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Lenins Umbildung des Marxismus

  • Friedrich Pohlmann
Chapter
Part of the Freiburger Arbeiten zur Soziologie der Diktatur book series (FASD)

Zusammenfassung

Über das Verhältnis des Leninismus zur Marxschen Theorie findet man recht verschiedene Ansichten. Drei Argumentationstypen aber sind in der wissenschaftlichen Literatur und in politischen Auseinandersetzungen dominant: die Behauptung einer “guten” oder “schlechten” Kontinuität und die Deformationsthese. Die Propagandisten des sowjetkommunistischen Systems etwa priesen den Leninismus immer als eine “schöpferische” Fortentwicklung des Marxismus, womit sie Kontinuitätsthesen von formal ganz ähnlicher Art verfochten wie manche Konservative, die im Leninismus eine gesteigerte Form des “Marxschen Antihumanismus” erblickten. Warum “kritische” westdeutsche Linke eher Diskontinuitätsthesen zuneigten — der “emanzipatorische Gehalt” von Marx’ Lehre sei im Leninismus vollständig “deformiert” worden —, liegt auf der Hand: Da die konstitutive Rolle der leninistischen Ideologie für die “autoritäre” Wirklichkeit des Sowjetkommunismus nicht verborgen geblieben war, konnte mittels der Diskontinuitätsbehauptung ein argumentativer Schutzwall gegen Thesen über Zusammenhänge zwischen Werten und Zielen von Marx und diesem System errichtet werden; und man war der Mühe enthoben, mögliche praktische Konsequenzen des eigenen, durch Marx mitgeformten “Humanismus”, dem man die Attitüden moralischer Superiorität verdankte, ins Auge zu fassen.

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Literatur

  1. L. Kolakowski, Die Hauptströmungen des Marxismus, Bd. II 1988.Google Scholar
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  3. R. Luxemburg, Spartakusbriefe. Hg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Berlin 1958.Google Scholar

Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 1995

Authors and Affiliations

  • Friedrich Pohlmann

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