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Dekonstruktion: Die Welt als Text

  • Jensen Stefan

Übersicht

Der Zugang des Menschen zur Wirklichkeit ist begrenzt; sein vermeintliches Wissens über die Welt, in der zu leben glaubt, entnimmt er zum größten Teil der Kommunikation mit anderen, in neuerer Zeit indirekt -den Medien. Aber warum glaubt er dem System, das diese Informationen verbreitet? Wie lassen sich wahre von falschen Mitteilungen, wie läßt sich Wissenschaft von science fiction, Wahrheit von Lügen, die Theorie vom Roman, der Tatsachenbericht von figmenta poetica unterscheiden? Dazu diskutieren wir Möglichkeiten, die zeigen, daß es keine intrinsische (im Text, in den Bildern selbst liegende) Möglichkeit gibt, das empirisch ‘Wahre’ oder zumindest ‘Begründete’ vom ‘gut Erfundenen’ zu unterscheiden. Das gilt auch (oder insbesondere?) für die Wissenschaft. Dazu folgt eine Reihe von Beispielen, teils aus dem Bereich Wissenschaft, teils aus dem Bereich science fiction.

Dabei zeigt sich, daß alles, was wir beim Kontakt mit der vermeintlichen Realität erhalten, Daten sind, die unsere kognitiven Systeme selbst produzieren. Realität scheint aus Daten zusammengesetzt, die auf psychophysischer Ebene von unserem Gehirn, auf kultureller Ebene von der Gesellschaft selbst erzeugt sind. Wir befinden uns in einem informationell geschlossenen System ohne Kontakt zu einer äußeren Wirklichkeit. Ist Realität nur ein virtueller Cyberspace? Sowohl das Gehirn als auch die Gesellschaft sind Systeme, die selbstreferentiell die Realität erzeugen, die sie dafür halten. Kann Wissenschaft aus diesem geschlossenen Zusammenhang hinausführen?

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Literatur

  1. 203.
    Im Juli 1969 setzte Neil Alten Armstrong (*1930), amerikanischer Astronaut, als Kommandeur der Mondmission Apollo 11 als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond. Seine Begleiter bei der Mission waren Edwin Eugene Aldrin jun. und Michael Collins. 1971 wurde Armstrong Professor für Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnati. Der historische Flug von Apollo 11 wurde am 16. Juli gestartet. Nach Erreichen der Mondumlaufbahn stiegen Aldrin und Armstrong in die Mondkapsel um. Collins blieb auf der Mondumlaufbahn und steuerte die Kommando- und Servicekapsel. Am 20. Juli flog die Mondfähre zur Mondoberfläche hinunter und landete am Rand des mare Tranquillitatis. Einige Stunden später stieg Armstrong in seinem unförmigen Raumanzug die Leiter hinunter und betrat am 21. Juli um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) die Mondoberfläche mit den berühmten Worte: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“Aldrin folgte, die beiden Astronauten liefen mehr als zwei Stunden auf dem Mond umher, sammelten 21 Kilogramm an Bodenproben ein, photographierten und führten ein Windexperiment durch. Außerdem stellten sie einen Laserstrahlreflektor und eine seismische Versuchsanlage auf. Über Satellit verfolgten Millionen Menschen die Übertragung. Quelle Microsoft Encarta 1999.Google Scholar
  2. 204.
    Dazu Luhmann Realität der Massenmedien, 1996.Google Scholar
  3. 205.
    Dazu lesenswert Robert A. Wilson Die neue Inquisition, 1992.Google Scholar
  4. 206.
    Das ist vor allem das Thema von Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit, 18 1990; und Die erfundene Wirklichkeit, 7 1991.Google Scholar
  5. 207.
    Oder Wahrheit von Werbung, siehe Luhmann Massenmedien, 1996: Kap. 5, 7, 8.Google Scholar
  6. 208.
