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Nukleare Energie

  • Wilhelm T. Hering
Part of the Teubner Studienbücher Physik book series (TSBP)

Zusammenfassung

Die Kernspaltung als Quelle kontrollierter oder unkontrollierter Nuklearenergie in der Form von Reaktoren bzw. Bomben ist dem Bewußtsein der breiten Öffentlichkeit als einzige Anwendung der Kernphysik geläufig. Wir haben bereits in den bisherigen Kapiteln gesehen, wie falsch dies ist. Zudem ist die der Nuklearenergie zugrunde liegende Physik der Kernspaltung schon vergleichweise „alt“, da sie sich seit etwa 1950 nicht mehr wesentlich verändert hat, obwohl die Technologie der Reaktoren in den folgenden Jahrzehnten ständig verbessert wurde und die Militärtechnologie der Bombenentwicklung sogar ein wesentlicher Grund für die umfangreiche Förderung war, die die Kernphysik in der Zeit des kalten Krieges erfahren hat. Im Gegensatz dazu hat die physikalische Grundlagenforschung die Atomkerne von Anbeginn als einzigartiges quantenmechanisches System endlich vieler Teilchen mit großer Dichte und starker Wechselwirkung untersucht und tut dies heute noch. Dabei hat sie eine reiche Ernte von fundamentalen Erkenntnissen erbracht, deren technologische Anwendungsmöglichkeit generell bisher nicht erkennbar ist, deren erkenntnistheoretischer Gewinn aber sehr schwer wiegt und weit über die Kernphysik hinausreicht. Insofern hat die kernphysikalische Grundlagenforschung auch gegenwärtig große „Anwendungsrelevanz“, allerdings in einem Sinne, der in dieser Darstellung von sekundärer Bedeutung bleiben muß.

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Copyright information

© B. G. Teubner Stuttgart · Leipzig 1999

Authors and Affiliations

  • Wilhelm T. Hering
    • 1
  1. 1.Universität MünchenDeutschland

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