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Die Entwicklung und Verbreitung technischen Wissens

  • Eugene S. Ferguson

Zusammenfassung

Thomas Edison bereitete 1871 die Patentanmeldung seines «automatischen Drucktelegraphen» vor, eines Systems, das «weder Punkte noch Striche» verwendete, sondern die erhaltene Botschaft automatisch auf einen Papierstreifen schrieb, und er war eifrig damit beschäftigt, seine Gedanken in Zeichnungen umzusetzen. Der Klarschriftdrucker, mit dem er die Nachricht aufzeichnete, war mit einem Gesperre versehen, mit dessen Hilfe das Papier ruckweise unter einem Druckknopf hindurchbefördert wurde. Um soviel wie möglich in seinen Patentanspruch einzuschließen, schrieb Edison: «Ich möchte mich hier nicht auf einen bestimmten Schriftdrucker festlegen, da ich unzählig viele Maschinen im Sinn habe, die ich gelegentlich, wenn ich die Zeit finde, beschreiben werde.»2 Einige der «unzählig vielen Maschinen», die Edison im Kopf hatte, zeigt Abbildung 5.1. Diese Skizzen sagen weniger über die Erfindungsgabe Edisons aus als über die vielen Alternativlösungen für alltägliche mechanische Probleme, die Edison, wie jeder andere eifrige Leser der technischen Bücher und Zeitschriften seiner Tage, gesehen und in seinem Gedächtnis gespeichert hatte. Edisons Skizzen waren nicht direkt aus Henry T. Browns 1868 erschienenem Buch Five Hundred and Seven Mechanical Movements kopiert, das Beispiele für die mechanischen Verfahren anführt, die in den Industrienationen verbrei te t waren. (Siehe Abbildung 5.2) Er war jedoch, wie aus seinen Skizzen deutlich hervorgeht, mit ihren Grundsätzen vertraut.