    So schon die These des Konventionalismus; siehe Stichwort in Ritter/Gründer (Hg.): Hist. Wb. Philos. 4 (1976) 1078–1079. „Konventionalismus ist die allgemeine Bezeichnung für jede Meinung, Welche die wissenschaftlichen Gesetze und Theorien als Konventionen in Abhängigkeit von der mehr oder weniger freien menschlichen Wahl zwischen alternativen Wegen der «Beschreibung» von Sachverhalten ansieht. Insbesondere ist der K. die Auffassung, daß in der Mathematik und den exakten Wissenschaften außer den empirischen Erkenntnissen a posteriori nicht synthetische Erkenntnisse a priori, sondern Konventionen eine Rolle spielen.“Die konventionalistische Auffassung wird meist am Beispiel der Geometrie erklärt: Läßt sich empirisch (durch physikalische Messung) bestimmen, ob auf der Erde die euklidische Geometrie richtig’ ist? Die Antwort lautet — Nein: Es ist Konvention, die nur auf der besonders guten ‘Passung’ (relativ zu anderen Operationen) dieser Annahme beruht. So auch die konstruktivistische Auffassung.Google Scholar
  7. 209.
    Übersetzung der englischen Fassung in der Festschrift From Einsteinian to Testan Universe. Google Scholar
  8. 210.
    SETI heißt Search for Extraterrestrian Intelligence. Eine Geschichte von SETI im Überblick gibt Davies 1998: 13ff. Statt vieler weiterer Veröffentlichungen dazu sei dem Leser der Beitrag von Stephen Jay Gould empfohlen: SETI und die Weisheit von Casey Stengel, in Gould 1995: 322–331.Google Scholar
  9. 211.
    Das Alter des Universums ist schwer zu bestimmen, weil die Expansions- oder Fluchtgeschwindigkeit nicht bekannt ist. Hubble entdeckte 1929, daß jede Galaxie sich von uns mit einer Geschwindigkeit entfernt, die ihrem Abstand zu uns proportional ist. Die Fluchtgeschwindigkeiten lassen sich messen, indem man die Absorptions- oder Spektrallinien in den Spektren von Galaxien ermittelt und dann die Verschiebung dieser Merkmale mißt. Die Linien sind rotverschoben. Heute sind mehr als vierzigtausend Galaxien auf Karten erfaßt. Aber das entspricht im Verhältnis zum sichtbaren Universum ungefähr dem Verhältnis des Saarlands zur gesamten Erdoberfläche. Hinzu kommt, daß die tatsächliche Entfernung der Galaxien nicht bekannt ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Entfernung einer Galaxie eindeutig zu bestimmen. Bei der empirischen Messung entfernter Objekte wechselt die Physik mehrfach ihre Instrumente und Maßstäbe. Die rechnerische Bestimmung hängt vom jeweiligen kosmologischen Modell, seinen Annahmen über die Größe des Alls (10 bis 12 — oder mehr? — Milliarden Lichtjahren) und der sogenannten Hubble-Konstante ab. Die Hubble-Konstante ist eine reine Schätzgröße für den Faktor des „Mehr“an Geschwindigkeit, mit dem sich entferntere Galaxien von näher gelegenen Galaxien entfernen. Je größer dieser Wert angenommen wird (und bislang ist seine Bestimmung eine reine Annahme), desto schneller expandiert das Universum. Man rechnet mit Werten zwischen 50 und 100 Km/sec. Die jeweilige Festsetzung hat weitgehende Folgen. Macht man den Wert der Hubble-Konstanten zu groß, wird das Universum ‘zu jung’ relativ zu den empirisch meßbaren Daten der Fossilien. Das Problem kannte bereits Einstein. Darauf ist hier nicht weiter einzugehen. Material dazu enthält beispielsweise der Band von Reinhard Breuer (Hg.) 1992; Weinberg 1977 oder (ausführlich) Davies 1997. Um nochmals den kritischen Punkt zu wiederholen: Eine zu hoch angesetzte Expansionsgeschwindigkeit hat zur Folge, daß die Zeit seit dem Urknall auf Werte verkürzt wird, die geringer sind als die Werte der ältesten bekannt Sterne, deren Alter mindestens bei 14 Milliarden Jahren liegt. Also kann das Universum im Ganzen nicht jünger sein. Aber bei jedem Wert über 50 für die Hubble-Konstante kommen diese beiden Bezugsgrößen in Konflikt; siehe Davies 1997: 180ff.Google Scholar
  10. 212.
