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Ueber die Mucocele des Siebbeins in der Tränensackgegend

  • Kurt Schlagenhauff
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Zusammenfassung

Das klinische Bild einer Mucocele im Bereiche der Augenhöhle ist wohlbekannt. Es entwickelt sich ziemlich rasch und anscheinend ganz spontan ein Exophthalmus mit gleichzeitiger Verdrängung des Augapfels nach außen unten, wenn es sich um eine Mucocele des Sinus frontalis bzw. der hinteren Siebbeinzellen handelt (Mucocele frontoethmoidalis), oder nach außen, wenn die Mucocele von den vorderen Siebbeinzellen ausgeht (Mucocele ethmoidalis). Schließlich kann eine von der Oberkieferhöhle ausgehende Mucocele den Bulbus nach oben verdrängen. Diese Veränderungen werden hervorgerufen durch die Entwicklung einer meist sieht- und tastbaren Geschwulst, die die Größe einer Haselnuß, in fortgeschrittenen Fällen sogar die eines Hühnereies, erreichen kann. Charakteristisch ist das Fehlen entzündlicher Erscheinungen; die Geschwulst ist von normaler Haut bedeckt, bei ihrer weiteren Entwicklung läßt sich ziemlich bald Fluktuation feststellen. Bei schwereren Fällen findet sich eine beträchtliche Bewegungseinschränkung des Augapfels und Doppeltsehen, Stauungserscheinungen an der Papilla nervi optici und Faltenbildungen in der Netzhaut. Differentialdiagnostisch sind im Beginn der Erkrankung vom Orbitalrand ausgehende Osteome, ferner maligne (z. B. Sarkome) oder gutartige (z. B. Dermoide) Neoplasmen der Orbita in Betracht zu ziehen. Die meist festzustellende Fluktuation, der rasche Beginn und der Röntgenbefund der Nasennebenhöhlen sowie eventuell das Ergebnis einer Probepunktion sichern die Diagnose.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1949

Authors and Affiliations

  • Kurt Schlagenhauff

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