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Muttertag

Chapter
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Auszug

Langsam zog der Morgen herauf. Vivian liebte den Anblick, der sich ihr um sechs Uhr früh bei der U-Bahn-Station bot. Träge floss die Donau in dem ihr aufgezwungenen Bett. Der Donauturm reckte seine blinkende Spitze in den Himmel, die Silhouette der Donauinsel und der Häuser von Floridsdorf begann sich gegen die zunehmende Helligkeit des Himmels abzuzeichnen. Diese Eindrücke nahm Vivian dankbar in sich auf und tankte dabei Kraft für die Anforderungen des kommenden Tages. In der U-Bahn roch es nach verschiedenen Parfüms. Auf dem dunkelgrauen Gummibelag des Bodens breitete sich eine klebrige Pfütze aus. Werbeplakate schrien von den Wänden oberhalb der Fenster. Vor dem Benützen des Verkehrsmittels ohne gültigen Fahrschein wurde mit leidlich lustigen Sprüchen gewarnt. Neben der Eingangstüre saß ein vergammelter Strotter mit wirrem, dreckigem Haar. Die Nägel seiner um nichts weniger schmutzigen Hände wiesen einen schwarzen „Trauerrand“ auf. Der passte nur zu gut zu dieser insgesamt traurigen Erscheinung. Seine Jacke von undefinierbarer Farbe zierten verschiedene Flecken. Die Hose war in Gesäßhöhe nass.

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© Springer-Verlag/Wien 2007

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