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Goldmünzen

  • Hasso Moesta
  • Peter Robert Franke
Chapter

Zusammenfassung

Goldmünzen, Münzen aus reinem oder gering legiertem Gold, sind wohl ebenso wie die Elektron-Münzen, zuerst in Lydien geprägt worden. Gold und Elektron werden im Schrifttum häufig nicht sauber unterschieden. Reines Gold war in der griechischen Welt verhältnismäßig rar, auch wenn Homer (Ilias VI, 234) berichtet, Glaukos habe seine goldenen Waffen im Wert von 100 Stieren gegen eherne des Diomedes im Wert von nur 9 Stieren getauscht. Es kam vorwiegend als Geschenk fremder Fürsten wie Gyges oder Kroisos ins Land und wurde in Form von Weihegeschenken in den Tempeln verwahrt.1 Noch in der klassischen Zeit wurden solche Goldvorräte nur aus Not zu Münzen geprägt. Erst in der militärisch und politisch verzweifelten Lage Athens 407/406 v. Chr. prägte man aus rund 420 Kilogramm Gold des Tempelschatzes etwa 100.000 Drachmen, von denen noch 26 erhalten sind.2

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Anmerkungen und Quellen

  1. 1.
    Nach Herodot [I, 14. 50] stiftete König Gyges von Lydien goldene Weihgeschenke im Gewicht von ca. 785 kg, Kroisos von ca. 745 kg Gold nach Delphi, letzterer zusätzlich 2960 kg Elektron. Nach Plinius [33, 83] setzte sich der Philosoph Gorgias als erster unter den Menschen (wohl auch als letzter der Philosophen, wie die Autoren meinen) eine aus massivem Gold gefertigte Statue im Tempel zu Delphi, wohl um 420 v. Chr. So groß war, fügt Plinius hinzu, damals der Gewinn vom Unterricht in der Beredsamkeit. Der 478 v. Chr. von Gelon von Syrakus gesandte Dreifuß wog 16 Talente, ca. 420 kg (Diod. 11, 26,7).Google Scholar
  2. 2.
    40 Talente dieses Goldes gehörten zum abnehmbaren Schmuck der Athena Parthenos-Statue des Phidias (um 438 v. Chr.), der jährlich nachgewogen wurde, vgl. Thukidides [2, 13, 5]; Inscriptiones Graecae II/III2,1407,5. Von jeweils 7–10.000 Münzen blieb demnach nur eine einzige erhalten.Google Scholar
  3. 3.
    Die Gruben im Pangeion sollen, wenigstens zu Anfang, Gold im Werte von 1000 Silbertalenten jährlich geliefert haben, also rund 2,09 Tonnen. Daraus hätten sich über 240.000 jener goldenen «Philippeioi» prägen lassen, die so oft zur Bestechung von Politikern verwendet worden sind.Google Scholar
  4. 4.
    Diodor [16, 8, 7]Google Scholar
  5. 5.
    Nach den sich ergänzenden Nachrichten antiker Autoren fand Alexander mehr als 180.000 Talente an Edelmetallen in den persischen Schatzhäusern vor, rund 4715 Tonnen, etwa ein Drittel der Weltjahresproduktion von 1987. Hinzu kamen bis zu seinem Tode 323 v. Chr. jährlich 30.000 Talente = 786 Tonnen. Nach Price, 1991, S. 25f. beliefen sich die Kosten für das makedonische Heer auf etwa 20 Talente = 30.500 Tetradrachmen täglich. Nach der Eroberung von Persepolis gab Alexander jedem Makedonen, der bei ihm blieb und nicht nach Hause zurückkehrte, ein Geschenk von 3 Talenten = 4150 Tetradrachmen. Ein Lehrer verdiente damals etwa 100 bis 120 Tetradrachmen im Jahr.Google Scholar
  6. 6.
    vgl. Price, 1991, S. 66f., der über 7000 Münzen Alexanders aufgearbeitet hat, davon allein 3500 im Britischen Museum. Mit schätzungsweise 2800 Vorderstempeln, von denen 1800 noch nachweisbar sind, geht er allein von 55 Millionen geprägter Drachmen aus. Die Zahl der Tetradrachmen liegt höher, etwa bei 450 Millionen.Google Scholar
  7. 7.
    Diese Methode ist, nach vielen Vorläufern, besonders von W.A. Oddy in zahlreichen Arbeiten zu einer verläßlichen numismatischen Analytik ausgebaut worden (siehe z.B. Oddy, 1972).Google Scholar
  8. 8.
    «Beschädigungslos» bedeutet immer, daß die Untersuchung auf die Oberfläche beschränkt ist. Seigerungen können hier bei gegossenen oder geschmolzenen Rohlingen sehr große Verschiebungen der Gehalte gegenüber dem Durchschnittsgehalt ergeben.Google Scholar
  9. 9.
    Healy und Darling, 1971, haben wohl als erste diese Methode auf griechische Elektron-Münzen angewendet.Google Scholar
  10. 10.
    Gordus, 1972, 1980Google Scholar
  11. 11.
    Cope, 1972, RIC2 Nr. 52 mit Abb. Taf. 18; Vs: NERO CAESAR AVGVSTVS, belorbeerter Kopf mit Bart rechts. Rs: IVPITER CVSTOS, thronender Jupiter mit Blitz und langem Zepter links. Gewicht 6,775 g, aber beschädigt durch erheblichen Abrieb auf der Rückseite.Google Scholar
  12. 12.
    Pink, 19732;Göbl, 1973Google Scholar
  13. 13.
    Hartmann, 1976Google Scholar
  14. 14.
    Paulsen, 19732 Google Scholar
  15. 15.
    Gordus und Metcalf, 1980Google Scholar
  16. 16.
    Darling und Healy, 1971Google Scholar
  17. 17.
    zitiert nach der Bearbeitung von Beierlein; siehe Ercker und Beierlein, 1968Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1995

Authors and Affiliations

  • Hasso Moesta
  • Peter Robert Franke

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