Advertisement

Evolution der Dinosaurier

  • Martin Lockley

Zusammenfassung

Während der gesamten Erdgeschichte haben die unterschiedlichsten Tierund Pflanzengruppen entwicklungsgeschichüiche Veränderungen mitgemacht. Während sich beispielsweise bei den Pflanzen die Algen zu Rosen «auswuchsen», entwickelten sich im Tierreich aus kriechenden Würmern muntere Delphine — natürlich nur im übertragenen Sinne. Auch Dinosaurier bildeten da keine Ausnahme: Schließlich lebten sie während eines ganzen geologischen Zeitalters auf der Erde, also schätzungsweise 165 Millionen Jahre lang. In dieser Zeit entwickelten sich aus kleinen vogelähnlichen Lebewesen, die auf zwei Beinen liefen, gewaltige Sauropoden, Hadrosaurier und Hornsaurier. Jeder neue Zweig des Dinosaurierstammbaums brachte wiederum völlige Neuheiten hervor. Manchmal war das Ergebnis dieses Evolutionsprozesses ein besser funktionierendes Gebiß, dann wieder ein kräftigerer Panzer oder längere Beine. Andere, weniger auffällige Veränderungen vollzogen sich beispielsweise in der Hautfarbe, den Abläufen im Organismus oder beim Stoffwechsel — das heißt bei unterschiedlichen Eigenschaften, die man nicht einfach, oder eventuell sogar überhaupt nicht, anhand von Fossilien erkennen kann.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen zu Kapitel 9

