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Entwicklungsmechanik

  • Hans Homma
Chapter

Zusammenfassung

Die Entwicklungsmechanik hat uns ganz neue Einblicke in das Werden der Form lebendiger Substanz gebracht. Die alte hypothetische Vorstellung topischer Gebundenheit der Anlagen zukünftiger Gestalt in der Zygote hat auf dem Wege des Experimentes zur Präzisierung des Begriffes der Mosaikeier geführt, also solcher Eier, deren Zytoplasmateil-chen bereits, jedes Teilchen für sich, zu bestimmten formativen Leistungen determiniert sind. Die Entwicklung in einem solchen Falle geschieht dann durch Selbstbestimmung. Die Entwicklung kann aber auch unter gegenseitiger Einflußnahme der in Bildung begriffenen Gewebe vor sich gehen. In solchen Fällen müssen zwei Systeme unterschieden werden, nämlich das Aktions- und das Reaktionssystem oder, mit anderen Worten, das induzierende und das induzierte Gewebe. So kann man in jungen, zeitlich umgrenzten Entwicklungsstadien bei Froschlarven, wie das bei Rana silvatica W. H. Lewis 1904, 1907 gelang, aus einer präsumptiven Bauchhautepidermis eine Augenlinse entstehen lassen, wenn man sie der Induktion von entsprechend jungem Augenbechergewebe aussetzt. Ähnliche experimentelle Erfahrungen haben H. Driesch 1896 zur Konzeption des Unterschiedes der prospektiven Potenz und der prospektiven Bedeutung geführt; unter dieser versteht man bloß jenes Erwachsenengewebe, das de norma aus einem Keimgewebe entsteht, während jener Ausdruck alle Möglichkeiten von Gewebebildungen umfaßt, die im Experiment zum Teil wirklich erzeugt werden können, in ihrer Gesamtheit aber in dem Keimgewebe enthalten sind.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1958

Authors and Affiliations

  • Hans Homma
    • 1
  1. 1.pathologischen Institutes SalzburgUK

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