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Über die Analyse von Handelsfarbstoffen

  • Hans Eduard Fierƶ-David
  • Louis Blangey
Chapter

Zusammenfassung

Die Feststellung der Konstitution eines unbekannten Handelsfarbstoffes gehört zu den interessantesten, aber auch zu den schwierigsten Aufgaben des Farbenchemikers. In früheren Zeiten, als es nur Naturprodukte gab, war diese Aufgabe verhältnismäßig einfach. Man konnte in sehr vielen Fällen aus der äußeren Beschaffenheit eines Produkts auf dessen Herkunft schließen. Cochenille, Indigo, Alizarin (Krapp) und vieles andere haben so charakteristische Aspekte, daß es sogar dem Ungeübten ohne weiteres möglich war, festzustellen, was er in den Händen hatte. Die einzige Frage, die sich stellte, war, ob sich das Produkt zum Färben eigne oder ob es entweder verdorben oder verfälscht war. Auch die vielen verwendeten anorganischen Farbstoffe, wie Berlinerblau, Chromoxyd, Eisenoxyd, Zinnober usw., konnten unmittelbar durch eine rein qualitative Untersuchung erkannt werden. Mit dem Erscheinen der künstlichen organischen Farbstoffe wurde die Aufgabe des Farbenchemikers eine ganz andere. War es zu Beginn der Farbenindustrie noch verhältnismäßig leicht möglich, z. B. Fuchsin, Anilinblau, Methylviolett oder ganz einfache Azofarbstoffe zu erkennen, so änderte sich das, als immer mehr unbekannte Farbstoffe auf dem Markt erschienen. Zwar wurde versucht, diesem Ubelstande dadurch abzuhelfen, daß man Tabellenwerke schuf, in denen jeder bekannte Farbstoff genau beschrieben wurde. Aber mit der Zeit gab es so viele neue Farbstoffe, daß es nicht mehr möglich war, mit der Entwicklung Schritt zu halten, und die bekannten „Farbstofftabellen“ von Schultz oder von Green begannen immer mehr zu versagen. Die Frage lautete nicht mehr „Mit welchem der in den Tabellen beschriebenen Farbstoffe ist das vorliegende Produkt identisch?“, sondern „Was ist ein Farbstoff, der noch nirgends in einer wissenschaftlichen Zeitschrift genauer erwähnt wird?“.

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Literatur zur Analyse der Farbstoffe

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    Weitere Literatur findet man in dem obengenannten Buch von A. Brunner auf S. “7. Da sehr viele der erhaltenen „Spaltprodukte” nirgends genauer beschrieben sind, helfen die großen Handbücher, wie z. B. Beilsteins Handbuch der organischen Chemie und andere Handbücher, meist wenig. Dagegen ist es unbedingt notwendig, die vorhandenen Patente genau zu studieren und gegebenenfalls die erhaltenen Verbindungen quantitativ zu analysieren. Siehe die Einleitung dieses Abschnittes.Google Scholar
  11. 11.
    In diesem Zusammenhang sei noch auf die Literaturzusammenstellung bei Fierzmatter (zit. 9) hingewiesen, insbesondere auf Forster und Hanson: Society of Dyers and Colourists 42, 272 (1926).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1947

Authors and Affiliations

  • Hans Eduard Fierƶ-David
    • 1
  • Louis Blangey
    • 1
  1. 1.Eidgenössischen Technischen HochschuleZürichSchweiz

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