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Die Gefühle pp 223-248 | Cite as

Soziales Bindungsgefühl

  • Wolfgang Rost
Part of the Leben und Gesundheit book series (LG)

Zusammenfassung

Wenn ich etwas aus dem Griechisch-Unterricht in der Schule mitgenommen habe, dann dies, daß der Mensch nach Aussagen der alten Griechen ein «zoon politicon» sei — nicht etwa ein politisches Lebewesen, wie wir es heute formulieren würden, sondern ein soziales, geselliges «Tier», das wohl aus diesem Bindungsgefühl oder sozialen Bedürfnis heraus sich den Selektionsvorteil des «In-Gruppen-Jagens» ergattert hat und damit anderen diverse Leckerbissen vor der Nase wegschnappen konnte (sehr zur Freude von Amor, der mit dieser guten Verpflegung die Nachkommenschaft anwachsen ließ!). Über 2000 Jahre später zählte denn auch Murray (1938) das Bedürfnis nach sozialem Anschluß (affiliation) zu den 20 psychogenen Bedürfnissen, und Maslow (1954, zit. n. Euler/Mandl) siedelte dieses Bedürfnis in seiner Hierarchie gleich hinter den physiologischen Grundbedürfnissen (Essen, Trinken, Wärme etc.) an als die nächste Stufe auf dem Weg zu Selbstachtung und Selbstverwirklichung. Auch dieses Bedürfnis ist heute ausgesprochen in Vergessenheit geraten — Selbstverwirklichung spielt sich, wenn man 90% der Psychotherapeuten glauben darf, ausschließlich in der Enklave einer Klinik oder eines Behandlungszimmers und darüber hinaus allenfalls in der Einsamkeit ab, «wo man zu sich selber findet» — um Gottes willen aber nicht im sozialen Kontext!

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Copyright information

© Springer Basel AG 1987

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Rost

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