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Rekonstruktionsanalyse an dem Kupferstich »Melancholie«. Schlussfolgerungen

  • Eberhard Schröder
Part of the Wissenschaft und Kultur book series (WK, volume 37)

Zusammenfassung

In seinem Bemühen, das Diagonalverfahren zur Konstruktion zentralperspektiver Bilder über das rein Handwerkliche hinausgehend zu beherrschen, durchlebte der Meister offenbar eine Periode grüblerischen Suchens, hoffnungsloser Resignation und Unzufriedenheit mit sich selbst. Aus diesem Lebensgefühl heraus ist der gleichfalls im Jahre 1514 entstandene Kupferstich »Melancholie« zu verstehen, dem aus inhaltlicher und geometrischer Sicht das lebhafteste Interesse zukommt. Bei diesem Kupferstich erweckt zuerst die rechts im Vordergrund sitzende geflügelte allegorische Frauengestalt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Der in die Ferne gerichtete Blick, das im Schoß liegende Buch und der von der Hand geführte Zirkel stützen die Annahme, daß Dürer hier ein ihm selbst zutiefst vertrautes geistiges Ringen um die Problematik der Wiedergabe des dreidimensionalen Raumes mit seinen verschiedenartigen Objekten in einer zweidimensionalen Bildebene versinnbildlichen wollte. Mit Recht glaubt man allgemein, in dieser Personendarstellung ein geistiges Selbstbildnis von Albrecht Dürer zu erkennen. In der Tat stellte sich der Meister in diesem Bildwerk auch eine Fülle von konstruktiv sehr schwer zu bewältigenden Problemen.

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Copyright information

© Springer Basel AG 1980

Authors and Affiliations

  • Eberhard Schröder
    • 1
  1. 1.DresdenDeutschland

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