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Die thermischen Anzeichen des Aktionszustandes

  • Alexander v. Muralt
Part of the Lehrbücher und Monographien aus dem Gebiete der Exakten Wissenschaften book series (LMW, volume 14)

Zusammenfassung

Helmholtz (1848) war der erste, der sich mit der Frage der Wärmebildung im tätigen Nerven beschäftigt hat. Mit der gleichen Anordnung, mit der er die Muskelwärme gemessen hatte, versuchte er die Nervenwärme zu messen, aber ohne Erfolg, trotzdem seine thermoelektrische Anordnung auf 0,00074° ? genau zu messen gestattete. Auch Heidenhain (1868) erhielt negative Resultate, während Valentin (1863), Oehl (1866) und Schiff (1869) behaupteten, die Bildung von Wärme festgestellt zu haben, es kann sich aber nur um Meßfehler handeln, da ihre Instrumente nicht genügend empfindlich waren. Auch Cremer (1897) war erfolglos, und selbst Hill, der mit einer Thermosäule von 30 Lötstellen und einem Broca-Galvanometer arbeitete, welches noch Temperaturunterschiede von 6mal 10–8 C° anzeigen konnte, fand 1912 noch keine Wärmebildung. So kam es, daß sich der Gedanke, die Nervenerregung sei ein reversibler physikalisch-chemischer Prozeß ohne Energiezerstreuung festsetzte und noch 1924 von Bayliss 1) vertreten wurde. Es ist meine Überzeugung, daß auch noch heute Überreste dieser gedanklichen Verirrung da und dort überleben. Es ist eines der Hauptziele dieses Buches, darauf hinzuweisen, daß der Erregungsvorgang ein Prozeß ist, der mit einer Zunahme der Entropie (vgl. S. 131) einhergeht, so daß er nur dann wiederholt werden kann, wenn aus einem chemischen System negative Entropie bezogen wird, mit deren Hilfe der Ordnungszustand des ruhenden Nerven wiederhergestellt werden kann.

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Copyright information

© Springer Basel AG 1945

Authors and Affiliations

  • Alexander v. Muralt
    • 1
  1. 1.Universität BernDeutschland

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