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Zusammenfassung

Die erste Frage, die sich ein Leser stellen sollte, wenn er ein Buch zur Hand nimmt, wäre vernünftigerweise die, ob es sich überhaupt lohne, dem Inhalt mehr als einen flüchtigen Blick zu widmen. Vorbemerkungen des Autors können dabei nur eine begrenzte Hilfe bieten, denn ihre Empfehlungen oder Warnungen folgen derselben Perspektive, aus der auch das Buch geschrieben wurde. Aber wenigstens bei den folgenden Fragen könnte der Autor helfen: welche Ziele hat er verfolgt, welchen Leser hat er sich vorgestellt?

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Literatur

  1. 8.
    Motiv einer verbreiteten Büchertragetasche; Heinrich Heine zugeschrieben.Google Scholar
  2. 9.
    Die Belehrungen, derer sich der Autor (trotz vieler Mahnungen seines hilfreichen Lektors) nicht enthalten konnte, finden sich nicht so sehr im Text als vielmehr in den gelehrten Fußnoten. Diese Fußnoten enthalten also nicht nur den sogenannten ‘Apparat’ in Gestalt der unentbehrlichen Literaturhinweise, sondern auch zahlreiche ‘hilfreiche’ Anmerkungen. Zu den Literaturhinweisen sei gesagt, daß grundsätzlich nur der Name des Autors und das Publikationsjahr derjenigen Ausgabe genannt werden, die der Autor in Händen hatte. Seitenangaben sind durch einen Doppelpunkt getrennt dahinter gesetzt. Die Standardform für einen Hinweis auf Seite 30 aus einem Buch von Talcott Parsons aus dem Jahre 1937 (The Structure of Social Action) wäre also «Parsons 1937:30». Gelegentlich wird auch das Jahr in eine Klammer gesetzt, hinter der dann die Seitenzahlen stehen, beispielsweise «Röd, Bd 1 (1994) 9–13». Oft sind Abkürzungen des Titels beigefügt, um leichter erkennbar zu machen, auf welchen Text Bezug genommen wird, insbesondere bei Luhmann, dessen Titel Die Wissenschaft der Gesellschaft als «Luhmann WiGe 1990a» zitiert wird. Einzelne Titel, die keine tiefere Verbindung mit dem Thema des Buches haben, sind mit den ausführlichen Angaben zitiert, aber nicht in das Verzeichnis der abgekürzt zitierten Literatur (am Ende des Bandes) aufgenommen.Google Scholar
  3. 10.
    Daraus ergibt sich eines der Ziele dieser Arbeit, denn wie Kant 1781 in einer Anmerkung zur Kritik der reinen Vernunft sagt, verhält es sich so, „daß der Unwissende keinen Begriff von der Unwissenheit haben kann. Ihn muß also das Bewußtsein seines Mangels von außen verschafft werden…“Kant bezieht sich auf den ‘Abgrund der Unwissenheit’, den die Astronomie aufgedeckt habe.Google Scholar
  4. 11.
    „Die Wahrheit wird Euch frei machen“ ist nicht nur eine biblische Verkündigung (Johannes 8/32), sondern auch das Motto der Universität Freiburg und, beiläufig erwähnt, auch der CIA.Google Scholar
  5. 12.
    Der „kurdländische Sumpf“ befindet sich als Landungsort des Sternforschers Ijon Tichy auf dem Planeten Entia, auf dem Tichy (das alter ego Stanislaw Lems) landet, um in einem Lokaltermin (so der Titel des Buches) die wahren Gegebenheiten dieses Planeten herauszufinden. Der „kurdländische Sumpf“erweist sich als passende Metapher für Erkenntnis, vgl. Lem 1987, Teil IV: 209ff.Google Scholar
  6. 13.
    Siehe «Solipsismus» in Ritter/Gründer (Hg.): Hist. Wb. Philos. 9 (1995) 1018–1023.Google Scholar
  7. 14.
    Die Menschheit im Ganzen ist der ‘ideelle Gesamtsolipsist’: die einzige Gesamtheit mit Bewußtsein im Universum — soweit wir wissen Google Scholar
  8. 15.
    So Albert 1971. Neuerdings wird auch von bootstrapping gesprochen, wobei man sich an den Schnürsenkeln (eigentlich den Schlaufen der Stiefelschäfte) aus dem Sumpf zieht. Dieses Bild hat seinen Ursprung im Bereich der Mikrophysik. Es stammt aus einem Aufsatz von Geoffrey F. Chew „Bootstrap— A Scientific Idea? Science 161 (1968) und wurde dann von einem zeitweiligen Mitarbeiter Chews, nämlich Fritjof Capra, philosophisch interpretiert und verbreitet (The Tao of Physics, Berkeley 1975, vgl. auch Capra: Über Auto-Organisation im nicht-lebenden Universum, in Guntern 1987: 21–70). Der bootstrap-mechanism soll erklären, wie es auf der untersten Teilchen-Ebene zur Bildung der elementaren Partikel kommt: Elementare Partikel sind aus sich selbst zusammengesetzt — ein Fall von Auto-Organisation oder Autopoiesis. Diese Erklärung bildet ein Gegenmodell gegen die ‘klassische’ Annahme Heisenbergs, es gebe eine Art Urmaterie (die entsprechenden Teilchen heißen ‘Ure’), welche die letzte Grundlage (oder den ‘Boden’) der Materie bilde. Eine Skizze der Idee gibt Mikio Namiki in Redder 1990: 29; eine philosophische Deutung Von Weizsäcker 1992; eine physikalische Kaku/Thompson 1995, eine populärwissenschaftliche Davies 1989.Google Scholar