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Anmerkungen zum Text

  1. 1.
    Gardner C. Anthony, An Introduction to the Graphic Language ( New York, 1922 ), S. iii.Google Scholar
  2. 2.
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  3. 3.
    Systematische Zusammenstellungen «mechanischer Bewegungen» wurden zuerst in Paris von Dozenten der École Polytechnique veröffentlicht (siehe Abbildung 5.6); sie wurden dann bis 1871 oft nachgeahmt und ausgeweitet. Die Abbildungen 5.1 und 5.2 zeigen zwei Seiten eines 1868 veröffentlichten Buchs über mechanische Bewegungen.Google Scholar
  4. 4.
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  5. 5.
    Gnudi und Ferguson (Anm. 4 oben).Google Scholar
  6. 6.
    In der Bibliographie von Gnudi und Ferguson (Anm. 4 oben) werden die folgenden «Theatri machinorum» aufgeführt: Ambroise Bachot, Le Gouvernail (Melun, 1598); Vittorio Zonca, Novo teatro di machine et edificii, Padua, 1607); Heinrich Zeising, Theatri machinarum… (Leipzig, 1613–1629); Fausto Veranzio, Machinae novae (Florenz, 1615), Jacob de Strada, Künstlicher Abriss… (Frankfurt, 1617–18), George Böckler, Theatrum machinarum novum (Nürnberg, 1661), Gaspard Grollier de Servière, Recueil d’ouvrage curieux de mathématique et de mécanique (Lyon, 1719).Google Scholar
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    Zitiert bei Rossi (Anm. 11 oben), S. lf.Google Scholar
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    Franz Reuleaux, Lehrbuch der Kinematik (Braunschweig, 1875). Kennedy (Engineering 22 [1876], 2399) führte die Modelle in England ein. Nach dem schon genannten, offiziell 1794 gegründeten Conservatoire des Arts et Métiers in Paris, als dem ersten technischen Museum mit Maschinen und Maschinenteilen, errichtete man im Londoner Stadtteil Kensington um 1870 das Science Museum als eine ahnliche Sammlung. Zur gleichen Zeit erfolgte in Washington die Errichtung des Smithsonian Museums, in dessen Abteilungen auch Technikgeschichte gezeigt wird. 1904 erfolgte in München auf Veranlassung des bayerischen Elektroingenieurs Oscar von Miller und unter der Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. die Gründung des Deutschen Museums als einer den obengenannten Museen ahnlichen Sammlung der Technik und Naturwissenschaften. Dafi Wilhelm II. einer solchen mit dem Attribut «Deutsch» versehenen Museumsgründung autëerhalb der Hauptstadt Berlin zustimmte, mag der Überredungskunst eines Oscar von Miller bei einem Glas guten Weines zu danken sein. Zugleich darf man nicht vergessen, da£ dieser Kaiser sich im Gegensatz zur geistigen Oberschicht, die sich damals noch dem humanistischen Gymnasium mit Altgriechisch und Latein als Fremdsprachen und merklicher Zurückhaltung gegenüber der modernen Technik verschrieben hatte, dem handwerklichen Können und dem Ingenieurwesen mit seinen Erfindungen gegenüber sehr aufgeschlossen zeigte: Jeder der zahlreichen Söhne des Kaisers muftte nach Absolvierung des Gymnasiums erst ein Handwerk erlernen, bevor er etwa zu studieren gedachte. Der Kaiser verweigerte ab Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts auch seine Schirmherrschaft für humanistische Gymnasien mit der Bemerkung, dafi er solches nur noch bei Neugründungen von Oberrealschulen tun würde. Dies waren zum Abitur führende Schulen mit Englisch und Französisch als Fremdsprachen und starker Betonung von Naturwissenschaft und Technik in den Unterrichtsfachern. Der Hintergrund hierfür war sicher auch der überwaltigende Eindruck technischer Erfindungen in Deutschland vor und um die Jahrhundertwende, die das Bruttosozialprodukt des Deutschen Kaiserreiches sichtbar mehrten: Man denke etwa an die Entdeckung der Radiowellen durch Heinrich Rudolf Hertz 1888 und an Erfindungen wie die des Viertaktgasmotors durch Nikolaus August Otto und Eugen Langen 1876, des hochtourigen Verbrennungsmotors durch Gottlieb Daimler 1883, des Kraftwagens mit Verbrennungsmotor durch Gottlieb Daimler und Carl Friedrich Benz 1886, der Heitëdampfmaschine durch Gustav Schmidt 1892, des Dieselmotors durch Rudolf Diesel 1897, des Luftschiffes durch Ferdinand Graf von Zeppelin 1900, aber auch der selbsterregten Dynamomaschine durch Werner von Siemens 1866, der elektrischen Lokomotive und Strassenbahn durch Werner von Siemens 1879 und 1880, des Asynchronmotors durch Dolivo von Dobrovolski 1890, der Hochspannungsfernübertragung durch Oscar von Miller und Dolivo von Dobrovolski 1891, des Gleitfluges durch Otto Lilienthal 1891, der X-Strahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen 1895, des elektrischen Hochgeschwindigkeitsschnellbahnwagens für 210 km/h durch die Firma AEG um 1903 und der Bildtelegraphie auf grosse Entfernung durch Arthur Korn 1902. All diese technischen Erfindungen dürften mit ein Grund dafür gewesen sein, da£ sich Wilhelm II. entschloss, dem Drangen der damaligen Technischen Hochschulen nachzugeben und ihnen entgegen den Vorstellungen der Deutschen Universitaten das Promotionsrecht für den Doktoringenieur (Dr.-Ing., damals zunachst in deutscher Frakturschrift zu schreiben) zu verleihen. Nach dem Vorbild des Deutschen Museums wurde Ende der zwanziger Jahre in Chicago das Museum of Science and Industry gegründet. Hier findet man z.B. die “Rocket” als das Urbild der Stephensonschen Dampflokomotive, aber nicht in ihrer traurigen, aller wichtigen Attribute wie Treibstangen, von Eisenbahnfans, beraubten Gestalt mit niedrig gelegten Zylindern, die sie beim Ausscheiden aus dem Dienst besafi und noch heute im Londoner Science Museum besitzt, sondern in einem tadellosen, von Ford hergestellten Replikat der ursprünglichen Form mit eindrucksvoll bewegtem Steuerungsgestange. Danach haben viele technisch hochstehende Staaten die volksbildende Wirkung solcher Museen als Wissensverbreiter auf dem Gebiet der Technik erkannt, so etwa noch vor dem zweiten Weltkrieg Schweden mit einem entsprechenden Museum in Stockholm. Nach dem zweiten Weltkrieg folgten die Schweiz mit ihrem Verkehrshaus in Luzern, Italien mit einem Museum in Mailand (das eine lückenlose Sammlung von eigens angefertigten Modellen aller von Leonardo skizzierten Maschinen und Vorrichtungen besitzt), die vormalige Sozialistische Tschechoslowakische Republik mit einem Museum in Brünn und schliesslich die ehemalige DDR mit ihrem Verkehrsmuseum in Dresden, das wohl als erstes Museum dieser Art besonders den gesellschaftlichen Hintergründen und Begleiterscheinungen nachgeht, mit einem ahnlich aufgebauten, kleineren Museum in Magdeburg oder mit einer Sammlung in Schwerin nach Art eines Heimatmuseums.Google Scholar
  36. 37.
    Maurice d’Ocagne, Le Calcul Simplifié par les procédés mécaniques et graphiques (Paris, 1905).Google Scholar
  37. 38.
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    Zur Analyse der Wirkung einer Kolbenkraftmaschine benutzte man Indikatordiagramme. Sie wurden von einem kleinen Metëgerat, dem «Indikator», aufgezeichnet, zu dem ein Zylinder, ein Kolben und eine schwingende Trommel mit einem «Indikatordiagramm» aus Papier gehorte. Der Druck wurde in der Senkrechten gemessen, das Volumen in der Waagerechten. Abbildung 5.23 zeigt ein «ideales» Indikatordiagramm. Das Lehrbuch Elementary Steam Engineering von E. V. Lallier, dem sie entnommen ist (S. 123,129), analysiert pathologische Abweichungen vom Idealverlauf (Abbildung 5.24). Das Indikatordiagramm ist eine aufschlufireiche, jedoch rein empirische Kurve; ihre Form stellt mathematisch gesehen eine grotëe Hilfe dar, wenn man die Motorleistung errechnen will. Mit graphischen Verfahren lafit sich die Aufgabe durch ein Planimeter lösen, das über die Flache unterhalb des Druckverlaufs integriert, wobei ein Punkt auf dem Arm des Planimeters das Diagramm umreifk. Da die Ordinate den Druck und die Abszisse das Volumen angibt, stellt das planimetrische Diagramm das Integral überpdv dar, also die Arbeit, die die Maschine wahrend eines Takts verrichtet. Aus der Anzahl der Takte pro Minute laftt sich leicht die Leistung berechnen.Google Scholar
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    Karl Culmann, Graphische Statik (Zürich, 1866).Google Scholar
  40. 41.
    Elwin C. Robison, Brief an den Verfasser vom 9. Januar 1990.Google Scholar
  41. 42.
    d’Ocagne (Anm. 37 oben). Siehe die «New Introduction for This Edition» des Herausgebers, S. ix-xiv.Google Scholar
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    Ein Handbuch gelöster Gleichungen aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ist Graphical Solutions to 100 000 Practical Problems von Karl H. Falk (Columbia, Conn., 1946).Google Scholar

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  • Eugene S. Ferguson

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