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Vom Weiherhaus zur Fabrikantenvilla

  • Rolf Brönnimann

Zusammenfassung

Je nach Epoche besitzt der Begriff Villa eine verschiedene Bedeutung. Sowohl in römischer Zeit als auch in der Renaissance war eine Villa ein Herrschaftshaus auf einem landwirtschaftlichen Gutsbetrieb. Als Venedig im 16. Jahrhundert von der Terraferma Besitz ergriff, entstand ein Villentyp, der für ganz Europa und die Neue Welt bis weit ins 19. Jahrhundert zum Vorbild wurde. In diesem Zusammenhang muss Andrea Palladio als glanzvollster und begabtester Villenarchitekt erwähnt werden. In seiner Nachfolge entstand eine eigentliche Schule, die man auch als Palladianismus zu bezeichnen pflegt und die vor allem in England und Amerika wirksam wurde. Auch in Basel wurde es im 15. und 16. Jahrhundert Mode, Landgüter vor der Stadt zu erwerben. Ihre Herrschaftshäuser standen meist in Weihern und waren durch Zinnenmauern gesichert und — mehr noch — aufgeputzt. Das Thomas Platterhaus im Gundeldingerquartier war ursprünglich ein solches Weiherhaus. Im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert entstand ein neuer Typ von Landhaus. Unter dem Einfluss Frankreichs wurden jene geometrischen Anlagen geschaffen, bei denen Park und Gebäude eine untrennbare Einheit bilden. Mittelpunkt einer solchen Anlage war das Le Grand’sche Landhaus in Riehen. Im 18. Jahrhundert entstanden dann vor allem an der Landstrasse von Basel nach Riehen die eleganten Sommersitze im Stil Louis XV., bei denen Herrschaftshaus und Nebengebäude architektonisch aufeinander abgestimmt und symmetrisch ausgerichtet waren. Das Haus «Zur Sandgrube» an der Riehenstrasse und das De Bary’sche Landhaus in Riehen sind die schönsten noch erhaltenen Beispiele jener Baugesinnung. Mit der französischen Revolution kam die Bautätigkeit in Basel für zirka ein halbes Jahrhundert zum Erliegen.

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© Springer Basel AG 1982

Authors and Affiliations

  • Rolf Brönnimann

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