    Der Satz stammt von Eco und bezieht sich (u.a.) auf Il nome della rose, 1980 (deutsch Der Name der Rose, 1982) und Il pendolo di Foucault, 1988 (deutsch Das Foucaultsche Pendel, 1989).Google Scholar
  11. 213.
    Der Konstruktivismus war nicht nur eine Strömung der Bildenden Kunst, sondern auch der Literatur, die allerdings eher unter dem Stichwort Futurismus bekannt ist. Diese hat ihren Ursprung in Italien, vor allem bei Marinetti, sowie in der Diskussion russischer Künstler Ende der 1920er Jahre. Der größere Teil dieser Art von konstruktivistischer Literatur widmete sich dem Thema der Technik und ihrer Verherrlichung. Auch in Deutschland gibt es dafür Beispiele (etwa Max Eyth). Aber es gibt zugleich eine Diskussion der Semantik und ihrer Funktion, also eine Rückbeziehung der ‘technischen Aspekte’ von Wirklichkeit auf sprachliche (semantische) Technik, mit der die Wirklichkeit repräsentiert wird.Google Scholar
  12. 214.
    Weitere Nachweise bei Kimmerle 1992: 15. Daraus ein Zitat: „Der Dekonstruktivismus, der im Anschluß an Derridas Denken in den Vereinigten Staaten von Amerika in einigen Departments of Literary Criticism entwickelt worden ist, stellt eine eigene Weiterbildimg Derridascher Denkmotive dar…“) und Anmerkung 3 dazu, in der die entsprechenden Namen genannt werden.Google Scholar
  13. 215.
    Der Ansatz geht tatsächlich auf Marcel Duchamp zurück, der ab 1913 Ready-mades (industrielle Konsumgegenstände) ausstellte und damit die schöpferische Leistung des Künstlers negierte; ‘Kunst entsteht im Blick des Betrachters’.Google Scholar
  14. 216.
    Ein beliebtes Thema; siehe dazu Ruth und Dieter Groh Weltbild und Naturaneignung. Zur Kulturgeschichte der Natur, (stw 939) 1991, insbesondere 93ff, 97ff sowie 109ff. Als Ergänzung zum Thema «Berge als Erfahrung der Natur» siehe auch Peter Gross: Himmelwärts. Die Eroberung der Alpen, in Sprondel (Hg.): Für Thomas Luckmann, Frankfurt/M (stw 1140) 1994: 356–380.Google Scholar
  15. 217.
    Zu «Struktur» siehe Ritter/ Gründer (Hg.): Hist. Wb. Philos. 10 (1998) 303–350. Unter soziologischen Aspekten hat sich intensiv mit dem Strukturbegriff auseinandersetzt Andreas Reckwitz 1997.Google Scholar
  16. 218.
    Norris/Benjamin Was ist Dekonstruktion, 1990: 7f.Google Scholar
  17. 219.
    Das war schon das Thema des mittelalterlichen Universalienstreits. Wie können wir Ausdrücke, die einen ‘wirklich existierenden Gegenstand’ bezeichnen, von Wortbildungen unterscheiden, die nur eine ‘gedankliche Konstruktion’ ausdrükken? Die Lösung des Nominalismus bestand darin, reale Referenz nur solchen Ausdrücken zuzubilligen, die konkrete, raum-zeitlich bestimmbare Gegenstände bezeichnen (konkrete Individuen). Das Gegenstück dazu bilden abstrakte Individuen (wie ‘die Wahrheit’, ‘die Geschichte’ oder ‘die Nation’). Existieren diese Gegenstände wirklich oder nur in mente — als geistige Konstruktion unserer Kultur?Google Scholar
  18. 220.
