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Die spätbronzezeitlichen Kulturen des Umlandes und ihre Chronologie

  • Emil Vogt
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Part of the Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft book series (DSANW, volume 66)

Zusammenfassung

Als das Ende der reinen Bronzezeit wird nach süddeutscher Terminologie die Stufe D Reineckes bezeichnet. Reinecke beschrieb die wichtigsten Typen dieser Stufe in AuhV V Tafel 38—39 und S. 205 ff. Er legt darin die Funde aus den oberbayrischen Grabhügeln zugrunde. Als besonders wichtig sind zu nennen das Vollgriffschwert mit ovalem Querschnitt, das Messer mit Grifflappen mit 1 bis 2 Nieten, Nadeln mit grossem Vasenkopf, mit Kugelkopf und geripptem Hals, sowie kräftige quergerippte Armringe. Bronzen dieser Form sind weit verbreitet; besonders die genannten Ringe und Messer begegnen uns bis in die Schweiz, Niederösterreich und weiter. Die Gräber dieser Stufe sind zahlreich und nach ihrem weiteren Inhalt lässt sich der Formenkreis noch stark vermehren. Ich möchte als weit verbreitete Form nur das zweischneidige Rasiermesser ohne oder mit nur schwachem Ausschnitt nennen. Die in Oberbayern zu diesen Bronzen gehörige Keramik ist sehr charakteristisch: An die Spitze zu stellen ist ein Gefäss mit kugeligem oft gedrücktem Bauch und ziemlich hohem geschweiftem Hals (z. B. Uffing Hügel 4, Riegsee Gruppe XIII Hügel 26). Im Halsknick sitzen oft kleine in der Mitte stark eingezogene Henkelchen. Die Gefässe von Uffing zeigen einen Bauch, der etwa im unteren Drittel einen scharfen Knick besitzt, unter dem sich die Wand rasch dem Boden zu zusammenzieht. Man könnte diese für die Stufe D sehr wichtige Erscheinung «überhängenden Bauch» nennen. An Verzierungen ist besonders die flache senkrechte Kannelüre beliebt, die am Halsknick oder auf der Schulter beginnt. Dazu kommt der gekerbte Schulterwulst (Uffing Gruppe Va Hügel 3, kombiniert mit senkrechter Kannelierung). Dazu kommen Vollbuckel, hängende langgezogene schraffierte Dreiecke usf. Die weiteren Gefässformen sind für uns von nicht besonderer Bedeutung. Vergleiche zu dieser Gruppe die unter Oesterreich behandelten Gräber von Nöfing mit genau den gleichen Ornamenten und (z. T.) Formen.

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Notes

Copyright information

© Springer Basel AG 1930

Authors and Affiliations

  • Emil Vogt
    • 1
  1. 1.BaselSchweiz

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