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Zur Therapie exogener Glaskörperinfektionen

  • F. Mejer
Chapter

Zusammenfassung

Die ausgesprochene Widerstandsunfähigkeit des Glaskörpers eingedrungenen Infektionserregern gegenüber macht es erklärlich, dass wir in den meisten Fällen eine aufgetretene posttraumatische oder postoperative Glaskörperinfektion mit den üblichen Behandlungsmethoden nicht beherrschen können. Diese mangelnde Abwehrkraft des Glaskörpers ist einerseits durch die bestehende Armut an Schutzstoffen bedingt, andererseits treten aber selbst auf einen Reiz, wie z. B. die Infektion, solche Stoffe nur in geringen, therapeutisch unwirksamen Mengen in den Glaskörper über. Wie die Untersuchungen von Possek (17) zeigten, fehlt dem normalen Glaskörper die bakterienhemmende Eigenschaft des Blutserums, und erst nach wiederholten subkonjunktivalen Kochsalzinjektionen und Vorderkammerpunktionen sind Spuren von Hämolyse im Glaskörper nachzuweisen. Erst allmählich mit der Entzündung gelangen schliesslich Abwehrstoffe und Leukozyten in den Glaskörper; dort haben sich aber inzwischen die Keime stark vermehren können, und es gelingt nicht mehr, der Infektion Herr zu werden. Somit sind alle Behandlungsarten, die entweder, wie bei der Milchinjektion, versuchen, durch Mobilisierung der Abwehrkräfte mehr Antikörper in den Glaskörper gelangen zu lassen oder z. B. bakteriostatische Substanzen, wie z. B. die Antibiotika, indirekt über die Blutbahn in den Glaskörper zu bringen, therapeutisch zu wenig wirksam. Die Blut-Kammerwasser-Schranke ist für die Antibiotika sehr schwer passierbar, und es werden nur so geringe Mengen in den Glaskörper übertreten, dass hier eine genügende anhaltende bakteriostatische Konzentration nicht erreicht wird. Aber auch bei lokaler Anwendung der Antibiotika gelingt es nicht, genügend therapeutische Konzentrationen im Glaskörper zu erzielen. Ueberhaupt sind nur nach subkonjunktivalen Injektionen und Iontophorese Spuren im Glaskörper nachzuweisen [Bruens (2), Plan (16), Venco (29), Franceschetti und Blum (5), Blum und Valerio (1), v. Sallmann (20), v. Sallmann und Meyer (25), Leopold (9), Leopold und La Motte (10)].

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Schrifttum

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1949

Authors and Affiliations

  • F. Mejer

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