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Zur praktischen Anwendung einer Erreichbarkeitsanalyse: Bericht über ein mit dem Stadtplanungsamt Bochum entwickeltes Konzept

  • Rainer W. Ernst
  • Siegfried Stein
Part of the Interdisziplinäre Systemforschung / Interdisciplinary Systems Research book series (ISR, volume 21)

Kurzfassung

Ausgehend von der Auffassung, daß Modelle immer als Hilfsmittel zu begreifen sind wurde versucht, ein Instrumentarium zu entwickeln, das auf das Handlungsinteresse einer spezifischen planenden Verwaltung ausgerichtet ist. Dieses Handlungsinteresse verlangt ein ganzheitliches Vorgehen; dem steht die Notwendigkeit eines interessenspezifischen vorzugehen gegenüber, sofern man materiell die Interessen der von der Planung Betroffenen beschreiben will. Eingeschränkt einerseits auf das Erreichbarkeitsbedürfnis der Bevölkerung, andererseits orientiert auf die gesamte Palette der Aktionsmöglichkeiten der Verwaltung in diesem Zusammenhang wurden mehrere Modelle entwickelt, die je nach Fragestellung in verschiedenen Abläufen benutzbar sind. Die tatsächliche praktische Erprobung steht noch aus; der Nutzen des gemeinsam mit dem Planungsamt Bochum erarbeiteten Instrumentariums kann bislang nur hypothetisch behauptet werden.