  9. 16.
    Als Einführung in den Komplex Autopoiesis siehe Fischer 1993. Soziologischer, speziell auf Luhmann bezogen, Carsten Stark Autopoiesis und Integration, 1994. Es geht um autologische (selbstbezügliche, sich durch ihre eigenen Begriffe definierende) Konzepte.Google Scholar
  10. 17.
    Diese Forderung geht zurück auf die stoische Erkenntnislehre, im dritten Jahrhundert vor Christus. Eine konstruktivistische Stellungnahme dazu formuliert Luhmann WiGe, 1990a: 429f.Google Scholar
  11. 18.
    Oder vielleicht doch? Eine sorgfältigere Prüfung findet sich bei Stanislaw Lem Philosophie des Zufalls, siehe »Kumulation und irreversibler Fortschritt«, Bd. 1 (1983a) 385ff, Anmerkung 1.Google Scholar
  12. 19.
    Die Möglichkeit sicheren Wissens ist bereits von Xenophanes (in Elea /Unteritalien) im 6. Jahrhundert vor Christus bestritten worden. Es gibt kein sicheres Wissen (Röd Bd. I (1994) 50). Dasselbe wiederholen ausführlicher die pyrrhonischen Skeptiker im dritten vorchristlichen Jahrhundert gegen den metaphysischen Dogmatismus der Stoa und anderer Naturphilosophen (den Glauben an eine vernünftige Realität, die der rationalen Erkenntnis zugänglich ist). Sie fordern epoché- „Zurückhaltung des Urteils“; vgl. Röd, Bd. I (1994) 215f. Eine ausführliche Übersicht über diesen Zusammenhang gibt das Stichwort «Skepsis/Skeptizismus» in Ritter/Gründer (Hg.): Hist. Wb. Philos. 9 (1995) 938–974. Zum Problemkreis »Begründung« siehe W. Stegmüller Wissenschaftliche Erklärung und Begründung, Bd. I (1969); Kohler/Kuhlmann/Rohs (Hg.) Philosophie und Begründung 1987; aus konstruktivistischer Sicht J. Mittelstraß Die Möglichkeit von Wissenschaft, 1974, insbesondere Kap. 3: 56–83. Eine neue, elegante und geistreiche Darstellung der „paradoxen Operation Begründung“aus konstruktivistischer Sicht gibt Luhmann in Redder 1990: 119ff — siehe insbesondere S. 132f.Google Scholar
  13. 20.
    Jean Paul: „Er verbreitet darüber nicht so sehr Licht als sich selbst.“In: Johann Michael Sailer Die Weisheit auf der Gasse oder Sinn und Geist deutscher Sprichwörter. Frankfurt/M (Eichborn) 1996. Ein feiner Aphorismus zur Selbstbezüglichkeit: denn was verbreitet Wissenschaft anders als sich selbst?Google Scholar
  14. 21.
    Bis auf gewisse Überlegungen zur Theorie der Beobachtung, aber selbst diese Überlegungen fassen im wesentlichen nur zusammen, was in verschiedenen Veröffentlichungen diverser Autoren, wenn auch nicht in systematischer Form, unter wechselnden Gesichtspunkten bereits überlegt und formuliert worden istGoogle Scholar
  15. 22.
    Der neue Konstruktivismus, der in den siebziger Jahren aus den USA kam, bildet den Gegensatz zum älteren, geschichtlich schon bekannten Konstruktivismus in der europäischen Philosophie sowie dem Konstruktivismus der modernen Kunst.Google Scholar
  16. 23.
    Gemeint ist insbesondere die Quantenphysik — oder eher die Quantenphilosophie, die sich im Anschluß an die schwierige Physik verbreitet hat (welche im Grunde aus reiner Mathematik einerseits sowie der experimentellen Forschung in den berühmten Teilchenbeschleunigern besteht). Der Konstruktivismus beruht, wie sich zeigen wird, auf Annahmen, die weitestgehend auf der quantenphilosophischen Interpretation der Realität gründen, daß nämlich Realität nur das ist, was sich in der Anlage von wissenschaftlichen Experimenten zeigt. Über eine andere Art von Wirklichkeit können wir, wissenschaftlich gesehen, nichts wissen. Siehe dazu Ledermann/Teresi 1993 sowie Gribbin 3/1996.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Jensen Stefan

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