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Walzers Ausgangspunkt: Politische Theorie für die „Stadt Mahagonny“

  • Michael Haus
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Zusammenfassung

Micha Brumlik hat festgestellt, dass Walzer „aus Prinzip“ kein systematischer, sondern ein politischer Denker sei (Brumlik 1992: 484) — aber, so möchte man fragen, aus welchem Prinzip? Und wenn ein politischer Denker ausgiebig über seine prinzipiell nichtsystematische Argumentationsweise reflektiert, wie Walzer dies tut, -wird er da nicht von selbst zum systematischen Antisystematiker? Brumlik trifft aber sicherlich insofern das Selbstverständnis Walzers, als dieser sich eher als politischer Essayist denn als ein systematisierender Theoretiker sieht. Das hängt damit zusammen, dass er sich zwar dem politischen Erbe der Linken verpflichtet weiß, aber ihren theoretischen Höhenflügen, sei es in der Tradition einer umfassenden ‘Erklärung’ der gesellschaftlichen Entwicklung oder in der Tradition einer ‘kritischen’ Gesellschaftstheorie unter philosophischer Anleitung, niemals sonderliches Vertrauen entgegen gebracht hat. Diesem Misstrauen nachzuspüren, bietet einen ersten Schlüssel zum Verständnis seines Werkes.

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Literatur

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    „The deep principles of the Left also have their origins in the pre-liberated world. Where else could they have their origins? The long political and economic struggles could never have been sustained without common convictions, without an intimately shared moral sense. And we did not invent the convictions we shared. They were and are part of our cultural heritage: our heritage especially, because the old principles stood so often in sharp tension with the old political and economic order“ (1980a: 10, Hervorhebung M.H.).Google Scholar
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    William Galston bringt die akademische Popularität von Rawls in einen motivationalen Zusammenhang mit der abgeschwächten Bindung progressiver liberaler Politik an die moralischen Überzeugungen der Arbeiterklasse (für ihn bestehend aus den Werten „Leistung“, „Chancengleichheit“ und „Selbstverleugnung“) (Galston 1991: 161f.).Google Scholar
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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Michael Haus

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