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Politikverflechtung und Machtverteilung in Deutschland

  • Reinhard Zintl
Part of the Politische Vierteljahresschrift Sonderheft book series (PVS, volume 30)

Zusammenfassung

Als Politikverflechtung bezeichnet man allgemein den Tatbestand, daß mehrere politische Gemeinwesen, die je unabhängig voneinander einen politischen Willen bilden, Kompetenzen gemeinsam ausüben, ohne dadurch zu einem homogenen Gebilde zu verschmelzen. Die Verflechtung kann darin bestehen, daß die beteiligten Gemeinwesen in bestimmten Angelegenheiten nur dann überhaupt zu Entscheidungen finden können, wenn sie sich einigen. Sie kann auch darin bestehen, daß sie zwar jeweils autonom entscheiden können, sich das aber nur auf einen Aspekt einer sie gemeinsam angehenden Angelegenheit erstreckt — so etwa, wenn das eine Gemeinwesen Gesetze zu geben befugt ist, sie aber nicht selbst vollziehen kann, während das andere Gemeinwesen auf die Gesetzgebung keinen oder nur beschränkten Einfluß hat, jedoch die Gesetze selbständig, nach eigener politischer Entscheidung, in konkrete Maßnahmen umsetzt.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Reinhard Zintl

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