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Die Stilfrage

  • Rolf Brönnimann

Zusammenfassung

Das zentrale Problem des Historismus war die Stilfrage, so seltsam uns das heute anmuten mag. Verschiedene Architekten und Architekturtheoretiker wie zum Beispiel Heinrich Hübsch und Gottfried Semper handelten darüber. Dem kunsthistorischen Laien mag die Baukunst des Historismus als eine Sammlung von Bauten im Gewand zufällig gewählter historischer Stile erscheinen. Tatsächlich aber erfolgte die Wahl eines bestimmten Stiles für ein Gebäude in den seltensten Fällen willkürlich, sondern nach bestimmten Kriterien, auf die später eingegangen werden soll. Auch war die Abfolge der Stile anfänglich chronologisch. Das wilde Durch- und Nebeneinander der Stile ist kennzeichnend für die Spätzeit des Historismus. Eingeleitet wurde der Historismus durch die Neogotik, und zwar in England. Es handelte sich dabei nicht um eine eigentliche Wiedergeburt, sondern eher um ein Wiederaufflammen einer Geistes- und Stilrichtung, die nie ganz erloschen war. Von England direkt oder über Deutschland gelangte die Neogotik auch nach Basel. Hier wie auch an andern Orten wurde der Stil ab 1820 als christlich und daher für Sakralbauten als der einzig richtige bezeichnet. Es blieb eine Streitfrage, ob die Katholiken oder die Reformierten mehr das Recht hätten, die Gotik für ihre Gotteshäuser zu beanspruchen. In Basel jedenfalls war man sich beim Bau der Elisabethenkirche einig, dass nur der gotische Stil in Frage komme. Das gleiche galt selbstverständlich auch für Pfarrhäuser jener Zeit. Das Pfarrhelferhaus St.

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© Springer Basel AG 1982

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  • Rolf Brönnimann

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