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Das Sozialverhalten von Dinosauriern

  • Martin Lockley
Chapter

Zusammenfassung

Obwohl viele Tiere, von den Insekten bis hin zu Fischen, Vögeln und Säugern, von Natur aus Herden- oder Schwarmtiere sind, wurden Dinosaurier traditionsgemäß nicht zu den sozial lebenden Tieren gezählt. In den vergangenen Jahren konnte man jedoch eine interessante Diskussion über soziales Verhalten bei Dinosauriern verfolgen. Der eine oder andere Punkt war zwar Spekulation, die meisten Aspekte beruhten aber fest auf neuen aufsehenerregenden Funden. Dabei handelt es sich überwiegend um Spurenfossilien, die entweder aus großen Brutkolonien oder aber aus Spurenmassenvorkommen (engl, megatracksite) stammen, wo sich zahlreiche Fährten kreuzen. (Die Besprechung fossiler Brutkolonien würde den Rahmen dieses Buches sprengen, obwohl Hinweise auf eine derartige Gruppenbildung einen wichtigen Aspekt in der Diskussion um das Sozialverhalten darstellen. Da manche Dinosaurier — wie viele moderne Vogelarten — größere Gruppen zum gemeinsamen Nestbau bildeten, lief zumindest ihr erster Lebensabschnitt innerhalb eines sozialen Gefüges oder Herdenverbandes ab. Selbst wenn sie sich später zerstreuen sollten, schlössen sie sich doch sehr wahrscheinlich jedes Jahr während der Brutperiode erneut zu einer Herde zusammen.)

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Anmerkungen zu Kapitel 7

  1. 1.
    Bird, R.T. (1941): A Dinosaur Walks into the Museum. Natural History, 47, 75–81.Google Scholar
  2. Bird, R.T. (1944): Did Brontosaurus Ever Walk on Land f Natural History, 53, 61–67. In dieser Arbeit wird der Nachweis einer Herde erbracht, eine genaue Analyse der «Herdenstruktur» finden Sie jedoch in Kapitel 14.Google Scholar
  3. 2.
    Ostrom baute seine Diskussion ausschließlich auf Spuren auf. Ostrom, J. (1972): Were Some Dinosaurs Gregarious ? Paleogeography, Paleoclimatology, and Paleoecology, 11, 287–301.Google Scholar
  4. 3.
    Die Spuren aus Texas wurden ursprünglich für Ornithopodenfahrten gehalten. Albritton, C.L. (1942): Dinosaur Tracks near Comanche, Texas. Field and Lab, 10, 160.Google Scholar
  5. 4.
    Jedes Tier benötigt einen bestimmten Freiraum, um nicht mit seinen nächsten Nachbarn zusammenzustoßen. Vögel und Säugetiere, die in größeren Verbänden leben, fliegen oder wandern häufig in regelmäßigem Abstand zueinander. Dabei können sie sich in einer Formation mit breiter Front (nebeneinander), im sog. Gänsemarsch (in einer Reihe hintereinander) oder in V-Formation (einer Kombination aus den beiden ersten Arten) vorwärts bewegen. Lockley, M.G. (1989): Tracks and Traces: New Perspectives on Dinosaur Behavior, Ecology and Biogeography. Padian, K. und Chure, D. (Hrsg.): The Age of Dinosaurs. Short Courses in Paleontology 2, Knoxville ( Tennessee ), Paleontological Society, 134–145.Google Scholar
  6. Cohen, A., Lockley, M.G., Halfpenny, J. und Michael, A.E. (1990): Modern Vertebrate Track Formation and Preservation at Lake Manyara, Tanzania: Implications for Paleoecology and Paleo- biology. National Geographie Open File Report.Google Scholar
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  8. 6.
    Der genaue Ablauf des Angriffs wird in Kapitel 14 untersucht.Google Scholar
  9. 7.
    Diese Untersuchung, die in Kapitel 14 vorgestellt wird, belegt, wie man eine zeitliche Abfolge von Ereignissen anhand des Verlaufs sich überlappender Spuren rekonstruieren kann. Lockley, M.G. (1987): Dinosaur Trackways. Aus Czerkas, S. und Olsen, E.C. (Hrsg.): Dinosaurs, Past and Present. Los Angeles County Museum, Seite 81–95.Google Scholar
  10. 8.
    Vgl. Abb. 7.3; siehe auch Lockley, M.G., Houck, K. und Prince, N.K. (1986): North America’s Largest Dinosaur Tracksite: Implications for the Morrison Formation Paleoecology. Bulletin of the Geological Society of America, 97, 1163.Google Scholar
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    Albritton, C.L. (1942): Dinosaur Tracks near Comanche, Texas. Field and Lab, 10, 160.Google Scholar
  12. 10.
    Zahlreiche Untersuchungen an fossilen Knochen lassen den Anteil an Raubsauriern nur sehr gering ausfallen. Ein niedriges Räuber-Beute-Verhältnis ist jedoch eines der Hauptargumente für die These, Dinosaurier seien warmblütig gewesen. Ostrom, J.H. (1969): Terrestrial Vertebrates as Indicators of Mesozoic Climates. North American Paleontological Convention Proceedings, Pt. D., 347–376.Google Scholar
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  14. 11.
    Obwohl man bisher keinerlei fossile Fährten gefunden hat, die diese anschauliche Vorstellung belegen könnten, wird sie permanent aufs neue zitiert. 1989 erschien im US-Magazin National Geographie eine Abbildung, die eine Herde Ultrasaurier zeigte, die ihre Jungen vor angreifenden Raubsauriern beschützten. Auch Stephen Jay Gould schildert eine «Herde daherziehender Ornithopoden, in der die leicht zu verletzenden Jungtiere in der Mitte wandern, während die Flanken von starken Alttieren gedeckt werden.» Auf der ganzen Welt gibt es keine einzige Fährte, die diese beiden, ach so anschaulichen Bilder belegen könnte. Bakker, R.T. (1968): The Superiority of Dinosaurs. Discovery, 3, 11–22.Google Scholar
  15. Gould, S.J. (1989): The Dinosaur Rip-off Natural History, 14–18.Google Scholar
  16. 12.
    Dies ist wohl der beste Beweis, daß Theropoden gelegentlich in Rudeln wanderten und jagten. Leonardi, G. (1984): Le impronte fossili di Dinosauri. Aus Bonaparte, J.F., Colbert, E.H., Currie, P.J., de Ricqles, A., Kielan-Jaworowska, Z. Leonardi, G., Morello, N. und Taquet, P.: Sülle Ormi dei Dinosauri. Venedig, Erizzo Editrice, Seite 165–186.Google Scholar
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  19. 14.
    Paul, G. (1988): Predatory Dinosaurs of the World. New York, Simon & Schuster, 464 Seiten.Google Scholar
  20. 15.
    Verschiedene Autoren - unter anderem Giuseppe Leonardi und James Farlow - meinen, daß die jeweiligen Aktivitätsniveaus der Dinosaurier beträchtliche artspezifische Unterschiede aufwiesen. Farlow, J.O. (1987): Lower Cretaceous Dinosaur Tracks, Paluxy River Texas. Geological Society of America, South Central Magazie, 50 Seiten.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1993

Authors and Affiliations

  • Martin Lockley
    • 1
  1. 1.GoldenUSA

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