    Die mathematische Behandlung dieser Frage in der Dissertation De Broglies fand große Anerkennung bei der Kommission, keineswegs aber seine physikalischen Folgerung als Aussage über die Realität (die Deutung der Materie als Strahlung). Siehe dazu die Anmerkungen Einsteins in dem Sammelband von Schilpp 1978: 493ff; Zitat: „Das «Sein» ist immer etwas von uns gedanklich Konstruiertes, also von uns (im logischen Sinne) frei Gesetztes. Die Berechtigung solcher Setzungen liegt nicht in ihrer Ableitbarkeit aus dem Sinnlich-Gegebenen. Eine derartige Ableitbarkeit (im Sinne einer logischen Deduzierbarkeit) gibt es nie und nirgends, auch nicht in der Domäne des vorwissenschaftlichen L)enkens. Die Berechtigung der Setzung, die für uns das «Reale» repräsentieren, liegt allein in deren vollkommenerer oder unvollkommenerer Eignung, das Sinnlich-Gegebene intelligibel zu machen…“(S. 496).… „Das «Reale» in der Physik ist nach dem Gesagten als eine Art Programm aufzufassen, an welchem festzuhalten wir a priori allerdings nicht genötigt sind.“(S. 500).…Ich bin nicht in Kantscher Tradition aufgewachsen, sondern habe das Wertvolle, was neben heute offenbaren Irrtümern in seiner Lehre steckt, erst spät begriffen. Es steckt in dem Satze: “Das Wirkliche ist uns nicht gegeben, sondern aufgegeben (nach Art eines Rätsels).” Dies heißt doch: Es gibt eine begriffliche Konstruktion zur Erfassung des inter-Persönlichen, dessen Autorität sich einzig auf Bewährung gründet. Diese begriffliche Konstruktion bezieht sich eben auf das „Wirkliche“(per Definition), und jede weitere Frage über die „Natur des Wirklichen“scheint leer. “(S. 505).Google Scholar
  19. 221.
    A. A. Milne: Winnie-the-Pooh; London: Methuen, 1926. Dtsch. Pu der Bär. Zürich: Atrium, 1984; hier 37ff.Google Scholar
  20. 222.
    Siehe dazu Rusch Autopoiesis, Literatur, Wissenschaft, in Schmidt 1987: 374ff sowie die Beiträge in Rusch/Schmidt (Delfin) 1992 oder auch die Beiträge zur »Kunst« in Baecker u. a. (Hg.): Theorie als Passion, 1987: 137–237.Google Scholar
  21. 223.
    Eine Anspielung auf Wittgensteinex ungue leonem. Google Scholar
  22. 224.
    Watzlawick Die erfundene Wirklichkeit — Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? 1981 (71991). Ähnlich schon Watzlawick Wie wirklich ist die Wirklichkeit? (Treffender im amerikanischen Original: How Real is Real?) 1976. Siehe auch Von Foerster „Entdecken oder Erfinden — Wie läßt sich Verstehen verstehen?“in Gumin/ Meyer 1992: 41–88.Google Scholar
  23. 225.
    Sie geht ganz wesentlich zurück auf Berger/Luckmann Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, 1969.Google Scholar
  24. 226.
    Siehe dazu Glasersfeld 1996; Richards/Glasersfeld in Schmidt 1987: 192ff; Glasersfeld/Nikol in Schmidt 1987: 401ff. Aber es gibt daneben auch noch eine ganz andere Linie des Konstruktivismus, die an Hugo Dingler anknüpft und im naturwissenschaftlichen Bereich operiert. Zu Recht hat Peter Janich (in Schmidt 1992:28) gerügt, daß in Deutschland zum Thema Konstruktivismus „grob geschätzt, rund einhundert Bücher und rund eintausend wissenschaftliche Artikel erschienen“waren, die von den begeisterten Berichterstattern des neuesten amerikanischen Trends überhaupt nicht wahrgenommen wurden, als sie sich auf das Thema der ‘konstruierten Realität’ stürzten. Diese Kritik richtet sich vornehmlich an S. J. Schmidt, aber auch an Luhmann, der zwar den Anschluß an Maturana und Varela, nicht aber an Dingler, Lorenzen, Janich, Kambartel, Mittelstraß (und andere) hergestellt hat. Die erwähnte andere Linie ist die „Erlanger/Kons tanzer Schule“. Siehe dazu Peter Janich Der Radikale Konstruktivismus aus der Sicht des Erlanger Konstruktivismus, in Schmidt 1992: 24–41.Google Scholar
  25. 227.
