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Die schweizerischen Gefässformen der späten Bronzezeit, ihre Entwicklung und Verbreitung

  • Emil Vogt
Chapter
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Part of the Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft book series (DSANW, volume 66)

Zusammenfassung

Bei den Schwierigkeiten, die uns das zu behandelnde Gebiet entgegenstellt, müssen wir uns vor allem klar sein über die Arbeitsmethode. Zu Grunde müssen wir einheitliche Fundkomplexe legen, über deren Charakter ich hier wohl nichts mehr zu sagen brauche. Sie sind jedoch in der Schweiz nur in geringer Anzahl vorhanden und wir müssen ihre Zahl zu vergrössern suchen durch Beiziehung von solchen ausserhalb der Schweiz, aber aus gleichem Kulturgebiet. Letztere lassen sich auf rein vergleichendem typologischem Wege feststellen, wie ich im folgenden zur Genüge zu zeigen Gelegenheit haben werde. Die Umstände wollen es, dass in einem Teil des Umlandes einheitliche Fundkomplexe viel häufiger sind als in der Schweiz, so speziell die Gräber. (Vgl. Kapitel I). Gelingt es uns, festzustellen, dass die Kultur der späten Bronzezeit der Schweiz über die heutigen Grenzen dieses Gebietes hinausgreift, so dürfen wir die in den entsprechenden ausländischen Gebieten erhaltenen Resultate auf die Schweiz übertragen, resp. ihre Allgemeinerscheinungen verwerten, natürlich mit der gebotenen Vorsicht, da oft mit regionalen Besonderheiten zu rechnen ist, besonders wenn innerhalb einer Kultur eine längere Entwicklung ohne Wechsel des Gebietes festgestellt werden kann. Grundlegende Bedeutung für die Chronologie haben Siedlungen mit mehreren stratigraphisch einwandfreien (Schichten oder Grabhügel mit mehreren Bestattungen, bei denen aber nur die seltenen Fälle mit senkrechter Überlagerung oder mit Überschneidung verwertbar sind, also ziemlich seltene Vorkommnisse. Die schweizerische Keramik, die zur Untersuchung vorliegt, stammt nun fast ausschliesslich aus Siedlungen und zwar aus solchen mit vermischtem Material aus mehreren Perioden. Es müssen uns daher verschiedentlich Formen begegnen, die weder mit in- noch ausländischen Grabgefässen direkt zu belegen sind. Sie müssen wir durch Typologie auf Grund von Ornamentik oder Gefässgliederung in unser Schema einzuordnen versuchen. Selbstverständlich ist es auch auf diese Weise heute noch nicht möglich, von jedem Gefäss zu sagen, in welche Stufe oder Gruppe es gehört. Dies ist auch nicht das Ziel unserer Untersuchung und kann es heute auch noch nicht sein. Es soll uns genügen, wenn wir zeigen können, dass sich in diesem Gewirr von Gefässen und Ornamenten einer längeren Zeitstufe einige Richtlinien festlegen lassen. Die Fragen, die uns das Material weiter stellt, sind noch sehr zahlreich und sind vor einer intensiveren Bodenforschung nicht zu beantworten. Auch sonst ist es natürlich möglich, dass dieses oder jenes Gefäss, das ich anführe, später einmal etwas anders zu datieren sein wird, das liegt im Charakter des Materials, und die Erfahrung wird erst zeigen, ob sich die Resultate dieser Arbeit bestätigen. Ich kann mich leider nicht auf grössere Vorarbeiten stützen, die das schweizerische Material betreffen. Erst Kraft hat in jüngster Zeit in seiner Arbeit über die Bronzezeit der Schweiz einige Fragen in grösserem Rahmen berührt, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Ich kann mich aber dem Grossteil seiner Ausführungen anschliessen. Die schweizerischen Forscher, die sich mit diesem Gebiet beschäftigen, haben leider oft das Ausland zu wenig berücksichtigt, wodurch ihnen manche Erleichterung versagt blieb. Es ist aber hervorzuheben, dass auch in jüngster Zeit von ausländischen Autoren in Arbeiten über das in Frage stehende Gebiet Ansichten vertreten wurden, die sich mit dem Tatbestand, wie ihn das Fundmaterial aufweist, schlechterdings nicht vertragen. Schuld daran trägt natürlich auch die Tatsache, dass von den enorm zahlreichen Funden nur ein kleiner Bruchteil in älteren Publikationen veröffentlicht ist, die Metallgegenstände zwar meist sehr gut, die Keramik aber oft sehr mangelhaft. Seit jenen Publikationen ist wieder viel neues Material gesammelt worden, deren Studium nur in den Museen möglich ist. Unter solchen Umständen muss man sich wundern, wie heute immer wieder in manchen Fragen über die Pfahlbauten gesprochen werden kann auf Grund dieser Publikationen. Die Ansichten gehen infolgedessen oft auch ziemlich stark auseinander. Ich hoffe deshalb allein schon durch die Verwertung von möglichst viel Gefässen der Forschung einen Dienst zu erweisen.

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Notes

Copyright information

© Springer Basel AG 1930

Authors and Affiliations

  • Emil Vogt
    • 1
  1. 1.BaselSchweiz

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