Advertisement

Schwierige Nachkriegsjahre

  • Hans Bauer
Chapter

Zusammenfassung

Im Trümmerfeld, das der Krieg hinterlassen hatte, herrschte wohl Waffenruhe, doch wurden die Friedenshoffnungen enttäuscht, und «wenn wir das Jahr 1919 im allgemeinen als ein Jahr der Enttäuschungen bezeichnen, so tritt diese Tatsache vielleicht am auffälligsten in der Entwicklung des Börsenmarktes zutage», stellte die Handelskammer fest. «Die höchsten Kurse wurden fast ausnahmslos am Anfang des Jahres, die niedrigsten im Dezember notiert. Die zwischen den beiden Extremen sich vollziehende Entwicklung kam einem sozusagen ununterbrochenen Abbröckeln der Kurse gleich.» Der fortschreitende Währungszerfall löste neue Wellen ausländischer Verkäufe schweizerischer Wertpapiere aus, die nun nicht mehr ohne
Mühe im Markt untergebracht werden konnten. Sie wurden zu wahren Schleuderpreisen realisiert, die im Schweizer Publikum Beunruhigung und schliesslich eine Panikstimmung hervorriefen. Die repräsentativen 31/2%-Bundesbahnobligationen Serie A-K fielen von 74 auf 64 Prozent ihres Nennwertes, ja die «Différée» erreichte einen Tiefstkurs von 52 und damit eine Rendite von 7 Prozent. So tiefe Kurse hatten wiederum Rückwirkungen auf den Kapitalmarkt, dem angesichts der Teuerung, der schweren Steuerlasten und der Verluste nur langsam neue Mittel fast ausschliesslich aus Schweizer Quellen zuflossen. Die Zinssätze stiegen, so dass 5%-Obligationen nur noch unter pari ausgegeben werden konnten, während Pari-Emissionen öffentlicher Anleihen 51/2 Prozent und Industrieobligationen Zinssätze von 6 Prozent erforderten. Der Rückschlag am Aktienmarkt war um so empfindlicher, als Ansätze zu einer Nachkriegskonjunktur in der Industrie am Anfang überschätzt und zu hoch eskomptiert worden waren.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer Basel AG 1976

Authors and Affiliations

  • Hans Bauer

There are no affiliations available

Personalised recommendations