  1. 1.
    Die carnivoren Theropoden gehören systematisch zur Gruppe der Saurischia, während die herbivoren Ornithopoden zu den Ornithischia gezählt werden.Google Scholar
  2. 2.
    Wie schon in Kapitel 5 erwähnt, hielt man die Spuren von Tetrapodosaurus zunächst für die Fährte eines Hornsauriers, später für die eines gepanzerten Dinosauriers. Entsprechend könnte es sich bei jüngst gefundenen mutmaßlichen «Sauropoden spuren» um die Fußabdrücke eines gepanzerten Dinosauriers handeln.Google Scholar
  3. 3.
    Zu ihren Veröffentlichungen zählt eine Arbeit, deren Titel - grob ins Deutsche übertragen - etwa folgenden Wortlaut hat: «Die Bedeutung von Spuren aus der Trias für den Ursprung der Dinosaurier». Demathieu, G. und Haubold, H. (1978): Du probleme de l’origine des dinosauriens d’apres les donnees de l’ichnologie du Trias. Geobios, 11 (3), 408–412.Google Scholar
  4. Demathieu, G. (1989): Appearance of the First Dinosaur Tracks in theFrench Middle Triassic and thär Probable Significance. Aus Gillette, D.D. und Lockley, M.G. (Hrsg.): Dinosaur Tracks and Traces. New York, Cambridge University Press, 201–207.Google Scholar
  5. 4.
    In Nordamerika existieren sehr gut erhaltene Theropodenspuren aus Trias und Jura, weswegen wir gut und gerne annehmen können, daß diese Größenzunahme ein anschaulicher Beweis für die Evolution der carnivoren Dinosaurier ist. Theoretisch ließe sich dies auch bei anderen Dinosauriergruppen durchführen. So finden wir beispielsweise auch allem Anschein nach einen Größenzuwachs bei den Sauropodenspuren während des Jura. In der Praxis sieht es leider oft so aus, daß die vorhandenen Spurenfossilien einzelner Gruppen nicht lückenlos sind.Google Scholar
  6. 5.
    Atreipus gehört zu einem Spurentyp (Ichnogenus), der bisher noch nicht vorgestellt wurde. Wie man aus Abb. 9.3 erkennen kann, repräsentiert diese Fährte den ältesten Typus (der mit anderen Worten aus der ältesten stratigraphischen Schicht stammt), welcher den Ornithopoden zugerechnet werden kann. Olsen, P. E. und Baird, D. (1986): The Ichnogenus Atreipus and Its Significance for Triassic Biostratigraphy. Aus Padian, K. (Hrsg.): The Beginning of the Age of Dinosaurs. New York, Cambridge University Press, 61–87.Google Scholar
  7. 6.
    Dieses Zitat geht auf Robert Bakker zurück. Bakker, R.T. (1978): Dinosaur Feeding Behavior and the Origin ofFlowering Plants. Nature, 274, 661–662.Google Scholar
  8. 7.
    Wie bereits in Kapitel 2 besprochen, schritten Sauropoden ihren Spuren nach aufrecht daher, was zu einem völlig neuen Rekonstruktionsmodell für Sauropodenskelette führte.Google Scholar
  9. 8.
    Robert Bakkers Vorstellung der tanzenden Dinosaurier, zum Beispiel auch eines auf zwei Beinen hüpfenden Stegosauriers, wurden bereits in Kapitel 6 erwähnt. Sie lieferte auch den theoretischen Hintergrund für biped «laufende» Dinosaurieranimationen, wie etwa die der Firma Dinamation Inc., die beispielsweise auf Dinosaurier-Ausstellungen in Madrid, Brüssel, Berlin und Hamburg zu sehen waren. Bakker, R.T. (1987): The Return ofthe DancingDinosaur. Aus Czerkas, S. und Olsen, E.C. (Hrsg.): Dinosaurs, Past andPresent. Los Angeles County Museum, 37–79.Google Scholar
  10. 9.
    Chure, D. (1989): Quo vadis, Tyrannosaurus? TheFuture of Dinosaur Studies. Padian, K. und Chure, D. (Hrsg.), (1989): The Age of Dinosaurs. Short Courses in Paleontology 2, Knoxville ( Tennessee ), Paleontological Society, 175–183.Google Scholar
  11. 10.
    Die Bedecktsamer (also die heutigen Gräser und die meisten Blütenpflanzen) hatten sich damals noch nicht entwickelt.Google Scholar
  12. 11.
    Einige Sauropodengemeinschaften der Kreide wurden als sogenannte Binnenlandgemeinschaften klassifiziert, die unter trockeneren Hochlandbedingungen gelebt haben. Lucas, S.G. (1981): Dinosaur Communities ofthe San Juan Basin; a Case for Lateral Variations in the Composition ofLate Cretaceous Dinosaur Communities. Aus Lucas, S.G., Kues, B.S und Rigby, J.K (Hrsg.): Advances in SanJuan Basin Paleontology. Albuquerque, University of New Mexico Press, 337–393.Google Scholar
  13. 12.
    Nur aufgrund des jeweiligen Mageninhalts kann man exakt bestimmen, was diese Dinosaurier gefressen haben - und derartige Fossilien sind äußerst selten. Allerdings lassen die zahlreichen Ornithopodenspuren, die in einem von Blütenpflanzen dominierten Lebens- räum «versteinerten», den Schluß zu, daß die Dinosaurier diese Art Pflanzen höchstwahrscheinlich auch gefressen haben.Google Scholar
  14. 13.
    Im folgenden Beitrag finden Sie einen guten Überblick über dieses Themengebiet. Gauthier, J. A. und Padian, K. (1989): The Origin ofBirds and Evolution ofFlight. Aus Padian, K. und Chure, D. (Hrsg.), (1989): The Age of Dinosaurs. Short Courses in Paleontology 2, Knoxville (Tennessee), Paleontological Society, 121–133.Google Scholar
  15. 14.
    Paul Sereno erwähnt die Reste eines Vogels aus der Unterkreide in China, der weiter als Archaeopteryx entwickelt ist, und Sankar Chatterjee berichtet über Reste von Protavis. Beide Forscher arbeiten derzeit noch an der Veröffentlichung ihrer Entdeckung. [Chatteijees Arbeit liegt wohl mittlerweile vor - Anm. des Ubersetzers. Chatterjee, S. (1991): Cranial Anatomy and Relationships of an New Triassic Bird from Texas. Philosophical Transactions, Biological Sciences 322, Nr. 1265, 277–346.]Google Scholar
  16. 15.
    Die ersten Entdeckungen von Vogelspuren aus der Kreide wurden 1931 in der Dakota- Gruppe in Colorado gemacht. Ein weiterer, ebenfalls gut dokumentierter Fund stammt aus Kanada, die Spuren wurden 1980 entdeckt. Seit dieser Zeit hat man auch in China, Japan und Südkorea fossile Vogelspuren gefunden (siehe auch Kapitel 8, Fußnote 18 und 19).Google Scholar
  17. 16.
    Die vogelähnlichen Spuren aus Nordamerika stammen aus der Navajo-Formation im Osten des US-Bundesstaates Utah. Die nordafrikanischen (hier: marokkanischen) Spuren werden bei Ishigaki beschrieben. Ishigaki, S. (1985): Dinosaurs Footprints of the Atlas Mountains. Nature Study (Japan), 31, 5–7.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1993

Authors and Affiliations

  • Martin Lockley
    • 1
  1. 1.GoldenUSA

Personalised recommendations