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Das Gegenstromboot

  • Wolfgang Bürger

Zusammenfassung

Im Jahre 537 belagerten die Goten Rom und leiteten die Wasser der Aquädukte ab, die in Friedenszeiten nicht nur die Stadt mit Trinkwasser versorgten, sondern auch ihre Getreidemühlen antrieben. In dieser Not soll der römische Feldherr Belisar auf dem Tiber schwimmende Mühlen eingerichtet haben. Johannes Mager berichtet in seinem Buch «Mühlenflügel und Wasserrad» (Leipzig 1990), daß Belisar Wassermühlen auf großen Kähnen im Fluß verankern und ihre Schaufelräder von der Strömung treiben ließ. Die Erfindung war so erfolgreich, daß sie sich später über ganz Europa verbreitete. Schiffmühlen wurden für viele Zwecke eingesetzt, als Getreidemühlen und Sägegatter, als Stampf- und Rührwerke, als Papiermühlen und sogar als Bergwerks-Schiffmühlen. In Deutschland gab es Schiffmühlen bis ins 20. Jahrhundert. Eine der letzten ihrer Art schwamm bei Ginsheim im Rhein auf einem Eisenblechkahn von 26 Metern Länge und über sechs Metern Breite. Sie konnte je nach Wasserstand und Strömung in 24 Stunden zwischen 2, 6 und 3, 6 Tonnen Weizen mahlen. 1929 stellte die Ginsheimer Schiffmühle ihren Betrieb endgültig ein und wurde der Stadt Mainz als technisches Kulturdenkmal anvertraut.

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Copyright information

© Springer Basel AG 1998

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Bürger

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