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Antikörper pp 15-85 | Cite as

Die Antikörper als Serumproteine

  • R. Doerr
Chapter

Zusammenfassung

Die Antikörper kennt man in zwei Formen, nämlich erstens als Bestandteile des Blutplasmas (Blutserums) oder verschiedener Körperflüssigkeiten (Milch, Lymphe, Liquor cerebrospinalis usw.), oder zweitens als Wirkungsqualitäten, welche dieselbe spezifische Reaktionsfähigkeit wie die Antikörper der erstgenannten Kategorie besitzen, aber im Gegensatze zu diesen gewissen Organen aktiv oder passiv anaphylaktischer Versuchstiere anhaften. Nur die erstgenannte, sogenannte „humorale“ Form ist physikalischen und chemischen Untersuchungsmethoden zugänglich, und alles, was wir in dieser Hinsicht über die Natur der Antikörper aussagen können, bezieht sich daher auf dieses Objekt.

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Literatur

  1. 1.
    Die Angaben von K. MATSUMOTO, daß man in den Organen von mit Pferdeserum aktiv sensibilisierten Meerschweinchen (Milz, Leber, Niere) hochwertige Präzipitine zu einer Zeit nachweisen kann, wenn diese Antikörper aus der Zirkulation bereits verschwunden sind, und daß der anaphylaktische Zustand gerade in dieser Periode seinen Höhepunkt erreicht, müßten wohl erst nachgeprüft und ergänzt werden. Die bezeichneten Organe gehören jedenfalls nicht zu den „Schockorganen“ des Meerschweinchens. in welchen man einen maximalen Gehalt an „sessilem” Antikörper vermuten würde.Google Scholar
  2. 1.
    Die Beschreibung des Apparates und die erforderlichen Angaben über die Art seiner Verwendung findet man in den Publikationen von A. TISELIUS (1938b, 1937c, 1939/40). Die Methode wurde von L. G. LONGWORTH und D. A. McINNEs, von J. ST. B. PIHLPOT sowie von H. SVENSSON vervollkommnet. Neuere, mit instruktiven Abbildungen versehene, klar geschriebene Abhandlungen geben über die Grundlagen und über den aktuellen Stand der elektrophoretischen Technik, insbesondere über die elektrophoretische Untersuchung des Blutplasmas und Blutserums und über die Auswertung der Versuchsergebnisse (Bestimmung der Wanderungsgeschwindigkeit und der relativen Prozentwerte der Proteinkomponenten) Auskunft. Es sei namentlich auf folgende Publikationen hingewiesen: E. WIEDEMANN (1944, 1945, 1946), D. A. MAcINNES und L. G. LoNGwoRTFI (1944), H. A. ABRAMSON, L. S. MoYER und M. H. GORIN (1942).Google Scholar
  3. 1.
    Um die Bedeutung dieser Aussage zu erfassen, hat man zu berücksichtigen, daß es nach Versuchen, welche von G. H. WHIPPLE und seinen zahlreichen Mitarbeitern an Hunden ausgeführt wurden, nicht möglich ist, durch intravenöse Injektion großer Quantitäten arteigenen Plasmas, also auf rein mechanischem Wege, eine Hyperproteinämie zu erzielen (R. M. FINK, ENNS, KIMBALL, SILBERSTEIN, BALE, MADDEN und G. H. WHIPPLE). Die Ursache liegt darin, daß das überschüssige Plasma rasch die Blutbahn verläßt; davon kann man sich überzeugen, wenn man nicht normales Plasma, sondern Plasma von Hunden infundiert, welche infolge einer entsprechenden Fütterung eine durch schweren N (N15) markierte Aminosäure, z. B. Lysin, HC1H2N15—CH2—CH2—CH2—CH2—CH —CO OH NH2HC1 in ihre Plasmaproteine einbauen konnten; der rasche Schwund des so markierten Proteins aus der Zirkulation des Empfängers läßt sich dann sicher feststellen (R. M. FINK et al.). Wenn man ferner durch ausgiebige Plasmaentziehungen (Plasmapheresis, s. S. 6) das normale Verhältnis von Albumin:: Globulin (2: 1) in das Gegenteil verkehrt, so stellt sich die ursprüngliche Proportion bei geeigneter Fütterung binnen einer Woche von selbst wieder her (R. L. HOLMAN, E. B. MAHOMEY und G. H. WHIPPLE). Wenn man somit bei Immunisierungen oder anderen pathologischen Prozessen eine Hyperproteinämie und eine Vermehrung der Globuline auf Kosten der Albumine beobachtet, müssen offenbar diese normalen regulatorischen Einrichtungen versagen und gleichzeitig müssen sich die Produktionsverhältnisse für die einzelnen Serumproteine quantitativ ändern.Google Scholar
