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Die Gewinnung der Fettsäuren, des Glycerins und der Kerzen

  • S. H. Piper
  • E. Schlenker
Chapter

Zusammenfassung

Die eigenartige Molekularstruktur der Verbindungen einer homologen aliphatischen Reihe hat zur Folge, daß die Unterschiede der physikalischen Eigenschaften der einzelnen Glieder mit zunehmender Zahl der Kohlenstoffatome immer kleiner und kleiner werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Schmelzpunktkurve der paarigen Fettsäuren, welche sich mit zunehmender Länge der Kohlenstoffkette, also mit zunehmender Molekülgröße, immer mehr einer horizontalen Linie nähert. Ein ähnliches Bild erhält man für die Diffusionsgeschwindigkeiten der dampfförmigen Fettsäuren. Die Länge des Laurinsäuremoleküls beträgt 16.10−8 cm, diejenige der Myristinsäure 18,55. 10-8 cm. Durch den Hinzutritt von zwei Methylengruppen hat also die Länge des Moleküls um 14% zugenommen. Wird aber das Molekül der Triacontansäure um zwei Methylengruppen verlängert, so erfährt die Moleküllänge eine Zunahme nur um 7%. Die Diffusionsgeschwindigkeiten von Triacontan und Dotriacosansäure werden sich deshalb viel näherstehen als im Falle der Laurin und Myristinsäure. Die auf der Differenz der physikalischen Eigenschaften beruhenden Methoden der Fettsäuretrennung müssen deshalb um so weniger wirksam werden, je länger das Molekül der Fettsäuren wird.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1937

Authors and Affiliations

  • S. H. Piper
    • 1
  • E. Schlenker
    • 2
  1. 1.BristolUK
  2. 2.MailandItalien

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