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Generation 3 (Fortsetzung)

Chapter
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Part of the TRACE Transmission in Rhetorics, Arts and Cultural Evolution book series (TRACE)

Auszug

Adolf Hitler entdeckte eine wichtige Eigenschaft der Kunstausstellung: Es war die antizipierte Vertikalität. Er ließ das „Haus der deutschen Kunst“ bauen. Die monumentalen und pseudosakralen Eigenschaften dieses Gebäudes erzeugten den benötigten Publikumseffekt der selektiven Aufmerksamkeit. Hitler ging dann einen Schritt weiter. Er ließ Gemäldeserien von politisch protegierten Malern im „Haus der deutschen Kunst“ ausstellen. Alle Werke waren datiert und signiert. Er garantierte dann, dass einige Gemälde aus jeder Serie für immer im Staatsbesitz bleiben sollten. Dadurch antizipierte er den Transzendentalisierungseffekt. Denn Transzendentalisierung wird ja unter anderem durch die Generationenfolge erzeugt. Plötzlich handelte es sich um die Generationenfolgen der Zukunft. Die nicht für immer im Staatsbesitz verbleibenden Werke der Serien wurden zu erschwinglichen Preisen verkauft. Jeder Käufer erhielt auf diese Weise die Garantie, dass er ein Kunstwerk mit nach Hause nahm, das Ewigkeitswert besaß, weil es das Äquivalent einer Werkserie war, von der andere Objekte für würdig befunden wurden, in die der Zeit enthobenen Regionen des Kunst-Pantheons einzugehen.

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Bibliographie

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    siehe dazu: Brock, B.: „Der verbotene Ernstfall“, in: Der Barbar als Kulturheld, Gesammelte Schriften 1991–2002, Köln: Dumont Verlag, 2002. Gelegentlich eines Documenta-Vortrags prägte Brock den Begriff „der verbotene Ernstfall“. Er meinte damit nicht nur den militärischen Ausnahmezustand. Hier sei daran erinnert, dass die Naziregierung mit Hilfe der Ermächtigungsgesetze den Ausnahmezustand zur Dauereinrichtung gemacht hatte. Brock äußerte in seinem Dokumenta-Vortrag die Vermutung, zwischen gefährlichen Ausnahmezuständen und Kunst gebe es einen Zusammenhang.Google Scholar
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© Springer-Verlag/Wien 2008

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