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Das Ungeheuer von Loch Ness

  • Richard Ellis

Zusammenfassung

Im Sommer 1992 stand ich im schottischen Hochland am Ufer von Loch Ness. Loch Ness ist ein tiefer, ruhiger Binnensee, umgeben von eiben-, birken- und fichtenbestandenen Hügeln, die zum Wasser hin sanft abfallen. Dieser „berühmteste See der Welt“, wie es in der örtlichen Werbung heißt, läßt nichts von der heftigen Kontroverse erahnen, die sich um seinen bekanntesten Bewohner dreht. Wenn auch unter der Oberfläche nichts zu sehen ist (möglicherweise gibt es dort ja auch gar nichts zu sehen), so deuten doch genügend Anzeichen darauf hin, daß dort etwas ziemlich Ungewöhnliches vor sich geht. In Inverness, am nördlichen Ufer des Sees, werden auf Schildern Bootsfahrten empfohlen, um nach Nessie Ausschau zu halten. Oder Sie folgen mit Ihrem Wagen dem „Monsterpfad“, der aus einer 24 Meilen langen Rundfahrt um den See besteht, wobei genügend Rastplätze Gelegenheit bieten, auszusteigen und die windgeriffelte Oberfläche des Sees nach verdächtigen Bewegungen abzusuchen.

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Literatur

  1. 1.
    Cryptozoology wird von der International Society of Cryptozoology (ISC) herausgegeben, die 1928 von einer Gruppe Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen gegründet wurde. Der erste Präsident der ISC war Bernard Heuvelmans; er gab in der Gründungsausgabe der Zeitschrift dieses Kredo ab: „Kryptozoologie ist die Wissenschaft von den ‘verborgenen’ Tieren. Während die Paläontologie Organismen der Vergangenheit entdeckt und beschreibt, versucht die Kryptozoologie das gleiche bei unbekannten Tieren der Gegenwart zu tun (… ). Die Aufgabe der Kryptozoologie besteht darin, den Informationsgehalt zu entmystifizieren, um die Inventarliste der Fauna dieses Planeten soweit wie möglich zu vervollständigen.“Google Scholar
  2. 2.
    Es liegen bestätigte Berichte über Robben in Loch Ness vor, doch es handelte sich dabei stets um gewöhnliche Seehunde, die zirka eineinhalb Meter lang werden und in und um die schottischen Binnenseen herum gesichtet worden sind. Zwischen November 1984 und Juni 1985 wurde ein Seehund in Loch Ness beobachtet und von Gordon Williams, einem anerkannten Naturforscher, photographiert. (Die Photographien erschienen in „Scientific Reports of the Whales Research Institute of Tokyo“, Nr. 39/1988.) Nach sporadischen Sichtungen über einen Zeitraum von sieben Monaten wurde der Seehund von Lachsfischern erschossen.Google Scholar
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    In seiner Einleitung zu Holidays Buch hat Ivan Sanderson nicht die geringsten Probleme, Nessies Existenz zu belegen. Er schreibt: „(…) und ich sollte an dieser Stelle betonen, daß wir nun den absoluten Beweis dafür haben, daß sie existieren und daß sie Tiere sind. (…) Die einzige Frage ist: `Was kann ohne Segel mit zehn Knoten [zirka achtzehn Kilometer pro Stunde] durch das Wasser pflügen und eine deutlich sichtbare V-förmige Bugwelle erzeugen, aber ohne Schaum, wie ihn ein Propeller verursachen würde? Denn genau dies haben diese Geschöpfe nicht nur nach Augenzeugenberichten getan, sondern dafür existieren auch filmische Belege.“Google Scholar
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    In „Zufall Mensch“, einem Buch über die unklassifizierbaren Fossilien des Burgess-Schiefer von British Columbia, beschreibt Steven J. Gould Tullimonstrum als eine weitere „Merkwürdigkeit“ — oder „Problematicum“ — in der Fossiliengeschichte; dabei handelt es sich um Organismen, deren Anatomie und Abstammung uns unverständlich bleiben, weil sie so anders sind als alles, was wir kennen. Wenn Tullimonstrum jedoch mit den uns bekannten, segmentierten Würmern verwandt ist — was, soviel wir wissen, nicht der Fall ist —, dann wäre das abgeflachte dreieckige Element, das Holiday für den Schwanz des Tieres hielt, sein Kopf.Google Scholar
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    Nach Romers „Vertebrate Palaeontology“ waren Embolomeren wasserlebende, fischfressende Amphibien, die im Karbon verbreitet waren. Die fossilen Urodelen, um die es hier geht, waren die Vorfahren der heutigen Salamander und Molche. Beide Formen kennt man nur aus Fossilablagerungen, die mehr als 200 Millionen Jahre alt sind.Google Scholar
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    Einige Leute glauben, Sir Peter Scott habe seine Beteiligung am Unternehmen „Nessie“ nicht ganz ernst genommen, denn Nessiteras rhombopteryx ist ein Anagramm für „Monster hoax by Sir Peter S.“ (to hoax = schwindeln, täuschen, foppen)Google Scholar
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    Im September 1984 veröffentlichte das populäre Wissenschaftsmagazin „Discover“ einen Artikel mit dem Titel „Das (retuschierte) Loch-Ness-Monster“, in dem zwei Ingenieure, Rikki Razdan und Alan Kielar, das Originalphoto der Flosse untersuchen, das Rines an das Jet-Propulsion-Laboratorium gesandt hatte. „Zu ihrem Erstaunen waren die Bilder grobkörnig und unscharf und wiesen wenig Ähnlichkeit mit Flossen auf.“ Der Artikel setzte einen heftigen Austausch von Anschuldigungen und Gegenanschuldigungen in Gang, der 1984 fast vollständig im „ISC Newsletter“ erschien.Google Scholar
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    Wenn irgend jemand das Zeug dazu hatte, Nessie aufzuspüren, dann Bob Ballard Im Anschluß an die Loch-Ness-Expediton des „National Geographic“ fand er 1985 das Wrack der „Titanic“ und 1989 das der „Bismarck“Google Scholar
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    Wilsons Photographie ist wieder und wieder analysiert worden, doch die Computertechnologie hat Photographien heutzutage zu einem weit weniger zuverlässigen Abbild der Realität gemacht, als es früher der Fall war. Durch die Digitalisierung von Photos können Computertechniker heute eine Aufnahme so ummodellieren, daß sie alles Gewünschte zeigt: den Eiffelturm in London oder einen Plesiosaurus in Loch Ness. Es gibt keine Möglichkeit, ein derartig bearbeitetes Photo zu identifizieren. Selbst wenn heute ein Photo von Nessie in einem Magazin erscheinen sollte, würde dies gar nichts beweisen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1997

Authors and Affiliations

  • Richard Ellis

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