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Asthma als Schockfragment

Die Beurteilung der speziellen Pathogenese und Aetiologie der Erkrankung
  • K. Hansen
Chapter

Zusammenfassung

M. D. u. H.! Erinnere ich mich an die ersten Asthmaanfälle, denen ich beiwohnte, an die elementare, ja brutale Gewalt, mit der die Erkrankung sich, anscheinend aus dem Nichts, auf ihr Opfer herabstürzt, so finde ich unter den quälendsten Eindrücken solcher Situationen die eigene Ratlosigkeit, mit der man dem Ereignis gegenüberstand, seine nächste Wiederholung erwartete. Gewiß, man lernt bald, dem Kranken für den Augenblick zu helfen, die Qual des ersten Ansturms zu lindern — aber was dann? Nach völlig unberechenbaren Gesetzen werden die Anfälle morgen, in Wochen oder in Monaten wieder hereinbrechen, und die Wolke, aus der der Blitz zündete, suchten wir vergebens. Auch selbst, wenn unsere ersten Befürchtungen nicht zutreffen, wenn längere Ruhezeiten gewährt sind, schließlich zerstreut doch ein neuer unerwarteter Anfall alle Berechnungen und Pläne, welche der schon gesund Geglaubte knüpfte; und so geht es meistens weiter. Die von steten Bedrohungen umdüsterte Zukunft des Asthmatikers blieb — auf die Weite gesehen — wenig hoffnungsvoll, um nicht zu sagen trostlos. Und wie ein im Nebel Verlaufener irrt der Arzt nach den Anlässen dieser Paroxysmen; hundert Vermutungen — zunächst treulich erwogen — erwiesen sich als Trugbilder, und so beschied man sich schließlich mit dem einzigen, was einem blieb: den symptomatischen Asthmamitteln, die wenigstens über die jeweiligen Krisen flüchtig hinweghelfen.

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Literatur

  1. 1.
    Berger und Hansen: Allergie. Ein Lehrbuch in Vorlesungen. Kap. 10, S. 245. Leipzig, 1940.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1940

Authors and Affiliations

  • K. Hansen
    • 1
  1. 1.LübeckDeutschland

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