  4. 1.
    Natürlich kann man die Persistenz des Antikörpers im Serum von Individuen, welche Masern oder Gelbfieber überstanden haben, nicht dadurch erklären, daß der Antikörper in irgendeinem Organ oder Gewebe gespeichert und von da aus beständig an die Zirkulation abgegeben wird; solche Depots müßten sich sehr rasch erschöpfen. Auch ist ja die Zerstörung des homologen Antikörpers nachgewiesen, sowohl wenn er passiv zugeführt, als wenn er aktiv im Organismus selbst produziert wird (s. S. 57). Wenn hier der Gedanke an eine Antikörperpersistenz durch bloße Speicherung ausdrücklich abgelehnt wird, geschieht dies im Hinblick auf die Arbeiten von CH. F. McKIANN und seinen Mitarbeitern, denen zufolge der Plazenta die Fähigkeit zukommen soll, Antikörper zu speichern und anzureichern. Diese Mitteilungen haben ja auch zur Verwendung von Plazentaextrakten für die Masernschutzimpfung geführt. Das kann man heute weit einfacher und besser durch die Herstellung von y-Globulinkonzentraten aus dem Serum Erwachsener erreichen (E. J. Coxx und Mitarbeiter). Die vermittelnde Rolle der Plazenta in dem präzisierten Sinne würde nur die Entstehung einer passiven Immunität der Jungen, wenn im Blute der Mutter kein Antikörper nachzuweisen ist, verständlicher machen [s. Punkt b; vgl. auch C. HALLAUER ( 1939, S. 1186)]; mit der lebenslänglichen Anwesenheit antiinfektiöser Antikörper gegen Masern oder Gelbfieber hat sie keine wie immer geartete Beziehung.Google Scholar
  5. 1.
    Über die Zuverlässigkeit dieser Ziffern vgl. S. 188 f.Google Scholar
  6. 1.
    In einem „kondensierten“ Film können daher beispielsweise die Moleküle des Penta-erythritol-tetrapalmitates nicht die symmetrische Struktur beibehalten, wie sie in der chemischen Formel C15 H31. C00112 C \/CH2 00C. C„11„Google Scholar
  7. 1.
    Die Angabe von J. 0. ERICKSON und H. NEURATH (1943b), daß der im Antipneumokokkenserum vom Pferde enthaltene spezifische Antikörper gegen das zugehörige typenspezifische Polysaccharid durch Guanidinchlorid denaturiert und zum Teile wieder regeneriert werden kann, wurde von G. G. WRIGHT und L. PAULING [Science, 99, 198 (1944)] in Zweifel gezogen, welche es als wahrscheinlich annahmen, daß es sich nicht um regenerierten, sondern um Antikörper gehandelt habe, welcher der Denaturierung entgangen war. ERICKSON und NEURATH betrachten die Regenera - tionsfähigkeit von denaturierten Antikörpern als eine logische Konsequenz der Regenerationsfähigkeit der Antigenfunktion von denaturiertem Serumalbumin [M. SPIEGEL-ADOLF (1925); ERICKSON und NEURATH (1943a)], was aber schon aus dem Grunde nicht zutrifft, weil die Antikörper an den Globulinen und nicht an den Albuminen.haften.Google Scholar
  8. 1.
    Im amerikanischen Schrifttum werden die durch Proteolyse veränderten Immunsera nicht als despezifizierte, sondern als „despeciated“ Antisera bezeichnet, was zweifellos exakter ist. Die Spezifität des Antikörpers (Antitoxins) wird ja durch diese Verfahren nicht zerstört oder reduziert, sondern nur jener Teil der Spezifität des Serums der durch die Herkunft von einer bestimmten Tierart („Spezies”) bedingt ist; ein Normalserum gleicher Provenienz wird durch die Proteolyse in derselben Weise verändert wie ein antikörperhaltiges Immunserum.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1947

Authors and Affiliations

  • R. Doerr
    • 1
  1. 1.BaselSchweiz

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