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Die Röntgeninterferenzen als Kennzeichen der Kristallarten

  • E. Brandenberger
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Part of the Lehrbücher und Monographien aus dem Gebiete der Exakten Wissenschaften book series (LMW, volume 7)

Zusammenfassung

Da jede Kristallstruktur zufolge ihrer besonderen Atomgruppierung ein ihr (und nur ihr) typisches Interferenzmuster ergibt, kann umgekehrt ein beobachtetes System von Röntgeninterferenzen als Kennzeichen und zum Nachweis einer bestimmten Kristallart dienen. Der Röntgeninterferenz-versuch zeitigt auch dann verschiedene und damit charakteristische Resultate, wenn in zwei Kristallstrukturen ein und dieselben Atomsorten im gleichen Mengenverhältnis als Gitterbausteine auftreten, jedoch in den beiden Strukturen verschieden angeordnet sind. Da sich die durch ein solches Verhalten gekennzeichneten, verschiedenen Modifikationen eines polymorphen Stoffes (Abb. 27) an Hand verschieden gearteter Röntgendiagramme auseinanderhalten lassen, ist im Falle einer Polymorphie mittels röntgenographischer Methoden zu unterscheiden, was chemisch-analytischen oder spektroskopischen Untersuchungen noch als gleich erscheinen muß. Aber auch im Gegenfall, wenn verschiedene Gitterbausteine bei zwar individueller Größe der Gittermaschen in grundsätzlich gleicher Anordnung sich zu einer Kristallstruktur vereinigen (Abb. 28), vermag das Röntgeninterferenzver-halten gleichfalls eine Unterscheidung zwischen solchen, dem gleichen Strukturtypus angehörenden Kristallstrukturen zu treffen.

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Notes

Literaturangaben

Für die Röntgenographische Bestimmung von Kristallarxen und Deren Nähere Kennzeichnung Wesentliche Arbeiten und Einige Beispiele Solcher Untersuchungen:

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Copyright information

© Springer Basel AG 1945

Authors and Affiliations

  • E. Brandenberger
    • 1
  1. 1.Eidg. Techn. HochschuleZürichSchweiz

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