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Anmerkungen

  1. /1/.
    Wir brachten einige Programme mit, in deren Handhabung wir schon einige Erfahrung besaßen: Ein Programm zur Analyse der Erreichbarkeiten, aufbauend auf einem Algorithmus zur Berechnung der kürzesten Wege, beschrieben u.a. in: R.W. Ernst, W. Pannitschka (1975); ein Lowrymodell, getestet mit Daten von Dortmund, beschrieben in: Ian Masser, R.W. Ernst, H.J. Karpe, H. Klatt (1970); eine zusammen mit Ian Masser erweiterte Fassung des Lowrymodells, das als Impact-analyse-modell zur Bewertung verschiedener Entwicklungskonzepte für die Stadtregion Porto Alegre in Brasilien von R.W. Ernst angewendet wurde, beschrieben in: Bundesstelle für Entwicklungshilfe (1973). Aber es zeigte sich schnell, daß keines der genannten Programme für einen unmittelbaren Einsatz geeignet war.Google Scholar
  2. /2/.
    So ist für die nächste Zeit der Einsatz des erarbeiteten Konzeptes bei der Revision des Flächennutzungsplanes der Stadt Bochum vorgesehen; hierüber wird es zum späteren Zeitpunkt einen weiteren Bericht geben. Hingewiesen sei noch auf die ausführlichere Dokumentation des Konzeptes in: Stadtplanungsamt Bochum und R.W. Ernst (1975).Google Scholar
  3. /3/.
    Zumindest sind die Vorstellungen von Praktikern über die Praxis in dem Konzept vermittelt, wenn auch eine allgemeine Tendenz zu beobachten ist, daß sich Stadtplanungsämter oder auch Arbeitsgruppen für Stadtentwicklung in einigen Gemeinden zu Frei räumen für Planer ohne konkrete Wirkungen entwickeln.Google Scholar
  4. /4/.
    Diese Auseinandersetzung um die Wirtschaftlichkeit öffentlicher Massenverkehrsmittel ist nicht neu, sie ist aber sicher in gewisser Weise konjunkturbedingt; ein historisches Beispiel sind die Auseinandersetzungen in der Endphase der Weimarer Republik in Berlin, beschrieben in W. Hegemann (1963), vor allem S. 312 ff.Google Scholar
  5. /5/.
    Für jedes größere Unternehmen ist es schon längst selbstverständlich, daß bei Standortüberlegungen die Transportaufwendungen mit in das Kalkül einbezogen.Google Scholar
  6. /6/.
    So konnte auf der International Conference on Urban Development Models in Cambridge, England 1973 kaum ein Anwendungsfall der weltweiten Beispiele vorgezeigt werden, der praktische Bedeutung für die Planung erlangte. Nur in zwei Fällen — Sola-Morales vom Laboratorio de Urbanismo, Barcelona und W. Young vom Strategy Branch des GLC London — wurde versucht, praxisorientierte Konzepte zu entwickeln. Von Beiden wurde das Konzept der Prognosemodelle zugunsten des Konzeptes der Impactanalyse aufgegeben.Google Scholar
  7. /7/.
    Um das Risiko möglichst gering zu halten, wurde versucht, die Arbeiten, die im Zusammenhang mit der Methode sich als notwendig erwiesen, wie Datenbeschaffung etc., in der Weise durchzuführen, daß sie möglichst auch für andere Zwecke nützlich waren. Dies hatte gleichzeitig zur Folge, daß sich die Arbeiten an dem methodischen Konzept nicht allzusehr verselbständigten.Google Scholar
  8. /8/.
    Unabhängig davon, ob die Erreichbarkeit in Kosten, Zeitaufwand, zu überwindenden Barrieren oder schlichter Entfernung auf die Raumüberwindung von einem Punkt zum nächsten, oder allen anderen, o.a. ausgedrückt wird.Google Scholar
  9. /9/.
    Zur Beschreibung eines derartigen Standortplanungsmodelles für Unternehmen im Einzelhandel siehe vor allem Bruno Tietz (1969), S. 175 ff.Google Scholar
  10. /10/.
    z. B. für eine Einrichtung der Volksschule oder für ein Schwimmbad, ob diese entsprechend der Investitionen ausgelastet sind.Google Scholar
  11. /11/.
    Die Bestimmung der Grenzen für den neu zu betrachtenden Raum hat sich bei praktischer Orientierung zwar einerseits nach den politischen Grenzen-wie der Gemeindegrenze-zu richten, aber andererseits sind Ein-und Auspendler zu berücksichtigen. Dies muß dann nicht bedeuten, daß die umliegenden Gebiete insgesamt in gleicher Weise betrachtet werden müssen, wie das eigentliche Untersuchungsgebiet. Zur Grundlage der methodischen Bewältigung dieses Problems eignet sich ein hierarchisiertes Zonensystem, für das die intrazonalen Fahrten bei den nicht zum zentralen Untersuchungsgebiet gehörenden Zonen bei der weiteren Bearbeitung unberücksichtigt bleiben. Die Datenanforderung für diese externen Zonen reduziert sich allerdings nicht sehr erheblich, in: I. Masser, P.J. Batey und P.J.B. Brown (1973).Google Scholar
