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Samaria Mishara

Vom ‹schönen Essen› bei den Yagua am oberen Amazonas
  • Annemarie Seiler-Baldinger
Part of the Mensch, Kultur, Umwelt book series (MKU, volume 1)

Zusammenfassung

Es ist kurz vor 5 Uhr früh. Nebelschwaden liegen über Wald und Fluß. Man fröstelt in den netzartigen Hängematten. Ein Kind hustet. Elisa wirft einen prüfenden Blick auf die Feuerstelle, die sie nachts zuvor sorgfältig mit Asche zugedeckt hat. Sie greift von der schaukelnden Schlafstelle aus zum Feuerfächer aus Hokkofedern und facht die Glut etwas an. Schließlich steht sie auf, schiebt das sternförmig ausgelegte Feuerholz nach, so daß die Scheite zu glimmen beginnen. Dann ergreift sie den Aluminiumkessel und macht sich auf den Weg zur Wasserstelle. Der Buschpfad ist steil und glitschig. Nach fünf, zehn Minuten ist Elisa an der klaren ‹quebrada›, so nennt man die kleinen Flußläufe im Amazonas-Hinterland, angelangt. Mit einem geschickten Ruck füllt sie den Kessel randvoll. Rauf geht’s wieder, sicheren Schrittes, über Wurzeln und Baumstämme. Die Geräusche des nächtlichen Waldes sind verstummt. Das große Haus erwacht allmählich zu einem neuen Tag. Andere Frauen haben Wasser geholt, blasen ihr Feuer an. Die Kinder balgen sich in den Hängematten. Es wird gelacht und geschwatzt. Einige junge Männer sind bereits zur Jagd aufgebrochen, das lange Blasrohr geschultert, den ersten Pfeil schußbereit hinters Ohr gesteckt. Rosimira, Elisas Tochter, bereitet ihrer Familie den Frühstückstrunk, warmen, fruchtigen Bananensaft, den sie in Kalebassen ausschenkt (siehe Rezept Bananentrunk).

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© Springer Basel AG 1986

Authors and Affiliations

  • Annemarie Seiler-Baldinger

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