    Mit ‘realistischer Einstellung’ ist hier die erkenntnistheoretische Position (also die Zugehörigkeit zum Realismus gegenüber anderen möglichen Positionen, wie bei-spielsweise dem Idealismus, gemeint. Siehe als einen der besten Vertreter beispielsweise Hilary Putnam Von einem realistischen Standpunkt, 1993.Google Scholar
  26. 228.
    Master’s Voice ist das berühmte Label einer Schallplattenfirma; daher auch der deutsche Titel Die Stimme des Herrn, Lem 1981b. Der Titel, unter dem Lem über das Projekt berichtet, ist nicht zufällig gewählt. Mit der „Stimme des Herrn“ist die Botschaft Gottes gemeint, die eine gläubigere Welt als die unsere in die Natur geschrieben sah. Lem bezieht sich auf den Bibliothekar LudwigXIII, Jakob Gafarelli, der (in der Tradition des Raymond Lull (Lullus) und der Metapher vom „Lesens im Buch der Natur“, vor allem von den Franzosen, namentlich dem gelehrten Utopisten Guillaume Postel, bestimmten Glaubens an das Hebräische als der Ursprache) meinte, Gott habe seine Botschaft in Gestalt der Sterne in hebräischen Buchstaben an den Himmel geschrieben; fände man nur die Anfangszeile, so könnte den Willen Gottes vom Himmel lesen. Der Hinweis auf Gafarelli findet sich bei Lem im Klappentext zu seinem Buch; die ausführliche Darstellung zur Vollkommenen Sprache und ihren Ursprüngen bei Eco 1994; zum Hinweis auf Guillaume Postel siehe EcoDie Suche nach der vollkommenen Sprache, München (Beck) 1994: 65ff, 86ff Der zuvor erwähnte Raymondo Llull (oder Raimundus Lullus, um 1233 bis 1315), war katalanischer Philosoph, Mystiker und Missionar, geboren in Palma (Mallorca) und einer der ersten Gelehrten in Europa, die das Studium der arabischen Sprache förderten. Zu diesem Zweck gründete er 1276 eine Lehranstalt für arabische Studien auf Mallorca. Lullus versuchte die Alleingültigkeit der christlichen Lehre wissenschaftlich zu beweisen und den arabischen Raum zu missionieren. Der Legende nach wurde er auf seiner dritten Missionsreise in Nordafrika während einer Predigt gegen den Islam gesteinigt. Sein wichtigstes Werk ist die Ars Magna, in dem er das Christentum gegen die Lehren des Averroes verteidigt. Durch Llulls literarisches Wirken stieg die katalanische Sprache endgültig in den Rang einer Literatursprache auf.Google Scholar
  27. 229.
    Tatsächlich wurde sie bereits 1955 von Emile Le Roux entdeckt und 1956 als Doktorarbeit publiziert, dann aber vergessen — auch von ihm selbst. Es fehlte wohl auch der Kontakt zwischen Franzosen und Amerikanern auf diesem Forschungsgebiet.Google Scholar
  28. 230.
    Ausführlich dazu Viktor F. Weisskopf Zur Entstehung des Universums, in Breuer 1993: 19ff. Vgl. auch die Einleitung von Breuer selbst. Zu den „ersten drei Minuten“siehe Weinberg 1977.Google Scholar
  29. 231.
    Die ‘direkte’ Strahlung aus dem Urknall kann uns nicht erreichen, weil die Materie bei dieser Temperatur für Strahlung (Photonen) undurchlässig ist. Siehe dazu die Beiträge von Weisskopf (S. 19) und Schramm (S. 81) in Breuer 1993.Google Scholar
  30. 232.
    Das kann aber auch an der Persönlichkeit Gamovs liegen, der zur Physik grundsätzlich eine humorvolle Einstellung hatte; siehe Gamov Mr. Tompkins’ seltsame Reisen durch Kosmos und Mikrokosmos, 1980.Google Scholar
  31. 233.
