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Beidseitiger Carotisverschluß bei extraduralem Haematom

  • Wolfgang Steinbrecher
Conference paper
Part of the Acta Neurochirurgica Supplement book series (NEUROCHIRURGICA, volume 7)

Zusammenfassung

Unlängst beobachteten wir einen recht ungewöhnlichen Entstehungsmodus einer schweren cerebralen Kreislaufstörung. Ein gesundes zehnjähriges Mädchen war von der Schaukel gestürzt. Sie war nicht bewußtlos, erbrach aber und legte sich dann wegen leichter Kopfschmerzen zu Bett. Am nächsten Morgen wies sie der Hausarzt aus Vorsicht in ein Krankenhaus, ohne daß neue Symptome hinzugetreten waren. Dort trat am Mittag perakut tiefe Bewußtlosigkeit mit ebenso plötzlichem Aussetzen der Spontanatmung ein. Während der sofortigen Überführung in unsere Klinik mußte schon im Krankenwagen künstlich beatmet werden. Wir stellten außer einer sehr frequenten Herzaktion kein Lebenszeichen mehr fest. Es bestand das Bild einer Enthirnungsstarre, die Pupillen waren maximal mydratisch, reflexlos, auch sonstige Eigen- und Fremdreflexe fehlten. Der Liquor war nicht blutig. Die Rö-Aufnahmen des Schädels zeigten keine Frakturen. Nach Intubation und Anschluß an ein automatisches Beatmungsgerät führten wir die linksseitige Carotisangiographie aus. Es stellte sich ein Verschluß der Art. carotis int. dicht oberhalb des Syphons dar. Um ein Kunstprodukt ausschließen zu können, wiederholten wir die Injektionen nach Lageänderung der Nadel. Der Befund blieb der gleiche. Wir vermuteten ein basales extradurales Haematom und arteriographierten, da uns ein einseitiger Carotisverschluß die perakut aufgetretene schwere Decerebrierung nicht ausreichend zu erklären schien, auch rechtsseitig.

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1961

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Steinbrecher
    • 1
  1. 1.NervenklinikEssenDeutschland

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