  12. /12/.
    So gibt es zum Beispiel natürlich bei den Unternehmen die Adressen der einzelnen Arbeitnehmer, oder bei manchen Einrichtungen wie der Volkshochschule, Besucherstatistiken, aus denen die Wohnorte der Besucher zu entnehmen sind.Google Scholar
  13. /13/.
    Grundlegende und weiterführende Literatur zum Problem der Erreichbarkeitsfunktionen bzw. Widerstandsfunktionen findet sich in: P.J. Hathaway und T E Dor-rington (1973).Google Scholar
  14. /14/.
    Eine Beschreibung des attraction constrained und des production constrained models mit Zahlenbeispielen findet sich bei Ian Masser (1972), S. 103 ff. Weitere Ausführungen zu dieser Form von Modellen bei M. Echenique, D. Crowther, W. Lindsay (1969) und A.G. Wilson, London (1974).Google Scholar
  15. /15/.
    Die Grundgleichung entspricht der, die von Ian Masser als attraction and production constrained model definiert wurde, Ian Masser (1972), S. 98 ff., hier befindet sich auch eine Beschreibung der Iterationsproblematik.Google Scholar
  16. —.
    Bundessteile für Entwicklungshilfe: Großraum Porto Alegre, Dokumentation 13, An-wendung des Lowry-Mode11s als Impact-analyse alternativer räumlicher Leitbilder. Frankfurt/Porto Alegre 1973.Google Scholar
  17. —.
    T.E. Dorrington: Calibration of deterence functions for a distribution modal split model assuming indépendance of mode and person type. In: PTRC Seminar proceedings, Urban traffic models. Vol. I, University of Sussex, 1973.Google Scholar
  18. ”.
    M-Echenique, D. Crowther, W. Lindsay: A spatial model for Urban stock and activity. TrKRegTon a 1 Studies, Vol 3, Nr. 3, 1969.Google Scholar
  19. —.
    Rainer W. Ernst, VJolf Pannitschka: Erreichbarkeitsanalyse auf Stadtteil ebene-zur Verwendung einer Netzwerkmethode. In: ÖVD 4/1975.Google Scholar
  20. —.
    P.J. Hathaway: Some statistical problems associated th trip distribution models. In: PTRC Seminar proceedings, Urban traffic models, Vol.1, University of Sussex 1973.Google Scholar
  21. —.
    W. Hegemann: Das steinerne Berlin. Wiederaufläge Berlin 1963.Google Scholar
  22. —.
    Ian Masser, Rainer W. Ernst, H.J. Karpe, H. Klatt: LOMODO 61, Dortmund 1970.Google Scholar
  23. —.
    Ian Masser: Models for Urban and Regional Planing. Newton Abbot 1972.Google Scholar
  24. —.
    Ian Masser, P.J. Batey, P.J.B. Brown: The Design of zoning systems for interaction models. Paper presented to the 6th annual conference of Regional Science Association, London 1973.Google Scholar
  25. —.
    Stadtplanungsamt Bochum und Rainer W. Ernst: Erreichbarkeitsanalyse Bochum, Band I, Methode Stadt Bochum 1975.Google Scholar
  26. —.
    Bruno Tietz: Die Standort-und Geschäftsflächenplanung im Einzelhandel. Zürich 1969.Google Scholar
  27. —.
    A.G. Wilson: Urban and regional models in geography and planning. London (Wiley) 1974.Google Scholar
  28. —.
    Warum ist zur Analyse von Erreichbarkeiten eine Orientierung auf Interessen notwendig? (1.1).Google Scholar
  29. —.
    In welcher Hinsicht ist eine ganzheitliche Orientierung der Analyse von Erreichbarkeiten notwendig? (1.2.1).Google Scholar
  30. —.
    Bei der hier vorgeschlagenen Vorgehensweise wird nicht in traditioneller Weise kalibriert. Warum und wie wird das Problem der Plausibilität behandelt?.Google Scholar
  31. —.
    Worin unterscheiden sich die Gleichungen der Fahrtenziel-und Fahrtenquellbeschränkten Modelle? (2.3.1).Google Scholar
  32. —.
    Was wird hier unter Konsistenz verstanden? (2.3.2).Google Scholar
  33. —.
    Durch welches der drei erwähnten Modelle läßt sich der materielle Gehalt von Maßnahmen beschreiben?.Google Scholar
  34. —.
    Wann läßt sich der Nutzen einer derartigen Methode überhaupt erst feststellen, gibt das Zitat zu Beginn des Textes einen Hinweis?.Google Scholar

Weiterführende Literatur

  1. —.
    Ian Masser: Models for Urban and Regional Planning. Newton Abbot 1972.Google Scholar
  2. —.
    A.G. Wilson: Urban and Regional Models in Geography and Planning. London (Wiley) 1974.Google Scholar

Copyright information

© Springer Basel AG 1977

Authors and Affiliations

  • Rainer W. Ernst
  • Siegfried Stein

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