Advertisement

Progressive Myelopathien auf der Grundlage chronischmeningitischer Angiitiden

  • W. Wechsler
Conference paper
Part of the Acta Neurochirurgica Supplement book series (NEUROCHIRURGICA, volume 7)

Zusammenfassung

Bei ätiologisch verschiedenen chronischen Meningitiden mit entsprechend lokalisierten, entzündlich-produktiven Gefäßveränderungen können im mittleren und oberen Brust- sowie im untersten Halsmark charakteristische Entmarkungsvorgänge auftreten. Nach der Hauptlokalisation dieser Rückenmarksschädigung und ihrer besonderen topographischen Ausprägung wird sie „thorakale Randentmarkung“ genannt. Die thorakale Randentmarkung läßt sich in der Regel unschwer von myelitischen, dystrophischen und degenerativen Erkrankungen mit spinaler Lokalisation unterscheiden, und zwar nicht nur durch ihre Bindung an die genannte Rückenmarkshöhe, sondern auch durch die örtlichen Beziehungen der initialen Entmarkungsherde zum Gefäßapparat der Vasocorona. Der langsam von außen nach innen fortschreitende, bilateral-symmetrische Entmarkungsprozeß greift vorzugsweise im dorsalen Seiten- und im Hinterstrang des oberen Brustmarks auf weiter innen liegende Gebiete über (Abb. 1) und veranlaßt durch die örtliche Faserzerstörung sekundäre auf- und absteigende Degenerationen. Diese Feststellung gründet sich auf die histopathologische Untersuchung von insgesamt zehn einschlägigen Fällen. Dabei konnte nachgewiesen werden, daß das von der „Meningomyelitis syphilitica” her bekannte Entmarkungsmuster (Nonne, Sträußler u. a.) in derselben Art und Ausprägung auch bei chronischen Meningitiden unbekannter Ätiologie (Schaltenbrand, Döring) bei bestimmten tuberkulösen Infektionen des Zentralnervensystems oder Erkrankungen nach Art des Morbus Besnier-Boeck-Schaumann sowie bei der Panarteriitis nodosa (Wechsler) oder atypischen spinalen Angiodysgenesien (Stolze) vorkommen kann.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Adamkiewicz, A., Die Blutgefäße des menschlichen Rückenmarks. I. Teil. Die Gefäße der Rückenmarkssubstanz. Sitz. ber. K. Akad. d. Wiss. Wien, Math. nat. Cl. 84, 3 (1881).Google Scholar
  2. Döring, G., Pathologische Anatomie des Nervensystems bei Viruskrankheiten. D. Z. f. Nervenheilk. 167, 482 (1951).Google Scholar
  3. Lindenberg, R., Störungen des Blutkreislaufes und ihre Folgen für das ZNS. Hdb. d. spez. path. Anat. u. Histol., herausg. von Henke-Lubarsch, Bd. XIII/1 B. Springer, BerlinGöttingen-Heidelberg 1957.Google Scholar
  4. Nonne, M., Syphilis und Nervensystem. Karger, Berlin 1924.Google Scholar
  5. Schaltenbrand, G., Chronische aseptische Meningitis. Nervenarzt 20, 433 (1949).Google Scholar
  6. Scholz, W., Histologische und topische Veränderungen und Vulnerabilitätsverhältnisse im menschlichen Gehirn bei Sauerstoffmangel, Ödem und plasmatischer Infiltration. Arch. Psychiat. Nervenkr. 181, 621 (1949).CrossRefGoogle Scholar
  7. Stolze, H., Anlageanomalien der Rückenmarksvenen und F’oix-Alajouaninesches Syndrom. Arch. Psychiat. Nervenkr. 185, 370 (1950).CrossRefPubMedGoogle Scholar
  8. Sträussler, E., Die Syphilis und die progressive Paralyse. Hdb. d. spez. path. Anat. u. Histol., herausg. von Henke-Lubarsch, Bd. XIII/2 A. Springer, Berlin-Göttingen-Heidelberg 1958.Google Scholar
  9. Wechsler, W., Beitrag zur Pathogenese cerebraler und spinaler Gewebsschäden bei Panarteriitis nodosa (P. n.). Klinische und pathologisch-anatomische Studie. Arch. Psychiat. Nervenkr. 198, 331 (1959).CrossRefPubMedGoogle Scholar
  10. Zülch, K. J., Mangeldurchblutung an der Grenzzone zweier Gefäßgebiete als Ursache bisher ungeklärter Rückenmarksschädigungen. Dtsch. Z. Nervenheilk. 172, 81 (1954).CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1961

Authors and Affiliations

  • W. Wechsler

There are no affiliations available

Personalised recommendations