einer Partei. Ihre Mitgliedschaft wird für die beginnenden dreißiger Jahre mit über 700.000 angegeben (Álvarez Junco 1976). Im Verlauf des spanischen Bürgerkriegs verlor die CNT immer mehr an Einfluss gegenüber den kommunistischen und sozialistischen Strömungen. Nach der Diktatur spielte sie — von regionalen Erfolgen in Katalonien abgesehen — keine Rolle mehr. Neben den sozialistischen, kommunistischen und anarchistischen Gewerkschaften soll schließlich die Unión Sindical Obrera (USO) Erwähnung finden, die in den späten siebziger Jahren der damals regierenden Zentrumskoalition nahe stand, dann aber — wie die gesamte traditionelle Rechte — auseinander fiel.Google Scholar
  11. 39.
    Bei aller Heftigkeit der Auseinandersetzungen des Bergarbeiterstreiks war die Anzahl der verlorenen Arbeitstage 1984 geringer als 1978/1979, dem Winter of Discontent (OECD 1997).Google Scholar
  12. 40.
    Im Unterschied zum kontinentaleuropäischen Recht geht die britische Rechtsauffassung davon aus, dass ein streikender Arbeiter seinen Arbeitsvertrag nicht nur suspendiert, sondern gekündigt hat. Damit treten sämtliche Kündigungsschutzvorschriften außer Kraft. Von dem Recht zur fristlosen Entlassung machten britische Arbeitgeber vor Murdoch jedoch nicht Gebrauch (Sakowsky 1992).Google Scholar
  13. 41.
    Im Zeitraum 1979–1992 machte der Verkauf von staatlichem Eigentum 12% des durchschnittlichen jährlichen Bruttoinlandsprodukts aus (Boix: 1998: 83 f.). In Schweden, Spanien, den Niederlanden und Deutschland lag dieser Wert bei rund 1%. OECD-weit wurden die britischen Konservativen in ihrer Privatisierungspolitik lediglich von Neuseeland (14%) übertroffen.Google Scholar
  14. 42.
    Die allgemeine Mehrwertsteuer wurde von 1979 von 8 auf 15% und 1991 auf 17,5% erhöht. Einen Überblick über die Veränderungen im Steuersystem geben Redmont & Sutherland (1995).Google Scholar
  15. 51.
    Nicht zufällig wartet Großbritannien mit den höchsten Scheidungsraten Westeuropas auf: 1992 wurden 44% der Ehen annulliert (Höpflinger 1997: 119).Google Scholar
  16. 53.
    So geschehen bei Philips (1996) und Heineken (1995), wo die Tarifverträge ohne die größte Gewerkschaft FNV abgeschlossen wurden.Google Scholar
  17. 54.
    Namentlich die Regierungen den Uyl (1974–1977) und van Agt (1977–1981).Google Scholar
  18. 55.
    Nach einer Erhebung von EUROSTAT lagen die Betriebszeiten in den Niederlanden mit 69 Stunden pro Woche um acht Stunden über denen Deutschlands (vgl. European Economy 1995).Google Scholar
  19. 56.
    Von 1994 bis 2002 regierten die Sozialdemokraten mit Wim Kok an der Spitze in einer Koalition mit den Liberalen (WD) und Demokraten (D66), ohne dass sich an der Marschrichtung grundlegendes geändert hätte. Im Gegenteil: Nach dem Regierungsmotto „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ setzte sich Kok die Schaffung von 350.000 Jobs zum Ziel.Google Scholar
  20. 63.
    Nach Angaben von Stille (1998: 298) hat sich dagegen in der Bundesrepublik das geleistete Arbeitsvolumen von 1991 bis 1996 um fast 10% verringert.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Max Koch

There are no affiliations available

Personalised recommendations