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Zur Psychopathologie der cerebralen Durchblutungsstörungen

  • Volkhart Alsen
Conference paper
Part of the Acta Neurochirurgica Supplement book series (NEUROCHIRURGICA, volume 7)

Zusammenfassung

Von einer Psychopathologie der cerebralen Durchblutungsstörungen kann man nur mit Vorbehalt sprechen. Es gibt nämlich, wie heute Vormittag schon wiederholt deutlich wurde, keine unmittelbaren Beziehungen zwischen pathologisch-anatomischem Befund und pathophysiologischem Geschehen einerseits, Entstehung, Schwere, Art und Verlauf der psychopathologischen Erscheinungen andererseits. Man muß von der Pathogenese der cerebralen Durchblutungsstörungen streng die Pathogenese des Krankseins unterscheiden. Die klinische Pathogenese der hier zu behandelnden Psychosyndrome aber ist allermeist vielschichtig. Selbstverständlich ist die vasale Störung eine conditio sine qua non. Pathogenes Gewicht verleiht ihr aber oft erst eine Konstellation, in der sie sich mit anderen somatischen Faktoren, psychisch-situativen Belastungen und endogenen Bereitschaften verquickt. Der Persönlichkeitsabbau und die akuten Psychosen vom exogenen Typus sind nicht allein durch das cerebro-vaskuläre Geschehen zu erklären; Ewald, Grünthal, Haase und Walther-Büel haben darauf hingewiesen. Umgekehrt ist die vorwiegende Endogenese der depressiven, maniformen, paranoiden und schizoformen Syndrome, die man gemeinsam als endoforme Syndrome bezeichnen kann, seit den Arbeiten von Weitbrecht, Ruffin, Büssow, Wyrsch, Schulte, H. H. Meyer und Zeh fragwürdig geworden. Damit aber geriet die Grundlage der Einteilung der psychopathologischen Syndrome, die Stern in seinem Handbuchbeitrag von 1930 gegeben hat, ins Wanken. Wir müssen daher mit einem neuen Einteilungsversuch beginnen, der sich von pathogenetischen Vorentscheidungen möglichst frei hält.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1961

Authors and Affiliations

  • Volkhart Alsen
    • 1
  1. 1.Universitäts-NervenklinikMünster (Westf.)Deutschland

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