    Quelle Coveney/Highfield 1992: 123. Auch die erwähnte Entdeckung der ‘Hintergrundstrahlung’ wird an dieser Stelle dargestellt. Zu ‘Einsteins größtem Fehler’ (den er selbst als ‘Eselei’ bezeichnet) siehe auch Clark 1984: 266–271; Pais 1982: 287 mit einem kurzen Hinweis; Sten Odenwald Einsteins Eselei, in Breuer 1993: 194ff; George Edward Lemaitre Die kosmologische Konstante, in Schilpp 1979: 312–327 sowie die Anmerkungen Einsteins dazu S. 508f.Google Scholar
  32. 234.
    Die elektrische Ameise. In Die besten Stories von Philip K. Dick. München (Moewig) 1981:329–352Google Scholar
  33. 235.
    Derselbe Fall wie Alice im Wunderland. Sie ist ein Element im Traum des ‘schnarchenden Königs’. Weckt sie ihn, löst sich ihre Existenz auf. Lewis Carroll Alice in Wonderland, dtsch. Alice im Wunderland, Bayreuth: Loewe 2 /1984.Google Scholar
  34. 236.
    Anselm Strauss Spiegel und Masken, 1968.Google Scholar
  35. 237.
    siehe Roth Das Gehirn und seine Wirklichkeit, 4 /1996; ders. Erkenntnis und Realität: Das reale Gehirn und seine Wirklichkeit, in S.J. Schmidt (Hg.) 1987: 229–255, sowie Roth/Schwegler, Kognitive Referenz und Selbstreferentialität des Gehirns. Ein Beitrag zur Klärung des Verhältnisses zwischen Erkenntnistheorie und Hirnforschung, in Sandkühler (Hg.) 1992: 105–118 und dazu die anschließenden Kommentare von Tetens, Boenke, Läsker, S. 119–136.Google Scholar
  36. 238.
    Roth nennt es das ‘reale Gehirn’, weil er Ausdrücke wie Wirklichkeit’ und ‘Realität’ anders verwendet als es hier geschieht. ‘Realität’ ist bei Roth die apriorische Wirklichkeit, die es unabhängig von jedem Beobachtergibt; ‘Wirklichkeit’ ist die Menge der in unserem Denken und Handeln wirkenden Gegebenheiten. Dagegen ist in diesem Bericht ‘Wirklichkeit’ eine metaphysische Vorstellung und ‘Realität’ was, in der Beobachtung als solche erscheint.Google Scholar
  37. 239.
    In deutscher Sprache bei Suhrkamp in der Phantastischen Bibliothek, Bd. Nr. 440, 732, 773Google Scholar
  38. 240.
    Im Original The Three stigmatas of Palmer Eldritch. Ein Stigma ist ursprünglich das Brandmal, mit denen man Sklaven kennzeichnete; in den christlichen Lehre sind Stigmen die Wundmale Christi. Damit deutet sich an, daß Palmer Eldritch als religiöse Figur, als Gottheit verstanden werden muß. Tatsächlich erweist sich diese dunkle und bedrohliche Figur als alles, was ist. Alle Mensch, alle Dinge, die im Roman vorkommen, sind Palmer Eldritch. Google Scholar
  39. 241.
    Chew that, „Kau-es“mit sprachlichen Anspielungen auf „chooses“, die „Wähler“aber auch „Erwählte“sein können; Chewzer sind in dem doppeldeutigen Lautsinn auch Chooser, also Sucher, Wählende und Erwählte einer höheren Realität.Google Scholar
  40. 242.
    Lem Der futurologische Kongreß, Frankfurt/M (Insel) 1972.Google Scholar
  41. 243.
    Siehe dazu Roth, A Braucht die Hirnforschung die Philosophie? S. J. Schmidt: Chimäre Neurophilosophie oder. Gehirn und Kultur, beide in Fedrowitz/Matejovski/Kaiser (Hg.) 1994: 60–92Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1999

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  • Jensen Stefan

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