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Zerebralschäden beim Kind durch Rhesusinkompatibilität

  • H. Asperger
Chapter
Part of the Dreiundzwanzigste Österreichische Ärztetagung Wien book series (ÄRZTETAGUNG, volume 23)

Zusammenfassung

Die tragischeste Seite der Problematik, von der in den vorhergehenden Vorträgen die Rede war, ist zweifellos die der Zerebralschäden, die aus Blutgruppen-unverträglichkeiten folgen, welche wiederum, durch verstärkte Hämolyse, zu erhöhtem Anfall von Bilirubin führen; durch die Fermentschwäche des Neugeborenen kann dieses nicht an Glukuronsäure gekoppelt und damit harnfähig gemacht werden (ganz der gleiche Mechanismus kann ja auch in Gang kommen durch anderweitig bedingte Hyperbilirubinämien des frühesten Lebensalters); das nicht lösliche Bilirubin dringt in die Ganglienzellen ein und vergiftet sie, in den Basalganglien, den hypothalamischen Kernen, der Olive, in jenen Gebieten also, in denen sich zur Zeit der Geburt eine besonders starke Reifungsdynamik entfaltet (die kortikalen Gebiete, die in dieser Zeit noch „schlummern“, sind nicht betroffen). Im übrigen ergibt sich keine strenge Parallele zwischen der Höhe des Bilirubinspiegels, überhaupt zwischen der Schwere des Krankheitsbildes in der Neugeborenenperiode — und den späteren zerebralen Folgezuständen; es sind also keine sicheren Prognosen zu stellen. Es mögen dabei noch andere Faktoren, z. B. eine Hypoxie, mitspielen, man könnte sich aber auch vorstellen, daß da eine individuelle Organempfindlichkeit besteht, was wir auch sonst des öfteren sehen, z. B. als individuelle Enzephalitisneigung (etwa als Mumpskomplikation).

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1970

Authors and Affiliations

  • H. Asperger
    • 1
  1. 1.Universitäts KinderklinikWienÖsterreich

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