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Information, Situationen und Infone

  • Keith Devlin

Zusammenfassung

Ich beginne mit der Annahme, daß es in der Welt so etwas wie Information gibt. Kognitive Akteure (Menschen, verschiedene Arten von Organismen, gewisse mechanische oder materielle Geräte — was mit einem kognitiven Akteur genau gemeint ist, werden wir später diskutieren) machen auf ihrem Weg durchs «Leben» von ihrer Fähigkeit Gebrauch, etwas von jener Information aufzunehmen und entsprechend zu reagieren. Wenn ein menschliches Wesen ringsherum Flammen sieht, wird es die Flucht ergreifen, da es die Information entnommen hat, daß ein Feuer vorliegt, und bereits im Besitz der vorher erworbenen Information ist, daß Feuer lebensbedrohend sind; eine Katze, die eine Maus sieht, wird über sie herfallen, da sie weiß, daß diese, wenn auch nicht unbedingt eine Nahrung, so doch ein Spiel für sie darstellt; eine Blume, auf die am Morgen die Sonnenstrahlen fallen, wird sich öffnen; ein Thermostat, der einen Temperaturabfall registriert, wird die Heizung anschalten; und so weiter.

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Literatur

  1. 1.
    Beide Analogien können in die Irre weisen, insofern sie suggerieren könnten, daß Information endloser Verfeinerung fähig ist. Ob dies in Wahrheit der Fall ist — und ich für meinen Teil denke, daß dem nicht so ist -, stellt ein Problem dar, das für die vorliegende Studie nicht entschieden zu werden braucht. In diesem Abschnitt ist vielmehr zwischen Information in der Welt, die für den Akteur den Anschein von immer weitergehender Ergründbar-keit und/oder Verfeinerbarkeit hat, und den diskreten Informationseinheiten zu unterscheiden, die der Akteur aus der verfügbaren Menge entnimmt, um kognitiv zu funktionieren.Google Scholar
  2. 2.
    Es sollte betont werden, daß ich hier die Analogie mit dem Werk von Dretske heranziehe, um einen besonderen Zugang zur Entwicklung eines mathematischen Rahmens zu motivieren, innerhalb dessen Information zu untersuchen ist. Das ist nicht Dretskes Intention. Er trifft die Unterscheidung zwischen analog und digital vielmehr in formaler Weise innerhalb einer gegebenen Informationstheorie, während ich sie gerade verwende, um den Schritt von einem intuitiven, prätheoretischen Begriff zu einem formalen theoriedefinierten Begriff zu lenken. Dieser Punkt ist auch von Seligman und Chater [28] hervorgehoben worden. Ein anderer Unterschied zwischen meiner Motivation und der Dretskes besteht darin, daß er nicht versucht, in dem Sinne eine ontologische Definition der Information zu geben, wie dies durch unsere Theorie geschieht, sondern sich vielmehr mit dem Fluß und der Nutzung der Information befaßt, die unter Verwendung von Shannons Ideen des «Neuigkeitswerts» erhalten werden.Google Scholar
  3. 3.
    Das Adjektiv in Klammern dient dazu, zwischen der hier gemeinten Art von inhaltsorientierter Handhabung, die üblicherweise als «Informationsverarbeitung» bezeichnet wird, und einer gewissen Art quantitativer Signalbeeinflussung wie Lautstärke- oder Frequenzregelung zu unterscheiden.Google Scholar
  4. 4.
    Aus unserer nachfolgenden Analyse wird hervorgehen, daß dies nur in eingeschränktem Sinne die elementaren Informationseinheiten der Theorie sind; dementsprechend werde ich später genötigt sein, diese Definition des Wortes Infon noch zu modifizieren. Die gegenwärtige Definition dürfte aber vorerst ausreichen.Google Scholar
  5. 5.
    Dies sagt viel mehr aus als die Binsenwahrheit, daß jeder Akteur notwendigerweise in Raum und Zeit lokalisiert ist.Google Scholar
  6. 6.
    In dieser speziellen Passage befaßt sich Searle mit der Sprache und den linguistischen Kategorien, die der Welt durch die Sprache auferlegt werden. Obwohl ich hier in Wahrheit denselben Punkt hervorhebe, ist die vorliegende Diskussion nicht explizit linguistisch; ich habe infolgedessen mit Aussparungen und Einklammerungen gearbeitet, um das Hauptproblem hervorzuheben.Google Scholar
  7. 7.
    Das heißt, sie genügt den drei Forderungen: (i) A = A für alle Mengen A, (ii) wenn A = B, so auch BA für alle Mengen A, B, und (iii) wenn AB und BC, so AC für alle Mengen A, B, C.Google Scholar
  8. 8.
    Reelle Zahlen sind alle Zahlen, die mittels einer unendlichen Dezimalbruchentwicklung dargestellt werden können. Neben den rationalen Zahlen werden damit auch Zahlen wie und die mathematischen Konstanten p und e zugelassen, von denen sich keine als Quotient ganzer Zahlen ausdrücken läßt.Google Scholar
  9. 9.
    In Wirklichkeit mag dies nur in bezug auf relativ kleine Zahlen gelten, der Schritt von den zwei Systemen ins potentiell Unendliche scheint aber heutzutage nur wenigen Leuten irgendwelche Skrupel zu bereiten.Google Scholar
  10. 10.
    Die komplexen Zahlen sind Zahlen von der Form a + b √-1, wo a und b reelle Zahlen sind. Zahlen von der Form b √-1 heißen imaginäre Zahlen, da die Quadratwurzel von minus 1 nur in der Vorstellung («Imagination») «existiert» oder weil dies zumindest der Ursprung dieser Terminologie war.Google Scholar
  11. 11.
    Mathematiker fühlen sich bei den komplexen Zahlen ebenso heimisch wie bei den reellen.Google Scholar
  12. 12.
    Die Analogie tritt vielleicht besser hervor, wenn man sich statt auf die natürlichen oder rationalen Zahlen auf reelle und komplexe Zahlen bezieht.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1993

Authors and Affiliations

  • Keith Devlin

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