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Was eine Spur bedeuten kann

  • Martin Lockley

Zusammenfassung

Zunächst müssen wir uns fragen, welche Informationen einzelne Spuren oder Fährten vermitteln können. Diese grundsätzlichen Informationen bestimmen letztendlich, welche Interpretationen realistisch sind und welche nicht. Logischerweise kann uns eine Fährte direkten Aufschluß über die Größe und Fortbewegungsweise eines Tieres geben, nicht aber darüber, welche Hautfarbe es hatte oder wie groß sein Hirnvolumen war. Mehrere Einzelspuren oder Eindrücke (synonyme Begriffe hierfür sind Fuß- bzw. Handabdrücke, Fußspuren und Trittsiegel) bilden eine Fährte. Diese gibt darüber Auskunft, wie sich ein Tier mit Hilfe mehrerer aufeinander folgender Schritte vorwärtsbewegt hat. Fährten vermitteln daher ein wesentlich komplexeres Bild über Tierbewegungen als einzelne Fußabdrücke und lassen weitaus mehr Rückschlüsse auf Haltung, Gang und Geschwindigkeit des Tieres zu. Eine Einzelspur oder ein Fußabdruck entsprechen einer Momentaufnahme, während Fährten eher einem Film oder einem Diavortrag gleichen.

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Anmerkungen zu Kapitel 2

  1. 1.
    Bisher sind zwei Dinosaurierspuren bekannt, die von verstümmelten Tieren stammen, denen eine Zehe teilweise fehlte. Tucker, M. E. und Burchette, T. P. (1977): TriassicDinosaur Footprints frorn South Wales. TheirContext and Preservation. Paleogeography, Paleoclimatology and Paleoecology 22, 197. Abel, O. (1935): Vorzeitliche Lebensspuren. Jena, Gustav Fischer.Google Scholar
  2. 2.
    Zu diesem Schluß kam 1985 R. MacNeill Alexander. Er nahm an, daß Sauropoden bis zu 80% ihres Körpergewichts mit den Hinterfüßen trugen. Diese Folge stützt sich auf die einfache Beobachtung, daß die Abdruckfläche der Hinterfüße durchschnittlich viermal so groß ist wie die der Vorderfüße. Alexander, R. M. (1985): Mechanics andPosture of the Gait of Some Large Dinosaurs. Zoological Journal of the Linnean Society 83, 1–25. Alexander, R. M. (1989): Dynamics of Dinosaurs and OtherExtinct Giants. New York, Columbia University Press, 167 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Siehe Diskussion in Kapitel 14.Google Scholar
  4. 4.
    Unglücklicherweise dienten solche Spuren dazu, die Diskussion um die sog. Evolution im Rahmen der Schöpfungslehre entscheidend zu verschärfen. Kuban, G.J. (1989): Ebngate Dinosaur Tracks. Aus: Gillette, D.D. und Lockley, M. G. (Hrsg.) Dinosaur Tracks and Traces. New York, Cambridge University Press, 57–72.Google Scholar
  5. 5.
    Manche Ichnologen behaupten sogar, Einzelspuren seien so ziemlich ohne Nutzen oder störten zumindest jede genaue Analyse in starkem Maße.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1993

Authors and Affiliations

  • Martin Lockley
    • 1
  1. 1.GoldenUSA

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