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Ein Mann mit Einfluß, 1950–1956

  • Norman Macrae
Part of the Lebensgeschichten aus der Wissenschaft book series (LAW)

Zusammenfassung

Obwohl Johnny Trumans Wiederwahl 1948 begrüßt hatte, stand er politisch rechts von den meisten Wissenschaftlern, die die Truman-Regierung zwischen 1945 und 1949 berieten. Bis Truman sich im Januar 1950 für die Superbombe entschied, beschränkte sich Johnnys militärischer Einsatz hauptsächlich auf Stätten wie Los Alamos. Nach Januar 1950 begannen die Militärs, harte Nüsse wie Johnny zu rekrutieren. Johnny akzeptierte diese Rekrutierung mit einer Bereitwilligkeit, die mehrfach auf Kritik stieß. Einige Freunde meinten, er habe einfach «das Dröhnen der Helikopter auf seinem Rasen» geliebt. Andere sagten, er habe gern «mit Admiralen gegessen und getrunken, besonders nachdem er herausfand, daß er mehr vertragen konnte als sie». Seine eigenen Schriften lassen eine andere, stärkere Motivation vermuten. Er war entsetzt von der Ineffizienz der militärischen Bürokratie und hielt es für wichtig, dort wissenschaftliche Methoden einzuführen, die dabei helfen konnten, den Frieden zu erhalten.

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Anmerkungen

  1. Wiederum sind hier Herbert Yorks drei Bücher die beste Quelle. Ich habe mich stark auf sie gestützt. Andere Quellen waren Vonneuman, Heims und Zeitungen aus dieser Zeit. Zwischen 1951 und 1956 war ich für den Economist ein- bis zweimal im Jahr in den Vereinigten Staaten, dabei 1952 vier Monate im Rahmen eines Austauschs beim Time Magazine in New York. Ich wurde neugierig, weil jeder Kenner der Materie mir sagte, daß John von Neumann, der für mich ein Wirtschaftswissenschaftler und Autor von The Theory of Games war, immer stärker ins Zentrum der amerikanischen Verteidigung rückte. Ich bat um Interviews, doch sie kamen nie zustande — wenn auch das übrige Washington damals erstaunlich offen gegenüber jungen Assistent Editors des Economist war. Damals und in meinen darauffolgenden 35 Jahren als Journalist sprach ich mit vielen Leuten beiläufig über Johnnys Einfluß zwischen 1952 und 1955. Doch ich denke, ein Gesamtbild ergab sich erst, als ich (in meiner Eigenschaft als Johnnys Biograph) Herbert Yorks Bücher las. Ich danke York, Marina von Neumann-Whiteman (Johnnys Tochter) und Nicholas Vonneuman (Johnnys Bruder) und anderen, die sich 1956 an seinem Bett versammelt hatten, für Gespräche über Johnnys letzte Jahre. In seinem letzten Lebensjahrzehnt genoß Johnny mehr Unterstützung durch Sekretärinnen und Sekretäre als ein normaler Professor. Seine Unterlagen in der Library of Congress (einschließlich des Kalenders mit seinen täglichen Verabredungen) spiegeln das wider.Google Scholar
  2. Beim Schreiben dieses Buches ist mir sehr deutlich geworden, daß ich Journalist bin und kein Wissenschaftler. Ein festangestellter Journalist publiziert vielleicht 1000 Worte pro Tag und ist darum bemüht, daß man seine Ansichten liest und seine Worte — mit oder ohne Quellenangabe - zitiert, um die Diskussion im Fluß zu halten. Wenn andere mich zitieren, ob sie nun mit mir übereinstimmen oder nicht, so gibt mir dies das Gefühl, daß die Themen, die ich im Tagesartikel angesprochen habe, von allgemeinem Interesse sind. Wissenschaftler (wenn sie nicht Männer wie Johnny sind) publizieren viel weniger Worte pro Jahr und können sehr ärgerlich werden, wenn jemand sie ohne Quellenangabe zitiert. Johnny gehörte nicht zu diesem Kreis. Er wünschte, daß die Ideen, die ihm ständig durch den Kopf schössen, schnell an die Öffentlichkeit gelangten, wenn auch am liebsten nicht durch Journalisten. Ich hoffe, daß ich in diesem Buch nicht gegen seine oder andere wissenschaftliche Traditionen verstoßen habe und niemandem auf die Füße getreten bin.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1994

Authors and Affiliations

  • Norman Macrae

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