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Das Zwerchfell pp 182-186 | Cite as

Der subphrenische Abszeß

  • Karl Hitzenberger
Chapter

Zusammenfassung

Eine Ursache für Zwerchfellhochstand bildet ferner der subphrenische Abszeß. Es soll hier nicht auf die verschiedene Ätiologie und Lokalisation in den einzelnen Taschen des Peritoneum, sondern lediglich auf die Veränderungen des Diaphragma bei dieser Krankheit eingegangen werden. Er findet sich gewöhnlich auf der rechten Seite, doch kann er in manchen Fallen auch unterhalb des linken Diaphragma lokalisiert sein. Am Zwerchfell findet man in Fällen mit vollentwickelter Symptomatologie folgende Veränderung. Es steht in toto höher; zwei bis fünf Querfinger treibt der Abszeß das Zwerchfell kranialwärts. Die Oberfläche des Diaphragma ist scharf begrenzt, zeigt nirgends eine zirkumskripte Vorwölbung. Die Bewegungen des Zwerchfells sind entweder minimale oder sie sind gänzlich aufgehoben. Paradoxe Bewegung kommt manchmal zustande. Die Bewegungseinstellung ist als eine Défense musculaire zu betrachten. Die Annahme, daß die Bewegungsstörung der Ausdruck einer Parese des Diaphragma infolge Übergreifen der entzündlichen Veränderungen. sei (J. Straßburger), ist für manche Fälle richtig. Diese zeigen bei der Funktionsprüfung paradoxe Bewegung. Geradezu regelmäßig findet man in späteren Stadien der Erkrankung ein kleineres oder größeres pleuritisches Exsudat. In seltenen Fällen findet man unterhalb des Diaphragma eine Gasblase mit einem oder mehreren durch den Eiter gebildeten horizontalen Flüssigkeitsniveaux. Dieses Krankheitsbild trägt auch den Namen Pyopneumothorax subphrenicus (Abb. 128, 129, 130). Dies sind die Röntgensymptome bei vollentwickeltem Krankheitsbild. Es ist aber möglich, daß nur ein partieller Hochstand des rechten Zwerchfells, besonders des medialen Teiles zustandekommt; dieser zeigt eingeschränkte, manchmal auch paradoxe Bewegung. Das Bild kann vollkommen mit dem eines Echinococcus der Leber identisch sein. Sehr wichtig ist es, zu wissen, daß in einer gar nicht kleinen Anzahl von Fällen ein ganz und gar negativer Röntgenbefund erhoben werden kann, obwohl der Patient, wie sich eventuell später herausstellt, doch einen subphrenischen Abszeß getragen hat. Es läßt sich daher in Fällen, die mit dem Verdacht auf subphrenischen Abszeß zur Röntgenuntersuchung kommen und einen negativen Befund ergeben, nur das eine sagen, daß derzeit an ihnen nichts gefunden werden, aber trotzdem ein subphrenischer Prozeß bestehen kann.

Abb. 128.

Subphrenischer Abszeβ; Gasblase, horizontales Niveau. Pleuritis

Abb. 129.

Subphrenischer Abszeβ; Gasblase, mehrere horizontale Niveaux. Pleuritis

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1927

Authors and Affiliations

  • Karl Hitzenberger
    • 1
  1. 1.I. Medizinischen UniversitätsklinikWienAustria

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