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Dürers Zweite Italienreise

  • Eberhard Schröder
Part of the Wissenschaft und Kultur book series (WK, volume 37)

Zusammenfassung

Bei den strengen Maßstäben, die Dürer an sich selbst setzte, war er sich der Unvollkommenheit seiner Kenntnisse und Fertigkeiten bezüglich der Zentralperspektive voll bewußt. Diese Unzufriedenheit mit sich mag ein wesentliches Motiv für seine zweite Italienreise von 1505 bis 1507 gewesen sein. Aufschlußreiche Zeugnisse dafür finden sich in Briefen aus Venedig an seinen Freund Willibald Pirckheimer (1470–1530). Von seinen persönlichen Verbindungen zu italienischen Malern scheint die zu Giovanni Bellini (1426–1516) am fruchtbarsten gewesen zu sein. In einem Brief vom 7. 2. 1506 bezeugt er seinen guten Kontakt zu diesem Maler (Sambelling) und schreibt weiter: »Er ist sehr alt und ist noch der best im Gemäl.« Für manche Wissensvermittlung durch Bellini spricht die Tatsache, daß er ein ausgezeichneter Perspektiviker war, zu dessen Schülern Giorgione, Tizian und Vecchio zählten. Wie schwer Dürer als einem Fremden der Zugang zu den vielfach eifersüchtig als Geheimnis gehüteten Kenntnissen der Perspektive gemacht wurde, mag durch eine andere Briefstelle belegt werden. Er schreibt an seinen Nürnberger Freund: »Ich hab viel guter Freund unter den Walchen, die mich warnen, daß ich mit ihren Molern nit es und trink. Auch sind mir viel Feind und machen mein Ding in Kirchen ab und wo sie es mögen bekummen.«

Copyright information

© Springer Basel AG 1980

Authors and Affiliations

  • Eberhard Schröder
    • 1
  1. 1.DresdenDeutschland

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