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Übersicht

Dieses Kapitel beginnt mit der Frage nach dem Verhältnis von Wissen und Wirklichkeit — einem der großen Rätsel der Philosophie. Was ist Wirklichkeit? Zu ihrer Beschreibung werden zwei Bilder eingeführt: Wirklichkeit als Gebäude, in dem Wissenschaft eine winzige Zelle besetzt, von der aus sie alles erkennen will, und die Welt als Bühne, auf der wir sowohl Darsteller als auch Zuschauer sind. In diesem Bild bewegen wir uns in den Kulissen der Bühnen- oder Innenwelt; liegt dahinter die wirkliche Welt? Der Konstruktivismus verwirft die imaginäre Vorstellung einer kulturellen Innenwelt, die sich auf der ‘Bühne der Natur’ entwickelt. Er zieht eine andere Auffassung von Erkenntnis vor. Diese beruht auf realen Beobachtung. Beobachtung ist eine empirische Operation. Sie erfordert einen Beobachter, der sie ausführt und dem sie zurechenbar ist. Es geht also um die Realität des Beobachters.

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Literatur

  1. 24.
    So auch Fries, der im Erkenntnisproblem das ganze Rätsel der Philosophie sah, ebenso Popper, der von Erkenntnis als dem größten Wunder des Universums sprach. Diese und weitere Zitate finden sich (mit genauen Nachweisen) bei W. Röd, Bd. I (1994) 19.Google Scholar
  2. 25.
    „Wissen ist durch Symbole vermittelter Glaube“, sagt George Santayana als Überschrift zu einem Essay. In Hampe/Maaßen 1991: 78.Google Scholar
  3. 26.
    Eine historische Überschrift der Londoner Times im November 1919. Sie bezog sich auf die Bestätigung der Relativitätstheorie Einsteins; siehe Pais 1995: 191f.Google Scholar
  4. 28.
    Siehe dazu die ausführliche Darstellung dieses Bildes der Wirklichkeit als Gebäude bei J. Robert Oppenheimer Wissenschaft und Allgemeines Denken, 1953: 80ff. Allerdings behaupten Kritiker, diese Metapher sei brüchig geworden; man sei von ihr längst zur Vorstellung der Kontextabhängigkeit übergegangen; jedes äußerliche Bild sei unmöglich geworden. So Mauro Ceruti in Watzlawick/ Krieg 1991: 46f.Google Scholar
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    Beobachter und ihre Operationen sind im Konstruktivismus die actual entities im Sinne Whiteheads; siehe dazu die Erklärungen des Übersetzers von Prozeß und Realität, 1987: 629ff. Auf der Ebene der Gesellschaft sind Beobachter nicht Menschen, sondern Systeme — Beobachtungssysteme. Google Scholar
  6. 30.
    Dazu die berühmte Bemerkung von Hermann Minkowski aus einem Vortrag von 1908 in Köln: „Von Stund an sollen Raum für sich und Zeit für sich zu bloßen Schatten herabsinken, und nur noch eine Union der beiden soll Selbständigkeit bewahren.“Quelle Segrè 1990: 557. Die Bemerkung Minkowskis wird ebenfalls zitiert und biographisch ergänzt von Clark 1984: 60. Als Einführung zur relativistische Raum-Zeit Philosophie siehe Reichenbach in Schilpp 1979: 188–207; ausführlich Reichenbach Raum-Zeit-Lehre, 1928.Google Scholar
  7. 31.
    Als knappe Einführung siehe Whitehead Einsteins Theorie, in HAmpe/Maaßen 1991: 295ff.Google Scholar
  8. 32.
    Aber wie hatte man sich das neue Konzept vorzustellen? Das war eine der ständigen Fragen seit jenem November 1919, in dem Einsteins Theorie durch die britischen Astronomen bestätigt worden war. Einer der Biographen Einsteins berichtet über dessen Ankunft in New York im Jahre 1921. „One of the first questions had been a constant companion since November, 1919: „Can you explain relativity in a few sentences?“Ever anxious to not disappoint,… Einstein had an answer that became a classic. „If you will not take the answer too seriously, and consider it only as a kind of joke, then I can explain it as follows,“he said. „It was formerly believed that if all material things disappeared out of the universe, time and space would be left. According to the relativity theory, however, time and space disappear together with the things.“(Clark 1984: 468f)Google Scholar
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    Siehe »Space« in Wiener H. (Hg.): Dictionary of the History of Ideas, Bd. 4 (1973) 295–306, oder »Raum« in Ritter/Gründer (Hg.): Hist. Wb. Philos. 8 (1992) 67–11; zu Newton siehe S. 87.Google Scholar
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    Siehe dazu Reichenbach in Schilpp 1979: 197. Ausführlich Alexandre Koyré From the closed world to the infinite universe, Baltimore 1957.Google Scholar
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    Als Einführung in die Probleme der physikalischen Zeit Davies 1997.Google Scholar
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    Vor allem der Pragmatismus in der Form, wie ihn Dewey vertrat.Google Scholar
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    Zur Metonymie vom Ich und sein Gehirn siehe Popper/Eccles 2 /1982; zur Umstellung dieses Bildes in Das Gehirn und sein Ich Roth 4 /1996.Google Scholar
  14. 38.
    Carl Friedrich Von Weizsäcker 1992: 55.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Jensen Stefan

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