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Sprechende Spuren: Wer, wo und wann?

  • Martin Lockley

Zusammenfassung

Manch ein Bauer hat während des Umpflügens faszinierende, wenn auch bedeutungslose Steinbrocken ans Tageslicht befördert. Als jedoch der Amerikaner Pliny Moody 1802 einen fossilen Fußabdruck freilegte, entdeckte er mehr als nur ein ungewöhnliches Stück Gestein im Boden Neuenglands. Obwohl dies damals noch keinem Menschen bewußt war, hielt Moody den ersten stichhaltigen Beweis in Händen, daß Dinosaurier tatsächlich gelebt haben1.

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Anmerkungen zu Kapitel 1

  1. 1.
    Bis 1802 war erst ein einziger Dinosaurierknochen gefunden worden. Die Bedeutung dieses frühen Fundes wurde aber erst viel später erkannt.Google Scholar
  2. 2.
    In Anhang B finden Sie ein Glossar mit den wichtigsten wissenschaftlichen Fachausdrük- ken.Google Scholar
  3. 3.
    Zoologen und Paläontologen unterteilen die Wirbeltiere (Vertebraten) traditionell in mehrere Hauptgruppen (Klassen), u.a. die Klassen Amphibia (Amphibien), Reptilia (Reptilien), Aves (Vögel) und Mammalia (Säugetiere). In einer sehr umstrittenen Veröffentlichung schlugen Robert Bakker und Peter Galton eine Klasse Dinosauriavor, die Dinosaurier und Vögel zusammenfaßt. Viele Paläontologen meinen nun, hierdurch werde die Bedeutung der Dinosaurier in Bezug auf die übrigen Klassen (z.B. der Reptilien) überbewertet. Daher dürfte nach allgemeiner Uberzeugung die Bezeichnung Unterklasse Dino- sauria ausreichend sein. Bakker, R. T. und Galton, P. (1974): Dinosaur Monophyly and a New Class ofVertebrates. Nature, 248 168–172.Google Scholar
  4. 4.
    Zitiert nach Halfpenny, J. (1986): A Field Guide to Mammal Tracks in Western America. Boulder (Colorado), Johnson, 161 Seiten.Google Scholar
  5. 5.
    Eines der besten Nachschlagewerke ist das Buch von David Norman (1985): Dinosaurs. An Illustrated Encyclopedia. New York, Crescent Books.Google Scholar
  6. 6.
    Technisch gesehen kann Sedimentgestein, das fossile Spuren enthält, natürlich in metamorphes Gestein umgewandelt werden, jedoch gibt es für diesen Prozeß nur wenige bekannte Beispiele. Der Autor hat persönlich Dinosaurierspuren in Eruptivgestein gefunden, das aus dem Lagergang der kreidezeitlichen Jindong-Formation aus Südkorea stammt. In diesem Fall war geschmolzenes Magma zwischen die Schichten aus Sedimentgestein gedrungen und hatte die Unterseite einer Apatosaurus-Fährte «nachgeformt». Diese kann man nun als Abdruck auf der Oberseite des Ganggesteins erkennen.Google Scholar
  7. 7.
    Philip Currie, stellvertretender Direktor des wohlbekannten Tyrell Museum of Paleonto- logy, hat über mehrere Dinosaurierspuren veröffentlicht, die durch Erosion aus kreidezeitlichen Schichten freigelegt und in wesentlich jüngeren Alluvialschichten des Pleistozäns neu abgelagert wurden. Currie, P. J. (1989): Dinosaur Footprints of Western Canada. Aus: Gillette, D. D. und Lockley, M. G. (Hrsg.): Dinosaur Tracks and Traces. New York: Cambrigde University Press, 293–300. Wenn, wie in Kapitel 16 diskutiert wird, tatsächlich Dinosaurierspuren oberhalb der Kreide-Tertiär-Grenzschicht gefunden würden, wäre dies der eindeutige Beweis, daß die Dinosaurier die Katastrophe gegen Ende des Mesozoikum überlebten.Google Scholar
  8. 8.
    Geologen und Paläontologen verwenden zur Altersbestimmung von Gesteinsschichten eine Kombination aus Versuchs- und Testverfahren, u.a. radiometrische Datierungsmethoden und Biostratigraphie.Google Scholar
  9. 9.
    Eines der besten Beispiele lieferten Paul Olsen und Peter Galton, indem sie Spuren aus der Trias und dem Jura, die in Südafrika und Neuengland (USA) gefunden wurden, miteinander verglichen und dadurch das Alter beider Schichten festlegen und klären konnten. Olsen, P. und Galton, P. (1984): Review of theReptile andAmphibian Assemblage from the Stormberg of South Africa, with Special Emphasis on the Footprints and the Age of the Stormberg. Palaeontologica Africana 25,87–110. Siehe auch Padian, K (1986): The Beginning of the Age of Dinosaurs. New York, Cambridge University Press, 378 ff.Google Scholar
  10. 10.
    Jahrelang wurde der Begriff «säugetierähnliche Reptilien» ausschließlich für die Vorfahren und Verwandten der Echten Säugetiere (Mammalia)gebraucht, die seit dem Perm bis etwa zur Mitte des Dinosaurierzeitalters lebten. Laut anderer Meinungen soll es sich aber um reptilienähnliche Säugetiere gehandelt haben. In diesem Fall habe ich mich für den einfachen Terminus «säugetierähnlich» entschieden. Padian, K. und Chure, D. (Hrsg.), (1989): The Age of Dinosaurs. Short Courses in Paleontology 2, Knoxville (Tennessee), Paleontological Society, 210 Seiten.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1993

Authors and Affiliations

  • Martin Lockley
    • 1
  1. 1.GoldenUSA

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